The National Times - Union wirft Bundesregierung Vernachlässigung des Bürokratieabbaus vor

Union wirft Bundesregierung Vernachlässigung des Bürokratieabbaus vor


Union wirft Bundesregierung Vernachlässigung des Bürokratieabbaus vor
Union wirft Bundesregierung Vernachlässigung des Bürokratieabbaus vor

Die Union hat der Ampel-Regierung vorgeworfen, das Thema Bürokratieabbau nicht ernst zu nehmen. "Bessere Rechtssetzung und Bürokratieabbau sind für die Ampel-Koalition keine Chefsache mehr, sondern beide Themen erfahren durch diese Regierung eine plan- und beispiellose Deklassierung", sagte der Unionsabgeordnete Philipp Amthor (CDU) der Nachrichtenagentur AFP am Freitag in Berlin.

Textgröße ändern:

Hintergrund von Amthors Kritik ist eine parlamentarische Anfrage, in der die CDU/CSU nach dem Grund für die Verlagerung des Nationalen Normenkontrollrats vom Kanzleramt ins Bundesjustizministerium gefragt hatte. "Die wichtige Querschnittsaufgabe des Bürokratieabbaus ist leider zum bloßen Spielball der Koalitionsverhandlungen geworden", sagte Amthor, der Sprecher für Staatsmodernisierung in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ist. Die Verlagerung diene allein "einer machtpolitischen Kompensation" des Justizministeriums für die verlorene Zuständigkeit für den Verbraucherschutz, die an das Umweltministerium ging.

In der AFP vorliegenden Anfrage hatte die Unionsfraktion die Regierung um Auskunft zu der im Dezember angeordneten Zuständigkeitsübergang für den Nationalen Normenkontrollrat vom Bundeskanzleramt in den Geschäftsbereich des Justizressorts gefragt. Dazu antwortete das Ministerium: "Es handelt sich um eine interne Organisationsentscheidung der Bundesregierung, die anlässlich der Regierungsbildung im Zuge des Neuzuschnitts der Ressorts getroffen wurde."

Nach Amthors Überzeugung wirft der Schritt eine Reihe von Fragen auf: "Wer wird künftig Regierungskoordinator für Bürokratieabbau und für bessere Rechtssetzung?" Was solle "der inhaltliche Mehrwert" der Verlagerung sein? "Die Regierung hat auf diese Fragen keine Antworten", kritisierte der CDU-Abgeordnete. "Statt weniger Bürokratie bekommen die Wähler von dieser Regierung als Antrittsgeschenk nur Postenschieberei." Für den Umzug des Kontrollrats müssten 1400 Arbeitsstunden aufgewendet werden, "die in konkreter Facharbeit besser angelegt wäre", kritisierte Amthor.

Der Nationale Normenkontrollrat hat den Auftrag, die Bundesregierung bei der Umsetzung ihrer Maßnahmen zu Bürokratieabbau und besserer Rechtsetzung zu unterstützen. Dafür prüft das Gremiums Regierungsvorhaben auf Kostenfolgen für Bürger, Wirtschaft und Verwaltung.

L.Graham--TNT

Empfohlen

Französische Ex-Ministerin Dati wegen Korruption vor Gericht

In Frankreich müssen sich die frühere Ministerin Rachida Dati und der Ex-Chef des Autokonzerns Renault-Nissan, Carlos Ghosn, von Mittwoch (13.30 Uhr) an wegen einer Korruptionsaffäre vor einem Pariser Gericht verantworten. Die 60-jährige Konservative steht im Verdacht, 900.000 Euro von einer Renault-Filiale für Lobbyarbeit im Europaparlament angenommen zu haben - was sie bestreitet.

Kosovo-Sondertribunal verkündet Urteil im Fall von Ex-Präsident Thaci

Im Kriegsverbrecherprozess gegen den früheren kosovarischen Präsidenten Hashim Thaci und drei Mitangeklagte verkündet das Kosovo-Sondertribunal im niederländischen Den Haag am Mittwoch das Urteil. Die Anklage hatte für die vier früheren Kommandeure der Kosovo-Befreiungsarmee UCK 45 Jahre Haft wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Kosovo-Kriegs gefordert. Alle Angeklagten plädierten auf nicht schuldig.

BGH prüft Maskenkäufe von früherem Bundesgesundheitsminister Spahn in Pandemie

Die teuren Maskenkäufe aus der Pandemiezeit beschäftigen am Mittwoch (10.00 Uhr) den Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe. Er verhandelt über vier Rechtsstreits von Lieferanten mit dem Bund. Das BGH-Urteil könnte für zahlreiche weitere Fälle wegweisend werden. (Az. VIII ZR 131/24 u.a.)

Spitzenkandidaten für Abgeordnetenhauswahl in Berlin stellen sich Bürgerfragen

Vier Tage vor der Abgeordnetenhauswahl in Berlin stellen sich die Spitzenkandidaten der Parteien am Mittwoch (20.15 Uhr) im Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) Fragen von Bürgern. Zur "Wahlarena" eingeladen sind Vertreter aller Parteien, die eine realistische Chance haben, in Fraktionsstärke ins Abgeordnetenhaus einzuziehen. Aus Sicht des RBB sind das CDU, SPD, Grüne, Linke, AfD und BSW.

Textgröße ändern: