The National Times - Klinikversorgung: Chef von Expertengremium hält 700 Häuser für verzichtbar

Klinikversorgung: Chef von Expertengremium hält 700 Häuser für verzichtbar


Klinikversorgung: Chef von Expertengremium hält 700 Häuser für verzichtbar
Klinikversorgung: Chef von Expertengremium hält 700 Häuser für verzichtbar / Foto: © AFP

In der Diskussion um Krankenhausschließungen hält der Chef des obersten Entscheidungsgremiums im Gesundheitswesen hunderte Kliniken für verzichtbar. Knapp zwei Drittel der bisherigen Hospitäler seien ausreichend für eine gute Versorgung, sagte Josef Hecken, der Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) von Kassen, Ärzten und Krankenhäusern der "Wirtschaftswoche" (Freitagsausgabe). "Etwa 1000 Krankenhäuser sollten genug sein. Heute haben wir 1700 in Deutschland."

Textgröße ändern:

Auf dem Land solle es aber weiter grundlegende medizinische Versorgung geben, sagte Hecken. "Die Basiskrankenhäuser in der Fläche müssten nach G-BA-Maßstäben so verteilt sein, dass die allermeisten Menschen sie in höchstens 30 Minuten Fahrzeit erreichen."

Zurzeit würden Menschen nicht immer gut stationär versorgt, wenn sie ins nächste Krankenhaus kämen, sagte der Vorsitzende des "kleinen Gesetzgebers" im Gesundheitswesen. "Es werden unnötige Untersuchungen oder Behandlungen gemacht, im schlimmsten Fall gibt es Komplikationen und sie werden in eine besser geeignete Klinik verlegt."

Zurzeit verhandeln Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU), der Bundesrat und die Bundesländer über eine Änderung der von Vorgänger Karl Lauterbach (SPD) gestarteten Krankenhausreform. Kernstück ist demnach eine stärkere medizinische Spezialisierung. Vor allem die kleineren Kliniken sollen weniger Leistungen anbieten und sich auf jene Eingriffe beschränken, die sie gut beherrschen. Patientinnen und Patienten müssten also teilweise längere Wege bis zum nächsten Krankenhaus in Kauf nehmen - sollen dafür aber besser behandelt werden können.

Der Gesetzgeber hat den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) damit beauftragt zu entscheiden, welche Therapien und Arzneien von gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden. Die Richtlinien des Gremiums sind innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung bindend. Die Rechtsaufsicht über den G-BA hat das Bundesministerium für Gesundheit.

R.Campbell--TNT

Empfohlen

Weiterer Toter durch Bornavirus in Bayern

In Bayern ist erneut ein Mensch an dem durch Feldspitzmäuse übertragenen Bornavirus gestorben. Die Erkrankung wurde bei einer Obduktion festgestellt, wie das Landratsamt Neuburg-Schrobenhausen in Neuburg an der Donau am Mittwoch mitteilte. Weitere Infos zu dem oder der Toten teilte der Landkreis nicht mit. Für die Bevölkerung bestehe keine erhöhte Gefahr. Es handele sich um einen äußerst seltenen Einzelfall.

Hitzealarm und Stromausfälle - West- und Mitteleuropa ächzen unter hohen Temperaturen

Von der gegenwärtigen Hitzewelle in Europa sind hunderte Millionen Menschen betroffen. Fast überall in Deutschland galten am Mittwoch wieder amtliche Hitzewarnungen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mitteilte. Auch in Frankreich galt weiterhin fast im ganzen Land Hitze-Alarm, von hitzebedingten Stromausfällen in der Bretagne waren zehntausende Haushalte betroffen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mahnte die Europäer eindringlich zu mehr Investitionen in den Hitzeschutz.

Daten zeigen: Auch in Deutschland Anstieg von Darmkrebs bei jungen Erwachsenen

Die Fälle von Darmkrebs bei jungen Erwachsenen sind in Deutschland in den vergangenen zwei Jahrzehnten leicht angestiegen. Betroffen sind vor allem Menschen zwischen 20 und 39 Jahren, wie das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg am Dienstag mitteilte. Von jährlich rund 56.000 neuen Darmkrebsfällen entfallen demnach etwa fünf Prozent auf Menschen unter 50 Jahren.

Organspende: Patientenbeauftragter Schwartze wirbt für Widerspruchslösung

Vor der Bundestagsdebatte zur Organspende wirbt der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Stefan Schwartze (SPD), für einen Systemwechsel hin zur Widerspruchslösung. "Ich bin sehr froh, dass im Bundestag nun endlich wieder über eine Neuregelung der Organspende debattiert wird", sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstagsausgaben). Er sei "persönlich überzeugt, dass wir dringend einen Systemwechsel brauchen und die Widerspruchsregelung dafür sehr naheliegend ist".

Textgröße ändern: