The National Times - Berliner Charité-Forscher weisen hohe Wirksamkeit von Mpox-Impfung nach

Berliner Charité-Forscher weisen hohe Wirksamkeit von Mpox-Impfung nach


Berliner Charité-Forscher weisen hohe Wirksamkeit von Mpox-Impfung nach
Berliner Charité-Forscher weisen hohe Wirksamkeit von Mpox-Impfung nach / Foto: © GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv

Die Impfung gegen die Infektionskrankheit Mpox weist einer Studie der Berliner Universitätsklinik Charité zufolge eine hohe Wirksamkeit auf. Dies habe ein Forscherteam im Auftrag der Europäischen Arzneimittelagentur herausgefunden, teilte die Charité am Mittwoch mit.

Textgröße ändern:

Seit sich Mpox 2022 global verbreitete, empfiehlt sie Ständige Impfkommission (Stiko) eine Impfung mit dem Wirkstoff Imvanex, der ursprünglich zum Schutz vor den echten Pocken entwickelt wurde. Basis der Zulassung waren Labordaten, bislang fehlten laut Charité aber Studien über die Wirksamkeit insbesondere bei Risikogruppen. Dazu zählen zum Beispiel Menschen, die mit HIV leben.

An der nun im Fachmagazin "The Lancet Infectious Diseases" veröffentlichte Studie nahmen zwischen Juli 2022 und Dezember 2023 mehr als 9300 Männer oder Transmenschen mit und ohne HIV teil, die angaben, mit wechselnden Männern oder Transmenschen Sex zu haben. Damit gehören sie zu den Gruppen, denen eine Impfung empfohlen wird. Die Hälfte der Teilnehmenden erhielt eine Dosis der Imvanex-Impfung, die andere nicht.

Bei den Probanden ohne HIV traten laut Charité in der geimpften Gruppe deutlich weniger Mpox-Fälle auf als in der umgeimpften Gruppe. Die Schutzwirkung betrug 84 Prozent. Bei Menschen, die mit HIV leben, zeigte sich hingegen nur ein kleiner, statistisch nicht signifikanter Schutzeffekt.

Aufgrund des stark zurückgegangenen Infektionsgeschehens im zweiten Halbjahr 2022 ließ sich nicht ermitteln, welche zusätzliche Wirkung eine zweite Impfung hätte. Die Forscher gehen aber davon aus, dass der Schutz dadurch weiter erhöht würde - auch für Menschen mit HIV. Allen Risikogruppen werde empfohlen, sich zwei Impfdosen verabreichen zu lassen.

Auch die Sicherheit und Verträglichkeit der Mpox-Impfung wurde von dem Charité-Team untersucht. An dieser Studie nahmen mehr als 6500 Menschen teil. Weniger als drei Prozent der Geimpften berichteten demnach über Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Übelkeit oder Durchfall.

Mpox sind bereits seit Ende der 50er Jahre bekannt und wurden lange als Affenpocken bezeichnet. Die Krankheit verursacht Fieber, Muskelschmerzen und pockenähnliche Pusteln auf der Haut. In den meisten Fällen verläuft sie nach Behördenangaben mild. Das Virus wird durch engen Körperkontakt oder Sex übertragen.

A.Davey--TNT

Empfohlen

Klinikversorgung: Chef von Expertengremium hält 700 Häuser für verzichtbar

In der Diskussion um Krankenhausschließungen hält der Chef des obersten Entscheidungsgremiums im Gesundheitswesen hunderte Kliniken für verzichtbar. Knapp zwei Drittel der bisherigen Hospitäler seien ausreichend für eine gute Versorgung, sagte Josef Hecken, der Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) von Kassen, Ärzten und Krankenhäusern der "Wirtschaftswoche" (Freitagsausgabe). "Etwa 1000 Krankenhäuser sollten genug sein. Heute haben wir 1700 in Deutschland."

RKI: Höhepunkt von Grippewelle scheint überschritten

Der Höhepunkt der Grippewelle scheint nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI) überschritten zu sein. Wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Wochenbericht des RKI zu den in Deutschland kursierenden Atemwegserkrankungen hervorgeht, wurden für die vergangene Woche bislang 21.485 im Labor bestätigte Influenzafälle gemeldet. Die Fallzahlen seien im Vergleich zur Vorwoche gesunken.

Kasse: 56 Prozent der Versicherten warten über einen Monat auf Facharzttermin

Mehr als die Hälfte der gesetzlich Versicherten wartet einer Umfrage zufolge länger als einen Monat auf einem Facharzttermin. Das geht aus einer am Donnerstag in Hamburg veröffentlichten Befragung des Instituts Forsa für die Techniker Krankenkasse hervor. Demnach warten 56 Prozent mehr als vier Wochen, 35 Prozent warten sogar mehrere Monate.

G-BA: Neuer Alzheimer-Wirkstoff Lecanemab ohne belegten Zusatznutzen

Der neue Alzheimer-Wirkstoff Lecanemab hat nach Ansicht eines Expertengremiums keinen Zusatznutzen gegenüber der bisherigen Standardtherapie. Zu diesem Ergebnis kam der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) von Kassen, Ärzten und Krankenhäusern am Donnerstag. Damit verschwindet das zugehörige Arzneimittel Leqembi, das in Deutschland seit September zur Verfügung steht, aber nicht vom Markt. Es kann weiterhin verordnet werden.

Textgröße ändern: