The National Times - Erstmals Frau als geistliches Oberhaupt der Anglikanischen Kirche ins Amt eingeführt

Erstmals Frau als geistliches Oberhaupt der Anglikanischen Kirche ins Amt eingeführt


Erstmals Frau als geistliches Oberhaupt der Anglikanischen Kirche ins Amt eingeführt
Erstmals Frau als geistliches Oberhaupt der Anglikanischen Kirche ins Amt eingeführt / Foto: © POOL/AFP

Zum ersten Mal in der Geschichte der Anglikanischen Kirche ist eine Frau als deren geistliches Oberhaupt gekürt worden: Die formelle Amtseinführung von Sarah Mullally fand am Mittwoch in einer großen Zeremonie in der Kathedrale von Canterbury im Südosten Englands statt. Zu den rund 2000 Anwesenden gehörten auch Kronprinz William und seine Frau Catherine.

Textgröße ändern:

Gemäß der Tradition begann die Zeremonie damit, dass Mullally dreimal mit einem Stab an die Tür der Kathedrale klopfte, um Einlass zu erbitten. Später nahm die 63-Jährige auf zwei verschiedenen Thronen Platz. Diese symbolisieren die doppelte Verantwortung ihres Amtes: als Erzbischöfin der Diözese Canterbury und als geistliche Anführerin der weltweit 85 Millionen Gläubigen der Anglikanischen Kirche.

Die ehemalige Krankenschwester und Mutter von zwei Kindern war im Oktober vergangenen Jahres von König Charles III., dem weltlichen Oberhaupt der Kirche von England, zur Erzbischöfin von Canterbury ernannt worden. Die jahrhundertealte Kirche von England ist die Mutterkirche der Anglikanischen Gemeinschaft: Der erste Erzbischof von Canterbury war bereits Ende des 6. Jahrhunderts ernannt worden.

Mullallys Ernennung an der Spitze der Anglikanischen Kirche sorgte bei einigen konservativen Mitgliedern für negative Reaktionen. Die Kirche von Uganda etwa bezeichnete die Personalie als "traurige Neuigkeit".

Die Anglikanische Kirche zählt rund 85 Millionen Mitglieder in über 165 Ländern. Nach jahrelangem erbitterten Streit erlaubte die Kirche erst spät, dass Frauen zu Bischöfinnen geweiht werden durften, was erstmals 1989 in den USA geschah. Auch für das Priesterinnenamt wurden weibliche Geistliche seit Anfang der 1990er-Jahre zugelassen.

F.Jackson--TNT

Empfohlen

Bundesverfassungsgericht entscheidet über Verbot von Sexpuppen mit kindlichen Zügen

Über das Verbot von Sexpuppen mit kindlichen Zügen entscheidet am Donnerstag (09.30 Uhr) das Bundesverfassungsgericht. Karlsruhe kündigte eine Entscheidung über zwei Verfassungsbeschwerden an. Diese richten sich gegen das Verbot, solche Puppen auf den Markt zu bringen, zu kaufen oder zu besitzen. (Az. 2 BvR 1096/22 und 2 BvR 1097/22)

Bundesgerichtshof entscheidet in Möbelstreit von USM und Konektra

Im Streit zwischen dem Schweizer Möbelbauer USM und seinem deutschen Konkurrenten Konektra will der Bundesgerichtshof (BGH) am Donnerstag (08.45 Uhr) in Karlsruhe sein Urteil verkünden. USM wirft Konektra vor, Teile seines bekannten modularen Möbelsystems USM Haller nachgebaut zu haben, und will erreichen, dass Konektra keine ähnlichen Möbelstücke oder Teile davon mehr verkaufen darf. (Az. I ZR 96/22)

Europäischer Gerichtshof urteilt über Rekord-Geldbuße für Google

Eine Rekord-Geldbuße für Google steht beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg auf dem Prüfstand. Für Donnerstag (09.30 Uhr) kündigte der EuGH ein Urteil in dem Fall an. Die EU-Kommission hatte die Strafe von ursprünglich 4,34 Milliarden Euro 2018 wegen illegaler Praktiken beim Android-Betriebssystem verhängt. (Az. C-738/22 P)

Trotz Warnung des Vatikans: Piusbruderschaft weiht vier neue Bischöfe

Die traditionalistische Piusbruderschaft hat am Mittwoch in der Schweiz vier neue Bischöfe geweiht und sich damit über Papst Leo XIV. hinweggesetzt. Wegen der fehlenden Zustimmung des Vatikans sind die vier neuen Bischöfe und die beiden Bischöfe, welche die Weihen vollzogen, de facto aus der römisch-katholischen Kirche exkommuniziert, also aus der Kirche ausgeschlossen worden. Zwei der vier neuen Bischöfe sind Franzosen, einer US-Bürger und einer Schweizer.

Textgröße ändern: