The National Times - Lauterbach will 2025 elektronische Patientenakte für 80 Prozent der Versicherten

Lauterbach will 2025 elektronische Patientenakte für 80 Prozent der Versicherten


Lauterbach will 2025 elektronische Patientenakte für 80 Prozent der Versicherten
Lauterbach will 2025 elektronische Patientenakte für 80 Prozent der Versicherten / Foto: © AFP/Archiv

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will einen neuen Anlauf bei der seit Jahrzehnten verzögerten Digitalisierung von Patientendaten nehmen. Ziel sei es, bis zum Jahr 2025 80 Prozent der gesetzlich Versicherten mit einer elektronischen Patientenakte (ePA) auszustatten, sagte Lauterbach am Donnerstag in Berlin. Demnach müssen Versicherte künftig nicht mehr ausdrücklich zustimmen, um die Patientenakte zu erhalten. Sie können sich aber über eine sogenannte Opt-out-Lösung dagegen entscheiden.

Textgröße ändern:

Darüber hinaus soll das gleichfalls bisher kaum genutzte E-Rezept zum 1. Januar 2024 "verbindlicher Standard in der Arzneimittelversorgung" werden. Die Nutzung soll dafür vereinfacht werden. Das Rezept soll sowohl mit der Gesundheitskarte als auch mit der App für die elektronische Patientenakte eingelöst werden können.

Dies soll auch dazu beitragen, dass nach und nach eine Übersicht verwendeter Medikamente des Patienten entsteht. Ärzte sollen so bei neuen Verschreibungen direkt erkennen können, ob ungewollte Wechselwirkungen von Arzneimitteln drohen.

"Deutschlands Gesundheitswesen hängt in der Digitalisierung um Jahrzehnte zurück", betonte Lauterbach. "Das können wir nicht länger verantworten. Deshalb machen wir einen Neustart." Zwei dafür nötige Gesetze - das Digitalgesetz und das Gesundheitsdatennutzungsgesetz - seien "weitestgehend fertig" und würden "in den nächsten Wochen vorgelegt".

Pläne für eine elektronische Patientenakte gibt es schon seit mehr als 20 Jahren. Seit Anfang 2021 können Versicherte sie auf freiwilliger Basis über Angebote ihrer Krankenkassen nutzen. Lauterbach zufolge tun das bisher aber erst ein Prozent der Versicherten.

Der Gesundheitsminister will durch die Reform auch die Nutzung von Patientendaten durch die Forschung deutlich voranbringen. Ziel ist es demnach bis Ende 2026, mindestens 300 Forschungsvorhaben mit Gesundheitsdaten über ein neues Forschungsdatenzentrum Gesundheit zu verwirklichen. Lauterbach verwies darauf, dass dies auch verhindern soll, dass Pharmaunternehmen in andere Länder abwandern, weil sie dort für die Entwicklung neuer Behandlungen vorhandene Patientendaten einfacher nutzen können.

E.Cox--TNT

Empfohlen

Verstoß gegen vertrauliche Vereinbarung: Seoul bestellt Gesandten der Ukraine ein

Nach dem mutmaßlichen Verstoß der Ukraine gegen eine vertrauliche Vereinbarung mit Südkorea hat die Regierung in Seoul den ukrainischen Gesandten einbestellt. Dem Geschäftsträger der ukrainischen Botschaft, Andrij Wieschkin, sei "die ernste Besorgnis der Regierung im Zusammenhang mit der Übergabe nordkoreanischer Kriegsgefangener übermittelt" worden, teilte das südkoreanische Außenministerium am Montag mit. Zuvor hatte das südkoreanische Präsidialamt "eine offizielle Erklärung und eine Entschuldigung" von Kiew gefordert.

Ukraine: Regierungschef rät gefährdeten Menschen in Städten vor dem Winter zum Umzug

Der ukrainische Regierungschef Serhij Korezky hat besonders gefährdeten Menschen in ukrainischen Großstädten vor dem Einbruch des Winters zum Umzug geraten. Er rufe zwar nicht zum Verlassen der Städte auf, es lohne sich jedoch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität und Behinderungen "für den Winterzeitraum einen alternativen Aufenthaltsort zu finden", sagte Korezky in einem am Sonntagabend ausgestrahlten Interview mit dem ukrainischen Fernsehsender TSN. Dabei verwies er auf Angehörige und soziale Dienste als Unterkunftsmöglichkeit.

Amthor verzichtet nach Kritik auf Strandkorb im Kanzleramt

Der CDU-Politiker Philipp Amthor verzichtet nach umfassender Kritik auf seinen Strandkorb in seinem Büro im Kanzleramt. Amthor habe entschieden, "dass der Strandkorb abtransportiert wird", erklärte der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer am Montag in Berlin. Er werde zurück in Amthors Heimat "nach Mecklenburg-Vorpommern gebracht".

Spahn verzichtet auf Sitz im Haushaltsausschuss

Ex-Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) wird künftig nicht mehr Mitglied des Haushaltsausschusses im Bundestag sein. Spahn werde auf seinen Sitz in dem Gremium verzichten, bestätigte Spahns Bundestagsbüro am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Spahn war in die Kritik geraten, weil er bei einer Ausschuss-Sitzung fehlte und Bilder ihn im Urlaub zeigten.

Textgröße ändern: