The National Times - Gericht hebt Einreiseverbot gegen früheren Guantanamo-Häftling auf

Gericht hebt Einreiseverbot gegen früheren Guantanamo-Häftling auf


Gericht hebt Einreiseverbot gegen früheren Guantanamo-Häftling auf
Gericht hebt Einreiseverbot gegen früheren Guantanamo-Häftling auf / Foto: © AFP/Archiv

Ein früherer Häftling im US-Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba darf einem Urteil vom Montag zufolge wieder nach Deutschland kommen. Der aus Mauretanien stammende Mann hat inzwischen die niederländische Staatsbürgerschaft, wie das Oberverwaltungsgericht Münster am Montag ausführte. Dadurch sei ein früheres Einreise- und Aufenthaltsverbot erloschen. Der Fall ist aber noch nicht komplett abgeschlossen - es kann noch Revision beim Bundesverwaltungsgericht eingelegt werden.

Textgröße ändern:

Der Mann war früheren Angaben des Düsseldorfer Verwaltungsgerichts zufolge Ende der 80er Jahre nach Deutschland gekommen und erhielt bis 1999 eine Aufenthaltserlaubnis. Anfang der 90er Jahre schloss er sich in Afghanistan der islamistischen Extremistennetzwerk El-Kaida an. Im Jahr 1992 kehrte er nach Deutschland zurück.

Er lebte in Duisburg, wurde aber im Mai 2000 wegen Sozialleistungsbetrugs zu einer Bewährungsstrafe von einem halben Jahr verurteilt. Die Stadt wies ihn daraufhin aus. Nach damaligen Recht folgte daraus ein unbefristetes Einreise- und Aufenthaltsverbot, der Mann musste Deutschland verlassen.

Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 war er zwischen August 2002 und 2016 in Guantanamo inhaftiert. Die Anschläge in New York, Washington und Pennsylvania waren von El-Kaida-Islamisten verübt worden.

Nach seiner Freilassung beantragte der Mann 2020, das Einreise- und Aufenthaltsverbot für Deutschland rückwirkend zu befristen. Die Stadt Duisburg entschied aber, dass er für weitere 20 Jahre nicht einreisen dürfe. Sie begründete das Verbot damit, dass eine mögliche Verstrickung mit El-Kaida und den Anschlägen vom 11. September nicht geklärt sei. Von ihm gehe weiterhin eine Gefahr für Deutschland aus.

Er klagte vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf, wo er im November 2023 Recht bekam. Das Gericht entschied, dass die Befristung aufgehoben wird. Die Stadt ging in Berufung, hatte nun aber vor dem Oberverwaltungsgericht keinen Erfolg. Denn während des Berufungsverfahrens hatte der Kläger, der inzwischen in den Niederlanden ein bekannter Autor ist, die niederländische Staatsbürgerschaft angenommen und ist somit Bürger der Europäischen Union geworden.

Das frühere Einreise- und Aufenthaltsverbot ist damit automatisch erloschen, wie das Oberverwaltungsgericht ausführte. Es kam demnach in dem Verfahren nicht darauf an, ob von dem Mann noch eine Gefahr ausgeht. Das Gericht musste nicht darüber entscheiden, ob womöglich in Zukunft ein Verlust der EU-Freizügigkeit und ein neues Einreise- und Aufenthaltsverbot auf eine solche Gefahr gestützt werden könnte.

Da die Rechtssache grundsätzliche Bedeutung habe, ließ das Gericht in Münster die Revision zum Bundesverwaltungsgericht in Leipzig zu.

S.Clarke--TNT

Empfohlen

Polizei in Rheinland-Pfalz stoppt Auto mit zwölf Insassen - Fahrer alkoholisiert

Ein Auto mit zwölf Insassen hat die Polizei in Rheinland-Pfalz am Himmelfahrtstag aus dem Verkehr gezogen. Wie die Polizei in Idar-Oberstein am Freitag mitteilte, wurde der Wagen am späten Donnerstagabend in Fischbach kontrolliert. "Die jugendlichen Insassen befanden sich dabei teilweise quer über der Rückbank liegend und im Kofferraum sitzend ohne jegliche Sicherung im Fahrzeug" auf dem Rückweg von einer Vatertagsveranstaltung, hieß es.

Oberstes Gericht erlaubt Postversand von Abtreibungspille in den USA vorerst weiter

In den USA dürfen Abtreibungspillen mit dem Wirkstoff Mifepriston vorerst weiter per Post versandt werden: Das Oberste Gericht in Washington setzte die Entscheidung eines US-Berufungsgerichts zum einstweiligen Stopp des Postversands am Donnerstag weiter aus - und zwar so lange, bis das Gericht entschieden hat, ob es in der Angelegenheit tätig werden wird.

Würzburger Bischof Jung verurteilt Religionsmissbrauch für "Allmachtsfantasien"

Beim Deutschen Katholikentag hat der Würzburger Bischof Franz Jung einen Missbrauch von Religion durch Politiker verurteilt. Es brauche "Widerspruch gegen alle Machthaber dieser Welt, die sich in Allmachtsfantasien ergehen und diese auch noch religiös verbrämen", sagte Jung am Donnerstag im Festgottesdienst zu Christi Himmelfahrt auf dem Residenzplatz der bayerischen Stadt. "Überall da, wo Menschen für sich in Anspruch nahmen, in Gottes Namen zu herrschen, haben sie Blutbäder angerichtet."

Wellgistics Health treibt die digitale Expansion seines kürzlich angekündigten Pilotprojekts für RPM, RTM und CCM mit der geplanten Übernahme von WellCare Today und dessen firmeneigenem Samsung Galaxy Watch-Programm zur Gesundheitsüberwachung voran

Highlights:WellCare Today bringt eine etablierte RPM-, RTM- und CCM-Infrastruktur mit Integrationen in Wearable-Technologien und vernetzten Überwachungslösungen mitDurch die Kombination soll die kürzlich von Wellgistics Health angekündigte MSO-Initiative mit Kare Clinicals und dessen Netzwerk aus über 6.500 unabhängigen Apotheken integriert werdenDie geplante Plattform soll die Patientenbindung, die Therapietreue, die Fernüberwachung und die langfristige Pflegekoordination verbessernDas Transaktionsvolumen beläuft sich auf rund 15 Millionen $Die strategische Initiative zielt darauf ab, zusätzliche klinische Umsatzmöglichkeiten für teilnehmende Apotheken und Anbieter zu schaffen

Textgröße ändern: