The National Times - Französischer Polizist erschoss Jugendlichen: Berufungsgericht schwächt Straftatbestand ab

Französischer Polizist erschoss Jugendlichen: Berufungsgericht schwächt Straftatbestand ab


Französischer Polizist erschoss Jugendlichen: Berufungsgericht schwächt Straftatbestand ab
Französischer Polizist erschoss Jugendlichen: Berufungsgericht schwächt Straftatbestand ab / Foto: © AFP/Archiv

Ein französischer Polizist, der 2023 in einem Pariser Vorort einen Jugendlichen erschossen hatte, muss sich wegen Körperverletzung mit Todesfolge, nicht aber wegen Totschlags vor Gericht verantworten. Das Berufungsgericht von Versailles ordnete am Donnerstag einen entsprechenden Prozess an. Dabei schwächte es den mutmaßlichen Straftatbestand ab. Die Ermittlungsrichter hatten zunächst einen Prozess wegen Totschlags beantragt, wogegen der Polizist Rechtsmittel eingelegt hatte.

Textgröße ändern:

Der Fall des damals 17 Jahre alten, durch den Schuss eines Polizisten getöteten Nahel Merzouk hatte damals tagelange Ausschreitungen zur Folge gehabt. Der Polizist hatte den Jugendlichen angehalten, der ohne Führerschein am Steuer eines Mercedes unterwegs war. Auf einem später verbreiteten Video ist zu sehen, wie der Beamte aus kurzer Entfernung auf den jungen Mann schoss, als sich das Auto in Bewegung setzte.

Das Berufungsgericht habe es nicht als erwiesen angesehen, dass der Polizist "im Moment des Schusses den Willen hatte, dem Fahrer das Leben zu nehmen", hieß es in der Begründung. Der Polizist habe überzeugt sein können, dass das Auto ihn oder andere beim Anfahren hätte verletzen können, hieß es weiter. Das Gericht bestätigte zudem die Einstellung des Verfahrens gegen einen zweiten damals anwesenden Polizisten.

Der Anwalt des Polizisten begrüßte die Abschwächung, bedauerte aber, dass das Verfahren nicht eingestellt wurde. Er kündigte an, die Entscheidung erneut anzufechten.

Die Mutter des getöteten 17-Jährigen sprach von einer "skandalösen und beschämenden" Entscheidung. Dies sei "nicht nur eine juristische, sondern auch eine politische Entscheidung", sagte ihr Anwalt Franck Berton.

Während der Unruhen im Sommer 2023 waren landesweit knapp 3500 Menschen in Polizeigewahrsam gekommen, mehr als 12.000 Fahrzeuge brannten ab, gut 1100 Gebäude wurden beschädigt. Präsident Emmanuel Macron verschob wegen der Ausschreitungen damals seinen Staatsbesuch in Deutschland.

T.Bennett--TNT

Empfohlen

Sozialhilfe für Nicht-EU-Bürger: Langfristiger Aufenthaltstitel darf verlangt werden

Für Sozialleistungen können europäische Länder einen langfristigen Aufenthaltstitel von Nicht-EU-Ausländern verlangen. Der Grundsatz der Gleichbehandlung für Drittstaatler im sozialen Bereich gilt nur für Berufstätige, nicht aber für Menschen, die nicht berufstätig sind, wie der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg am Donnerstag entschied. (Az. C-151/24)

Razzia gegen Schrottimmobilien in NRW - Vermietung für 42 Euro pro Quadratmeter

In Nordrhein-Westfalen sind die Behörden mit einer Razzia in zwölf Städten gegen Sozialbetrug und die Vermietung von Schrottimmobilien mit teils lebensgefährdenden Zuständen vorgegangen. Vermietergeflechte würden gezielt an Zuwanderer minderwertigen Wohnbestand vermieten, dabei seien von den Behörden Mieten von bis zu 42 Euro pro Quadratmeter kassiert worden, erklärte die nordrhein-westfälische Heimatministerin Ina Scharrenbach (CDU) am Donnerstag in Düsseldorf.

Duo soll illegal mit Pyrotechnik gehandelt haben - rund 20 Tonnen beschlagnahmt

Die Polizei in Niedersachsen ermittelt gegen ein Duo, das illegal im großen Stil mit Pyrotechnik gehandelt haben soll. In einem Bunker im deutsch-niederländischen Grenzgebiet im nordrhein-westfälischen Reken wurden insgesamt rund 20 Tonnen beschlagnahmt, wie die Polizei in Osnabrück am Donnerstag mitteilte. Als Verdächtige gelten ein 29-Jähriger und ein 63-Jähriger.

Zollbeamte entdecken in Hessen 700 Kilogramm Krebstiere in Kleintransporter

Zollbeamte haben in Hessen über 700 Kilogramm Krebstiere in einem Kleintransporter entdeckt. Die überwiegend noch lebenden Tiere wurden beschlagnahmt, wie das Hauptzollamt Darmstadt am Donnerstag mitteilte. Demnach wurden die Krebse bereits in der vergangenen Woche bei einer Routinekontrolle nahe Rodgau gefunden. Der Fahrer des kontrollierten Sprinters gab an, von Italien zu einem Restaurant im Rhein-Main-Gebiet zu fahren.

Textgröße ändern: