The National Times - Schweiz schließt sich EU-Sanktionen gegen Russland vollständig an

Schweiz schließt sich EU-Sanktionen gegen Russland vollständig an


Schweiz schließt sich EU-Sanktionen gegen Russland vollständig an
Schweiz schließt sich EU-Sanktionen gegen Russland vollständig an

Nach wachsendem Druck schließt sich auch die traditionell neutrale Schweiz den EU-Sanktionen gegen Russland in vollem Umfang an. Sein Land übernehme alle Sanktionen, welche die Europäische Union wegen des russischen Einmarsches in die Ukraine bereits gegen Russland verhängt habe, sagte der Schweizer Bundespräsident Ignazio Cassis am Montag. Die EU begrüßte den Kurswechsel. Das Fürstentum Monaco schloss sich den EU-Sanktionen ebenfalls an.

Textgröße ändern:

Die Vermögenswerte der von der EU sanktionierten Russen würden mit "sofortiger Wirkung" eingefroren, sagte Finanzminister Ueli Maurer. Auf der EU-Sanktionsliste stehen unter anderem Kreml-Chef Wladimir Putin, sein Außenminister Sergej Lawrow sowie Ministerpräsident Michail Mischustin.

Cassis sagte, die Schweiz reagiere damit auf die schwerwiegenden Verstöße gegen das Völkerrecht, für welche die sanktionierten Personen verantwortlich seien. Für die auf Neutralität bedachte Schweiz sei der Sanktionsbeschluss ein großer Schritt, sagte er. Der Bundesrat gehe diesen Weg aber "überzeugt, überlegt und unmissverständlich".

Wie die EU-Staaten schließt nun auch die Schweiz ihren Luftraum für russische Flugzeuge. Davon ausgenommen sind Flüge zu humanitären, medizinischen oder diplomatischen Zwecken. Nach Angaben von Justizministerin Karin Keller-Sutter belegte die Schweiz außerdem fünf Oligarchen, die einen engen Bezug zur Schweiz haben und die Putin nahestehen, mit Einreiseverboten.

Der Druck auf die Schweiz hatte zuletzt zugenommen, ebenfalls harte Strafmaßnahmen zu verhängen, zumal die Alpenrepublik von russischen Oligarchen als Finanzzentrum geschätzt wird. Laut einer Statistik der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich hatten Schweizer Banken im vergangenen Jahr rund 23 Milliarden Dollar an russischen Geldern in ihrem Bestand.

Die Schweiz ist auch ein zentraler Handelsplatz für russische Ölkonzerne sowie den russischen Getreide- und Metallsektor. Der Schweizer Wirtschaftsminister Guy Parmelin sagte, die Sanktionen gegen Russland würden sich auch in der Schweiz bemerkbar machen.

Im Sender RTS sagte Parmelin, die Nord-Stream-2-AG habe ihrer kompletten Belegschaft am Sitz in Zug kündigen müssen, nachdem Deutschland in der vergangenen Woche den Zertifizierungsprozess der Pipeline gestoppt hatte. Dies betreffe 140 Mitarbeiter. Das Unternehmen selbst reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage zu den Entlassungen.

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell begrüßte den Kurswechsel Berns. "Ohne die Teilnahme der Schweiz wären unsere Maßnahmen nicht so wirksam gewesen wie nötig", sagte Borrell. Es sei eine "sehr gute Nachricht", dass die Schweiz "der Korruption und geheimen Geldern" reicher Putin-Unterstützer den Kampf ansage.

Das Fürstentum Monaco erklärte am Montag, es setze die von der EU beschlossenen Sanktionen gegen Russland ebenfalls um. Fürst Albert II. verurteilte die russische Invasion "aufs Schärfste" und unterstütze die Forderungen nach einem sofortigen Waffenstillstand, hieß es in der Erklärung seines Kabinetts. Monaco beherbergt etwa 750 russische Einwohner. Der Fußball-Erstligist AS Monaco gehört dem dem russischen Unternehmer Dmitri Rybolowlew.

Die EU hatte als Reaktion auf den Einmarsch Russlands in der Ukraine massive Finanz- und Wirtschaftssanktionen gegen Russland verhängt. Dazu zählen unter anderem ein Ausschluss wichtiger russischer Banken aus dem internationalen Zahlungssystem Swift, die Sperrung von Transaktionen der russischen Zentralbank zur Stützung der russischen Währung und Exportverbote für High-Tech-Güter. Die Strafmaßnahmen richten sich aber auch gegen Regierungsvertreter sowie Oligarchen und deren Vermögenswerte.

Russland hat umfassende Vergeltungsmaßnahmen wegen der Sanktionen angekündigt. Am Montag sperrte Russland seinen Luftraum für Fluggesellschaften aus 36 Ländern.

M.A.Walters--TNT

Empfohlen

Kreise: US-Außenminister Rubio nimmt voraussichtlich nicht an Nato-Gesprächen kommende Woche teil

US-Außenminister Marco Rubio wird nach Angaben aus mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen in der kommenden Woche voraussichtlich nicht an einem Treffen der Nato-Außenminister teilnehmen. Rubio habe derzeit nicht vor, an dem Treffen am Mittwoch und Donnerstag in Brüssel teilzunehmen, stattdessen werde er seinen Stellvertreter Christopher Landau schicken, hieß es aus Kreisen, die mit Rubios Reiseplänen vertraut sind.

Trump kündigt Begnadigung von wegen Drogenschmuggels inhaftiertem Ex-Präsidenten von Honduras an

US-Präsident Donald Trump hat die Begnadigung des wegen Drogenschmuggels in den USA inhaftierten honduranischen Ex-Präsidenten Juan Orlando Hernández angekündigt. Er werde Hernández eine "vollständige und umfassende Begnadigung gewähren", erklärte Trump am Freitag in seinem Onlinedienst Truth Social. Der frühere Präsident des mittelamerikanischen Landes sei "nach der Meinung vieler Menschen, die ich sehr schätze, sehr hart und ungerecht behandelt" worden, fügte Trump hinzu.

Grünen-Parteitag: Kassen sollen homöopathische Mittel nicht mehr bezahlen

Die Grünen fordern, dass Krankenkassen homöopathische Arzneimittel nicht mehr bezahlen. Für einen entsprechenden Antrag stimmte am späten Freitagabend auf dem Grünen-Bundesparteitag in Hannover eine Mehrheit der Delegierten. "Die Solidargemeinschaft soll nicht für Therapien aufkommen, deren Wirksamkeit über den Placeboeffekt hinaus wissenschaftlich nicht belegt ist", hieß es im Antrag zur Begründung. Die durch eine Kostenerstattung durch die Kassen "suggerierte Wirksamkeit von homöopathischen Mitteln und Irreführung von Patient:innen muss beendet werden".

Trump: Von Biden mit "Unterschriftenautomaten" signierte Dokumente sind ungültig

US-Präsident Donald Trump hat alle von seinem Vorgänger Joe Biden angeblich mit einem Unterschriftenautomaten ("autopen") signierten Dokumente für ungültig erklärt. Jedes von Biden auf diese Weise unterzeichnete Dokument, "was schätzungsweise 92 Prozent von ihnen waren, ist hiermit gekündigt und hat keine weitere Gültigkeit oder Wirkung", erklärte Trump am Freitag in Onlinediensten. Diejenigen, die den Unterschriftenautomaten bedient hätten, hätten dies illegalerweise getan.

Textgröße ändern: