The National Times - Tausende illegale Exporte nach Russland: Kriminelles Netzwerk zerschlagen

Tausende illegale Exporte nach Russland: Kriminelles Netzwerk zerschlagen


Tausende illegale Exporte nach Russland: Kriminelles Netzwerk zerschlagen
Tausende illegale Exporte nach Russland: Kriminelles Netzwerk zerschlagen / Foto: © AFP/Archiv

Deutsche Sicherheitsbehörden haben ein mutmaßliches kriminelles Netzwerk zerschlagen, das trotz eines Embargos tausendfach verbotene Waren nach Russland geliefert haben soll. Zu den Abnehmern gehörten Rüstungsunternehmen, wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe am Montag mitteilte. Sie ließ in Schleswig-Holstein fünf Beschuldigte festnehmen, in anderen Teilen Deutschlands gab es Razzien.

Textgröße ändern:

Im Zentrum der Ermittlungen steht den Angaben nach eine Firma aus Lübeck. Ihr Eigentümer und Geschäftsführer soll sie spätestens seit Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 dazu benutzt haben, zusammen mit den anderen Beschuldigten "konspirativ" Güter für die russische Industrie zu beschaffen.

Um diese Geschäfte zu verschleiern, sollen mehrere Scheinfirmen in und außerhalb der Europäischen Union genutzt worden sein. Auf russischer Seite standen hinter dem Beschaffungsnetzwerk mutmaßlich staatliche Stellen, wie die Karlsruher Behörde ausführte. Zu den Endabnehmern hätten mindestens 24 gelistete Rüstungsunternehmen in Russland gehört.

Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine verhängte die EU wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland. Bestimmte Waren dürfen nicht exportiert werden. Dazu gehören unter anderem Rüstungsmaterial und Güter, die sowohl für zivile als auch für militärische Zwecke genutzt werden können.

Nach dem aktuellen Stand der Ermittlungen gab es von der kriminellen Gruppe rund 16.000 Lieferungen nach Russland. Der Gesamtwert der Geschäfte soll mindestens 30 Millionen Euro betragen. Der Eigentümer der Lübecker Firma, ein Deutschrusse namens Nikita S., wurde von Beamten des Zollkriminalamts festgenommen.

Ebenfalls festgenommen wurden zwei deutsche Staatsbürger, deren Namen die Bundesanwaltschaft mit Boris M. und Eugen R. angab, sowie ein Deutsch-Ukrainer namens Artem I. Ein weiterer Deutschrusse, Daniel A., wurde vorläufig festgenommen.

Die fünf Beschuldigten sollten am Dienstag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe vorgeführt werden, der über die Untersuchungshaft entscheidet. Ihnen wird vorgeworfen, als Mitglieder einer kriminellen Vereinigung gewerbs- und bandenmäßig gegen das Außenwirtschaftsgesetz verstoßen zu haben.

Razzien gab es am Montag außerdem im hessischen Frankfurt am Main, im Landkreis Nordwestmecklenburg, im bayerischen Nürnberg und im Kreis Ostholstein in Schleswig-Holstein. Sie richteten sich den Angaben nach gegen fünf weitere Beschuldigte, die auf freiem Fuß sind.

Der Bundesanwaltschaft zufolge wurde das Verfahren in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesnachrichtendienst geführt. Mit den polizeilichen Ermittlungen sei das Zollkriminalamt beauftragt.

N.Taylor--TNT

Empfohlen

83-Jährige stellt Betrügern Kochtopf mit Goldbarren vor Haus

Eine 83-Jährige hat in Baden-Württemberg mehrere Goldbarren in einem Schnellkochtopf an falsche Polizisten übergeben. Die Seniorin aus dem Enzkreis erhielt einen Anruf von angeblichen Beamten eines Raubdezernats, wie die Polizei in Pforzheim am Montag mitteilte. Demnach brachten die Betrüger die Seniorin durch "geschickte Gesprächsführung" dazu, ihre Goldbarren in dem Topf vor ihrem Haus abzustellen.

Baden-Württemberg: Siebenjährige stirbt durch umstürzende Theke in Vereinsheim

In Baden-Württemberg ist ein siebenjähriges Mädchen von einer umstürzenden Theke getroffen und tödlich verletzt worden. Das Unglück ereignete sich am Mittwoch in einem sogenannten Narrenheim in Sulz am Neckar, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Rottweil am Montag mitteilte.

Video von brennendem Unfallofer: Polizei in Bayern ermittelt gegen Gaffer

Nach einem tödlichen Unfall mit brennenden Autos auf einer Autobahn in Bayern ermittelt die Polizei wegen der Veröffentlichung eines Gaffervideos. Gegen den unbekannten Urheber sei ein Strafverfahren wegen der Verletzung von Persönlichkeitsrechten und unterlassener Hilfeleistung eingeleitet worden, teilte die Polizei am Montag in Nürnberg mit. Das in sozialen Medien geteilte Video zeigte demnach ein brennendes Unfallopfer.

Tausende konspirative Lieferungen nach Russland: Festnahmen in Schleswig-Holstein

Weil sie trotz eines Embargos konspirativ Güter für die russische Industrie beschafft und exportiert haben sollen, sind in Schleswig-Holstein fünf Menschen festgenommen worden. Sie sollen mithilfe einer Firma in Lübeck rund 16.000 Lieferungen nach Russland veranlasst haben, wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe am Montag mitteilte. Auch Rüstungsunternehmen gehörten demnach zu den Abnehmern.

Textgröße ändern: