The National Times - Australien richtet nationale Untersuchungskommission zum Anschlag am Bondi Beach ein

Australien richtet nationale Untersuchungskommission zum Anschlag am Bondi Beach ein


Australien richtet nationale Untersuchungskommission zum Anschlag am Bondi Beach ein
Australien richtet nationale Untersuchungskommission zum Anschlag am Bondi Beach ein / Foto: © AFP/Archiv

Australien wird eine nationale Untersuchungskommission zum antisemitischen Anschlag am Bondi Beach im australischen Sydney mit 15 Toten einrichten. "Ich habe mehrfach gesagt, dass es die Priorität unserer Regierung ist, Einheit und sozialen Zusammenhalt zu fördern", sagte der australische Premierminister Anthony Albanese am Donnerstag vor Journalisten. Die Kommission sei, was Australien brauche, um "zu heilen".

Textgröße ändern:

Am 14. Dezember hatten zwei Angreifer - Vater und Sohn - am Bondi Beach auf Teilnehmer einer Feier zum jüdischen Lichterfest Chanukka geschossen und 15 Menschen getötet. Unter den Toten waren unter anderem ein zehnjähriges Kind und ein Holocaust-Überlebender. Dutzende Menschen wurden bei dem Angriff verletzt, einige von ihnen schwer. Die australischen Behörden stuften die Tat als antisemitischen Angriff ein.

Der Vorfall soll nun durch eine Royal Commission Inquiry untersucht werden. Sie soll Nachforschungen in verschiedene Richtungen, wie Versäumnisse der Geheimdienste und den Anstieg von Antisemitismus in Australien, anstellen. Im Rahmen von Untersuchungskommissionen, die manchmal Jahre dauern, finden öffentliche Anhörungen statt. Die Kommission zum Anschlag in Sydney wird von einer angesehenen ehemaligen Richterin am Obersten Gerichtshof, Virginia Bell, geleitet.

Der Anschlag vom Bondi Beach hatte in Australien eine landesweite Debatte über Antisemitismus und Wut darüber ausgelöst, dass Juden nicht geschützt werden konnten. Die Polizei und Geheimdienste sind mit der Frage konfrontiert, ob sie früher hätten handeln können.

Die Familien der Opfer hatten im Dezember einen offenen Brief an Albanese gerichtet und darin die Schaffung einer nationalen Untersuchungskommission zum "raschen Anstieg von Antisemitismus in Australien" gefordert. "Wir fordern Antworten und Lösungen", schrieben sie damals.

Premierminister Albanese hatte die Forderung zunächst zurückgewiesen und erklärt, er fokussiere sich auf "dringende Maßnahmen". Der zunehmende öffentliche Druck bewegte ihn schließlich zum Einlenken.

M.Davis--TNT

Empfohlen

Social-Media-Sucht: Tiktok in den USA ab Montag erstmals vor Gericht

Die Videoplattform Tiktok soll sich ab Montag erstmals vor einem US-Gericht verantworten. Bei dem Verfahren in Montgomery im Bundesstaat Alabama geht es um den Vorwurf, Tiktok schütze Kinder und Jugendliche nicht ausreichend vor Social-Media-Sucht. Ähnliche geplante Gerichtsprozesse - unter anderem in Los Angeles - hatte Tiktok mit außergerichtlichen Vergleichen abgewendet.

US-Justiz: Pentagon darf Sanktionen gegen Anthropic aufrecht erhalten

Im Konflikt mit dem US-Verteidigungsministerium um seine Einstufung als "Sicherheitsrisiko" hat das US-Unternehmen Anthropic eine juristische Niederlage erlitten. Ein US-Berufungsgericht in Washington bestätigte am Freitag die Maßnahmen gegen das Unternehmen durch das Pentagon. Zwar habe Anthropic nicht in böser Absicht gehandelt. In den USA obliege es aber dem "Präsidenten und dem Verteidigungsminister, zu entscheiden, wie die Risiken gegeneinander abgewogen werden", fügte Richter Gregory Katsas hinzu.

Papst Leo XIV. grüßt von Papamobil aus Menschenmengen in Paris

Papst Leo XIV. hat von seinem Papamobil aus jubelnde Menschenmengen in der französischen Hauptstadt Paris gegrüßt. Nach einer rund zweieinhalb Kilometer langen Fahrt zwischen dem Viertel Montparnasse und dem Place Saint-Michel kam der Pontifex am Freitagnachmittag an der Kathedrale Notre-Dame an, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP beobachteten. Leo XIV. ist der erste Papst, der das Pariser Wahrzeichen seit seiner Wiedereröffnung im Dezember 2024 nach dem verheerenden Brand besucht.

Haus von Bruder angezündet: Lange Haftstrafe für Mann aus Niedersachsen bestätigt

Weil er das Haus seines Bruders anzündete, muss ein Mann aus Niedersachsen lange ins Gefängnis. Der Bundesgerichtshof (BGH) bestätigte das Urteil des Landgerichts Verden, wie er am Freitag in Karlsruhe mitteilte. Das Landgericht hatte den zu dem Zeitpunkt 52 Jahre alten Angeklagten im Februar wegen versuchten Mordes schuldig gesprochen. (Az. 6 StR 330/26)

Textgröße ändern: