The National Times - Französische Krankenkassen finanzieren Abnehmspritzen für Fettleibige

Französische Krankenkassen finanzieren Abnehmspritzen für Fettleibige


Französische Krankenkassen finanzieren Abnehmspritzen für Fettleibige
Französische Krankenkassen finanzieren Abnehmspritzen für Fettleibige / Foto: © AFP/Archiv

Für stark fettleibige Patienten und Patientinnen übernimmt die französische Krankenkasse künftig die Kosten für die umstrittenen Abnehmspritzen. Die Kosten dafür würden pro Jahr auf 100 Millionen Euro geschätzt, sagte Gesundheitsministerin Stéphanie Rist am Donnerstag dem Sender TF1. Frankreich sei das erste EU-Land, das diese Mittel dauerhaft für Patienten finanziere, die es benötigten, fügte sie hinzu. Die Ministerin sprach sich zugleich grundsätzlich dafür aus, die Eigenbeiträge der Patienten zu Medikamenten zu erhöhen.

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Um die Abnehmspritzen von der Kasse finanziert zu bekommen, müssen Patienten volljährig sein und an so schwerer Adipositas leiden, dass sie sonst für eine magenverkleinernde Operation in Frage gekommen wären. "Es ist also eine vorbeugende Maßnahme", sagte die Ministerin. Der Einsatz der von der Kasse finanzierten Abnehmspritzen werde streng geregelt: Er sei nur in Spezialkliniken möglich, fügte Rist hinzu. Die Patienten müssten zugleich eine kalorienreduzierte Diät einhalten und sich mehr bewegen.

Die Präparate sind in Frankreich seit Ende 2024 verschreibungspflichtig erhältlich. Bislang müssen sie aus eigener Tasche bezahlt werden. Monatlich kostet dies etwa 300 Euro. Sie sind nur für die Behandlung von Typ-2-Diabetes und Adipositas zugelassen und dürfen nicht zur Gewichtsabnahme aus ästhetischen Gründen eingesetzt werden. In Frankreich sind etwa 18 Prozent der Erwachsenen adipös.

Wegovy wird von dem dänischen Konzern Novo Nordisk hergestellt, Mounjaro ist das Produkt des US-Unternehmens Eli Lilly. Novo Nordisk und Lilly France waren Anfang Mai in Frankreich zu einer Strafzahlung in Höhe von zwei Millionen Euro verurteilt worden. Eine angebliche Informationskampagne zum Thema Fettleibigkeit sei tatsächlich eine Form von Werbung gewesen, die jedoch für verschreibungspflichtige Medikamente verboten ist, erklärte die Gesundheitsbehörde.

Die Wirkstoffe, die wöchentlich gespritzt werden, signalisieren dem Körper eine Sättigung und senken den Blutzuckerspiegel. Bei vielen Patienten steigt das Gewicht nach dem Absetzen der Medikamente wieder an. In Deutschland werden die Kosten nicht von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet.

P.Jones--TNT

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