The National Times - Aufwärtstrend nach der Pandemie: Wieder mehr HPV-Erstimpfungen bei Kindern

Aufwärtstrend nach der Pandemie: Wieder mehr HPV-Erstimpfungen bei Kindern


Aufwärtstrend nach der Pandemie: Wieder mehr HPV-Erstimpfungen bei Kindern
Aufwärtstrend nach der Pandemie: Wieder mehr HPV-Erstimpfungen bei Kindern / Foto: © AFP/Archiv

Nach einem deutlichen Rückgang während der Corona-Pandemie erhalten in Deutschland wieder mehr Kinder und Jugendliche eine Erstimpfung gegen HPV-bedingten Krebs. Im Jahr 2023 stiegen die HPV-Erstimpfungen im Vergleich zum Vorjahr um zwölf Prozent, wie Daten der DAK-Gesundheit zeigen, die der Nachrichtenagentur AFP am Montag vorlagen. Hochgerechnet erhielten damit rund 585.000 Mädchen und Jungen eine erste Impfdosis gegen Humane Papillomviren (HPV).

Textgröße ändern:

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt eine HPV-Erstimpfung bei Kindern ab einem Alter von neun Jahren. Die DAK-Daten zeigen, dass es vor allem bei Neunjährigen einen positiven Trend gibt. So erhielten 2023 im Vergleich zum Vorjahr rund 21 Prozent mehr Neunjährige eine erste Impfung. Bei den Neun- bis 14-Jährigen waren es 18 Prozent mehr.

Allerdings ist die Zahl der Erstimpfungen damit immer noch rund 30 Prozent niedriger als vor der Pandemie. Vor allem bei Jungen gab es im Vergleich zum Jahr 2019 mit 36 Prozent starke Rückgänge. Bei den Neun- bis 14-Jährigen sank die Quote bei Erstimpfungen von 2019 auf 2023 um 16 Prozent.

"Es ist ein positives Signal, wenn wieder mehr Eltern ihre Kinder gegen HPV-bedingten Krebs impfen lassen", erklärte DAK-Vorstandschef Andreas Storm mit Blick auf die aktuellen Zahlen. Er forderte zugleich eine weitere Aufklärung über die Vorteile der Krebsvorsorge.

Michael Hubmann, Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte und Jugendärztinnen (BVKJ), sieht mit Blick auf die Ziele der Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch viel Nachholbedarf. "Bis 2030 sollen mindestens 90 Prozent der Mädchen geimpft sein und die Impfrate bei Jungen deutlich steigen", erklärte Hubmann.

Für die DAK-Sonderanalyse im Rahmen des Kinder- und Jugendreports untersuchten das Wissenschaftsteam von Vandage und der Universität Bielefeld Abrechnungsdaten von rund 800.000 bei der Kasse versicherten Kindern und Jugendlichen für die Jahre 2018 bis 2023.

Humane Papillomviren (HPV) werden sexuell übertragen und können Gebärmutterhalskrebs sowie Krebs im Mund-Rachen-Raum, an weiblichen und männlichen Geschlechtsorganen und im After verursachen.

K.M.Thompson--TNT

Empfohlen

Klinikversorgung: Chef von Expertengremium hält 700 Häuser für verzichtbar

In der Diskussion um Krankenhausschließungen hält der Chef des obersten Entscheidungsgremiums im Gesundheitswesen hunderte Kliniken für verzichtbar. Knapp zwei Drittel der bisherigen Hospitäler seien ausreichend für eine gute Versorgung, sagte Josef Hecken, der Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) von Kassen, Ärzten und Krankenhäusern der "Wirtschaftswoche" (Freitagsausgabe). "Etwa 1000 Krankenhäuser sollten genug sein. Heute haben wir 1700 in Deutschland."

RKI: Höhepunkt von Grippewelle scheint überschritten

Der Höhepunkt der Grippewelle scheint nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI) überschritten zu sein. Wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Wochenbericht des RKI zu den in Deutschland kursierenden Atemwegserkrankungen hervorgeht, wurden für die vergangene Woche bislang 21.485 im Labor bestätigte Influenzafälle gemeldet. Die Fallzahlen seien im Vergleich zur Vorwoche gesunken.

Kasse: 56 Prozent der Versicherten warten über einen Monat auf Facharzttermin

Mehr als die Hälfte der gesetzlich Versicherten wartet einer Umfrage zufolge länger als einen Monat auf einem Facharzttermin. Das geht aus einer am Donnerstag in Hamburg veröffentlichten Befragung des Instituts Forsa für die Techniker Krankenkasse hervor. Demnach warten 56 Prozent mehr als vier Wochen, 35 Prozent warten sogar mehrere Monate.

G-BA: Neuer Alzheimer-Wirkstoff Lecanemab ohne belegten Zusatznutzen

Der neue Alzheimer-Wirkstoff Lecanemab hat nach Ansicht eines Expertengremiums keinen Zusatznutzen gegenüber der bisherigen Standardtherapie. Zu diesem Ergebnis kam der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) von Kassen, Ärzten und Krankenhäusern am Donnerstag. Damit verschwindet das zugehörige Arzneimittel Leqembi, das in Deutschland seit September zur Verfügung steht, aber nicht vom Markt. Es kann weiterhin verordnet werden.

Textgröße ändern: