The National Times - Würzburger Bischof Jung verurteilt Religionsmissbrauch für "Allmachtsfantasien"

Würzburger Bischof Jung verurteilt Religionsmissbrauch für "Allmachtsfantasien"


Würzburger Bischof Jung verurteilt Religionsmissbrauch für "Allmachtsfantasien"
Würzburger Bischof Jung verurteilt Religionsmissbrauch für "Allmachtsfantasien" / Foto: © AFP/Archiv

Beim Deutschen Katholikentag hat der Würzburger Bischof Franz Jung einen Missbrauch von Religion durch Politiker verurteilt. Es brauche "Widerspruch gegen alle Machthaber dieser Welt, die sich in Allmachtsfantasien ergehen und diese auch noch religiös verbrämen", sagte Jung am Donnerstag im Festgottesdienst zu Christi Himmelfahrt auf dem Residenzplatz der bayerischen Stadt. "Überall da, wo Menschen für sich in Anspruch nahmen, in Gottes Namen zu herrschen, haben sie Blutbäder angerichtet."

Textgröße ändern:

Die Botschaft Christi vom "Gottesreich" dürfe "nicht missbraucht werden zur Rechtfertigung irdischer Herrschaftsansprüche", sagte Jung in seiner Predigt beim Freiluftgottesdienst bei teils regnerischem Wetter weiter. Das Reich Gottes habe "auf ewig Bestand", sei "aber nicht von dieser Welt" und gründe "auch nicht auf Gewalt noch auf Unterdrückung oder Einschüchterung". Christus sei "der wahre Weltenherrscher". Er rufe "dazu auf, einander zu dienen und nicht einander zu unterdrücken".

Der Katholikentag unter dem Motto "Hab Mut, steh auf!" hatte am Mittwochabend begonnen. Zu der bis Sonntag dauernden Veranstalter erwarteten die Veranstalter bis zu 30.000 Gläubige. Katholikentage werden alle zwei Jahre in einer anderen Stadt organisiert und dienen als Forum für Debatten und Austausch. Ihre Wurzeln liegen in der katholischen Laienbewegung. Ausgerichtet werden sie vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken und dem jeweils gastgebenden Bistum.

Am Gottesdienst am Donnerstag nahm auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier teil. Er hatte zur Eröffnung des Katholikentags am Mittwoch Papst Leo XIV. gegen Kritik von US-Präsident Donald Trump verteidigt. Trump hatte wütend auf Friedensaufrufe des aus den USA stammenden Kirchenoberhaupts reagiert und ihm mit Blick auf den Iran vorgeworfen, sich mit einem Land gemein zu machen, "das eine Atomwaffe will".

Trump erfährt in den USA viel Zuspruch von konservativen evangelikalen Christen. Auch der russische Staatschef Putin unterhält enge Beziehungen zur orthodoxen Kirche in seinem Land, die seine Politik einschließlich des Kriegs gegen die Ukraine immer wieder öffentlich unterstützt. Im Iran und anderen Staaten der Region wiederum berufen sich autoritäre Machthaber bei ihrer Amtsführung auf den Islam.

D.Cook--TNT

Empfohlen

Streit um Erbe von Dolly Parton zwischen Manager und Neffen entbrannt

Nur wenige Wochen nach dem Tod der Country-Musik-Legende Dolly Parton ist zwischen ihrem ehemaligen Manager und ihrem Neffen ein Streit um das millionenschwere Erbe ausgebrochen. Wie am Mittwoch bekannt wurde, beantragte Partons langjähriger Manager Danny Nozell eine einstweilige Verfügung gegen ihren Neffen Bryan Seaver, dem er eine "eskalierende Drohkampagne" vorwarf, um Geld aus den Unternehmen der verstorbenen Sängerin zu erpressen.

Anwältin: In Russland inhaftierte Regisseurin Berkowitsch auf 42 Kilo abgemagert

Die in Russland inhaftierte Theaterregisseurin und Kriegsgegnerin Jewgenija Berkowitsch ist nach Angaben ihrer Anwältin im Gefängnis auf 42 Kilogramm abgemagert. "Sie ist wieder in eine Strafzelle gesteckt worden", sagte Ksenia Karpinskaja der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch. Ihren Angaben zufolge ist es das dritte Mal, dass die 41-Jährige in Isolationshaft musste.

Linke in der Defensive: Massive Kritik im Bundestag wegen Antisemitismus-Verdacht

Wenige Tage nach ihrem Wahlsieg in Berlin ist die Linkspartei wegen Clan-Kontakten und Antisemitismus-Vorwürfen in die Defensive geraten. In einer Aktuellen Stunde im Bundestag erhoben am Mittwoch Abgeordnete aller anderen Fraktionen schwere Vorwürfe. Union, SPD, Grüne und AfD warfen der Linken eine mangelnde Abgrenzung zu Antisemiten vor und warnten vor einer Unterwanderung durch die Organisierte Kriminalität. Die Linke wertete die Kritik als Manöver, sie nach dem Wahlsieg von der Übernahme der Landesregierung in Berlin abzuhalten.

Sexueller Missbrauch: Ex-Hollywood-Produzent Weinstein zu 15 Jahren Haft verurteilt

Der frühere Hollywood-Produzent Harvey Weinstein ist wegen sexueller Übergriffe auf eine Produktionsassistentin zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Das New Yorker Gericht bliebt damit am Mittwoch hinter der Forderung der Staatsanwaltschaft von 20 Jahren Haft zurück. Geschworene hatten den heute 74-jährigen Weinstein vor gut einem Jahr schuldig gesprochen, seine Assistentin Miriam Haley im Jahr 2006 missbraucht zu haben. Nun wurde das Strafmaß verkündet.

Textgröße ändern: