The National Times - Trotz Warnung des Vatikans: Piusbruderschaft weiht vier neue Bischöfe

Trotz Warnung des Vatikans: Piusbruderschaft weiht vier neue Bischöfe


Trotz Warnung des Vatikans: Piusbruderschaft weiht vier neue Bischöfe
Trotz Warnung des Vatikans: Piusbruderschaft weiht vier neue Bischöfe / Foto: © AFP

Die traditionalistische Piusbruderschaft hat am Mittwoch in der Schweiz vier neue Bischöfe geweiht und sich damit über Papst Leo XIV. hinweggesetzt. Wegen der fehlenden Zustimmung des Vatikans sind die vier neuen Bischöfe und die beiden Bischöfe, welche die Weihen vollzogen, de facto aus der römisch-katholischen Kirche exkommuniziert, also aus der Kirche ausgeschlossen worden. Zwei der vier neuen Bischöfe sind Franzosen, einer US-Bürger und einer Schweizer.

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An der Zeremonie in Écône im Südwesten der Schweiz nahmen Tausende Gläubige aus aller Welt teil, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP beobachteten. Der Generaloberer der Bruderschaft, Davide Pagliarani, sprach in seiner Predigt von einem "historischen" Tag. "Brechen wir mit der Kirche, um den Glauben zu bewahren? Das ist ein falsches Dilemma", sagte Pagliarani. "Wir gehören zur Kirche zuerst durch den Glauben, durch das unversehrte Bekenntnis zum Glauben der Kirche."

Papst Leo hatte die ultrakonservative Piusbruderschaft zuvor eindringlich aufgefordert, von dem Schritt Abstand zu nehmen. Er sprach von einem "schismatischen Akt", also einer spalterischen Aktion.

Am Mittwochabend sagte Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin vor Journalisten im Vatikan, die Kirche empfinde "tiefe Trauer" über die Weihen. "Ein solcher Akt verletzt die Einheit der Kirche schwer." Er hoffe, "dass Wege gefunden werden können, um dieses Problem zu lösen".

Es ist das erste Mal seit 1988, dass die Piusbruderschaft Bischöfe weiht. Die vier damals geweihten Bischöfe wurden sofort exkommuniziert. Dies wurde aber schließlich 2009 von Papst Benedikt XVI. aufgehoben.

Für den Vatikan ist die Weihe eines Bischofs ohne Zustimmung des Papstes ein Akt direkten Ungehorsams, der die automatische Exkommunikation der Geweihten und der Weihenden nach sich zieht.

Die Piusbruderschaft, die fundamentalistische Kreise umfasst, welche die liberalen Reformen des Vatikans aus den 1960er Jahren vehement ablehnen, hat rund 600.000 Gläubige weltweit und 751 Priester. Zwar übt sie in bestimmten konservativen Kreisen Einfluss aus, innerhalb der katholischen Kirche mit ihren rund 1,3 Milliarden Gläubigen ist sie jedoch eine Minderheit.

J.Sharp--TNT

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