The National Times - Techniker Krankenkasse dringt auf Einsparungen im Gesundheitswesen

Techniker Krankenkasse dringt auf Einsparungen im Gesundheitswesen


Techniker Krankenkasse dringt auf Einsparungen im Gesundheitswesen
Techniker Krankenkasse dringt auf Einsparungen im Gesundheitswesen / Foto: © AFP/Archiv

Die Techniker Krankenkasse (TK) dringt auf Einsparungen im Gesundheitswesen, um dessen Finanzierung nachhaltig zu sichern. In einem am Dienstag in Berlin veröffentlichten Positionspapier fordert die TK unter anderem einen höheren Herstellerabschlag auf patentgeschützte Arzneimittel sowie die Streichung der zusätzlichen Zahlungen an Ärztinnen und Ärzte für Terminvermittlungen. Leistungskürzungen oder höhere Beiträge sollten hingegen vermieden werden.

Textgröße ändern:

TK-Präsident Jens Baas verwies auf eine von der Krankenkasse in Auftrag gegebene Umfrage des Instituts Forsa, wonach 63 Prozent der Deutschen stellenweise Reformen im Gesundheitswesen befürworten, 29 Prozent sogar umfassende Änderungen. 88 Prozent dringen demnach auf eine Stabilisierung der Kassenbeiträge, 95 Prozent auf einen schnelleren Zugang für Patientinnen und Patienten zu passender medizinischer Versorgung - etwa einen Termin in einer Arztpraxis.

"Die Beiträge sind auf einem Rekordniveau und die Menschen spüren zunehmend, dass das System an vielen Stellen nicht effizient und deshalb reformbedürftig ist", sagte Baas. "Die Regierung muss die Chance nun nutzen und Sparmaßnahmen auch gegen Widerstände umsetzen", forderte er weiter. Dabei dürften aber die Beitragszahlenden nicht stärker zur Kasse gebeten werden.

Nach Berechnungen der TK könnte allein die Anhebung des Herstellerrabatts auf 17 Prozent im kommenden Jahr 3,4 Milliarden Euro einsparen, der Wegfall der Terminservicegebühren noch einmal eine Milliarde Euro.

Weitere 1,2 Milliarden Euro ließen sich demnach durch eine Streichung der sogenannten Meistbegünstigungsklausel in Krankenhäusern einsparen, welche die Vergütung für die Kliniken erhöht. Gefordert wird auch, den Anstieg des Pflegebudgets wieder zu begrenzen, was 1,75 Milliarden Euro einsparen könne. Weiteres Sparpotenzial sieht die TK bei Ausschreibungen für Hilfsmittel sowie bei der Berechnung des Kassenanteils am Krankengeld.

Die Krankenkasse erneuerte zudem die Forderung nach kostendeckenden staatlichen Beiträgen für die Versicherung der Empfängerinnen und Empfänger von Bürgergeld beziehungsweise Grundsicherung. Allein dies würde die gesetzlichen Kassen um mehr als zehn Milliarden Euro pro Jahr entlasten.

Die von der Bundesregierung eingesetzte Reformkommission für das Gesundheitswesen soll noch im März Empfehlungen vorlegen. Anschließend wollen Union und SPD über deren Umsetzung beraten.

B.Cooper--TNT

Empfohlen

Krankenversicherung: Warken stellt stabile Zusatzbeiträge in Aussicht

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat in Aussicht gestellt, dass die Zusatzbeiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung nicht weiter steigen werden. "Mein Ziel ist, den Zusatzbeitrag mindestens stabil zu halten. Diesen Spardruck brauchen wir", sagte sie dem Nachrichtenportal Politico laut Meldung vom Dienstag. Insgesamt führe "kein Weg daran vorbei, den Anstieg der Ausgaben zu begrenzen", sagte sie mit Blick auf die steigenden Kosten im Gesundheitssystem.

Klage gegen Astrazeneca: BGH stärkt Auskunftsrechte nach vermuteten Impfschäden

Der Fall eines vermuteten Impfschadens nach einer Coronaimpfung in Rheinland-Pfalz muss neu aufgerollt werden. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe stärkte am Montag in einem Urteil die Rechte von Patienten auf Auskunft von Pharmaunternehmen. Eine Frau klagte, die nach der Impfung einen Hörsturz erlitt. Ob das ein Impfschaden war und ob ihr womöglich Schadenersatz zusteht, ist noch unklar - sie kann nun aber voraussichtlich leichter an Informationen kommen. (Az. VI ZR 335/24)

Studie: Früherkennung trägt zu sinkenden Brustkrebssterberaten in Europa bei

Früherkennungsuntersuchungen tragen zu sinkenden Brustkrebssterberaten in Europa bei. Nach Einführung des Mammografiescreenings wurden deutlich mehr frühe, besser behandelbare und weniger fortgeschrittene Tumoren entdeckt, wie das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) am Montag in Heidelberg mitteilte.

KKH: Vier Millionen leiden an wiederkehrenden Depressionen - starker Anstieg

Die Zahl der Menschen mit wiederkehrenden Depressionen ist nach einer Analyse der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) stark gestiegen. Mediziner diagnostizierten im Jahr 2024 bei rund 4,2 Millionen Menschen in Deutschland wiederholte Depressionen, wie eine am Montag in Hannover veröffentlichte Hochrechnung der Krankenkasse zeigt. Frauen seien dabei doppelt so häufig betroffen wie Männer.

Textgröße ändern: