The National Times - Ärztetag fordert mehr staatlich finanzierte Medizinstudienplätze

Ärztetag fordert mehr staatlich finanzierte Medizinstudienplätze


Ärztetag fordert mehr staatlich finanzierte Medizinstudienplätze
Ärztetag fordert mehr staatlich finanzierte Medizinstudienplätze / Foto: © AFP/Archiv

Der Deutsche Ärztetag in Bremen hat an die Bundesländer appelliert, die Zahl der staatlich finanzierten Medizinstudienplätze in Deutschland kurzfristig um mindestens 6000 zu erhöhen. Dies sei notwendig, "um den steigenden Versorgungsbedarf in einer Gesellschaft des langen Lebens zu decken", hieß es am Donnerstag in einer Erklärung. Zudem stehe die Ärzteschaft in Deutschland vor einer enormen Ruhestandswelle.

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Rund 20 Prozent der Ärztinnen und Ärzte scheiden demnach in den kommenden Jahren altersbedingt aus dem Berufsleben aus; unter den Kinder- und Jugendärzten gehen zwischen 2020 und 2025 sogar ein Viertel in den Ruhestand.

Seit vielen Jahren stünden nicht genügend Studienplätze an staatlichen Universitäten zur Verfügung, um eine bedarfsgerechte ärztliche Versorgung sicherzustellen, kritisierte der Ärztetag. Die Nachfrage übersteige die limitierte Anzahl der Studienplätze deutlich. Diese Lücke füllten zunehmend private Hochschulen mit eher praxisorientierten Ausbildungsangeboten in der Humanmedizin aus. Die Studienkosten müssten von den Studierenden in der Regel selbst getragen werden.

Aus finanziellen Erwägungen heraus werde dieser Prozess von den Ländern unterstützt. "Der private Sektor kann Bund und Länder nicht von ihrer Verantwortung entbinden, selbst ausreichend Medizinstudienplätze bereitzustellen", mahnte der Ärztetag.

An staatlichen Universitäten bestünden vielfältige Forschungsmöglichkeiten und eine dazugehörige akademische Infrastruktur. So könnte die erforderliche inhaltliche und wissenschaftliche Breite sowie Aktualität und Qualität eines Medizinstudiums sichergestellt werden.

Die Länder müssten zudem private Studiengänge kritisch begleiten. Zu unterstützen seien nur solche Studiengänge, die in allen Aspekten die Voraussetzungen eines qualitativ hochwertigen, wissenschafts- und forschungsbasierten Medizinstudiums erfüllen, so die Forderung.

Die Vizepräsidentin der Bundesärztekammer, Ellen Lundershausen, sagte mit Blick auf die hohe Arbeitsbelastung in der Medizin, insbesondere junge Ärztinnen und Ärzte entschieden sich für eine Teilzeittätigkeit. "Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist eine legitime Forderung der jungen Ärztegeneration", betonte Lundershausen. "Es reicht deshalb nicht aus, nur die Köpfe zu zählen." Entscheidend sei die zur Verfügung stehende ärztliche Arbeitszeit, "und die nimmt kontinuierlich ab."

Bundesärztekammer-Vize Günther Matheis betonte: "Ärztinnen und Ärzte brauchen mehr Zeit, um ihren Patientinnen und Patienten Gelegenheit zu geben, Sorgen und Nöte zu artikulieren und Fragen zu stellen." Er verwies auf das Vorhaben der Ampel-Koalition, die Arbeitsbedingungen der Gesundheitsberufe und Pflegekräfte zu verbessern. "An diesem Versprechen werden wir die Bundesregierung messen."

Die Teilnehmer des Ärztetags betonten in ihrer Aussprache zu diesem Schwerpunktthema, dass neben einer konsequenten Nachwuchsförderung auch die Rahmenbedingungen für ärztliche Arbeit neu gestaltet werden müssten. Dies sei Voraussetzung dafür, um möglichst viele Ärztinnen und Ärzte in der Patientenversorgung zu halten. Dafür sei es erforderlich, die Zusammenarbeit von Praxen, Kliniken und anderen Einrichtungen des Gesundheitswesens neu zu gestalten und enger zu vernetzen.

Das im Koalitionsvertrag angekündigte "Bürokratieabbaupaket" sei zügig umzusetzen und eine Digitalstrategie für das Gesundheitswesen zu schaffen. Zudem seien finanzielle und strukturelle Unterstützungsangebote bei einer Niederlassung und für den Praxisbetrieb in ländlichen und strukturschwachen Regionen notwendig, heißt es in einem Beschluss des Ärzteparlaments.

E.Cox--TNT

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