The National Times - Erstmals seit über hundert Jahren: Sozialdemokraten verlieren Macht in Kopenhagen

Erstmals seit über hundert Jahren: Sozialdemokraten verlieren Macht in Kopenhagen


Erstmals seit über hundert Jahren: Sozialdemokraten verlieren Macht in Kopenhagen
Erstmals seit über hundert Jahren: Sozialdemokraten verlieren Macht in Kopenhagen / Foto: © Ritzau Scanpix/AFP

Bei den Regional- und Kommunalwahlen in Dänemark haben die Sozialdemokraten von Ministerpräsidentin Mette Frederiksen eine herbe Schlappe hinnehmen müssen. Unter anderem verloren sie die Macht in der Hauptstadt Kopenhagen, die seit mehr als hundert Jahren ununterbrochen in ihrer Hand war. "Wir haben Kopenhagen verloren", sagte am Mittwoch die sozialdemokratische Bürgermeisterkandidatin Pernille Rosenkrantz-Theil. Auch landesweit verloren die Sozialdemokraten teils deutlich, Regierungschefin Frederiksen übernahm die "Verantwortung".

Textgröße ändern:

In Kopenhagen kamen die Sozialdemokraten nur noch auf 12,7 Prozent. Sie lagen damit weit hinter der rot-grünen Einheitsliste und der Sozialistischen Volkspartei (SPP), die laut offiziellem Ergebnis bei 22,1 beziehungsweise 17,9 Prozent landeten. Neue Bürgermeisterin wird aller Voraussicht nach die SPP-Kandidatin Sisse Marie Welling. Sie gab am Mittwoch bekannt, sich mit sechs anderen Parteien auf eine Koalition geeinigt zu haben.

Die Sozialdemokraten dagegen finden sich erstmals seit Menschengedenken in der Opposition. Sie hatten seit mehr als hundert Jahren die Macht in Kopenhagen inne und besetzten das offizielle Amt des Bürgermeisters seit dessen Schaffung im Jahr 1938.

Aber auch in anderen Regionen musste die Partei von Regierungschefin Frederiksen Federn lassen. Die Sozialdemokraten werden künftig voraussichtlich nur noch 26 Bürgermeister stellen. Vor dem Urnengang am Dienstag hatten sie noch 44 der 98 Bürgermeisterämter des Landes inne. "Wir hatten mit einem Rückschlag gerechnet, aber dieser Rückschlag fällt offenbar noch größer aus als erwartet, und das ist natürlich nicht zufriedenstellend", sagte Frederiksen noch in der Wahlnacht.

Der Urnengang am Dienstag fand inmitten von mutmaßlich pro-russischen Cyberattacken statt. So waren am Montag die Websites unter anderem der Konservativen Volkspartei und der Einheitsliste durch Cyberangriffe lahmgelegt worden. Auch die englischsprachige Online-Zeitung "Copenhagen Post" war betroffen. Die pro-russische Hackergruppe NoName057(16) erklärte in Onlinediensten, sie habe Cyberangriffe auf die Internetseiten mehrerer dänischer Parteien und der Rundfunkanstalt DR ausgeführt.

Die Gruppe hatte sich bereits in der vergangenen Woche zu Attacken auf die Websites mehrerer Gemeinden, Regierungsbehörden und eines Rüstungsunternehmens in Dänemark bekannt. Das Land gehört zu den wichtigsten Unterstützern der Ukraine in ihrem Verteidigungskrieg gegen Russland.

P.Murphy--TNT

Empfohlen

Zahl der Todesopfer durch Erdbeben in Venezuela steigt auf mehr als 2900

Die offizielle Zahl der Todesopfer durch das verheerende Doppel-Erdbeben in Venezuela ist auf mehr als 2900 gestiegen. Es seien bisher 2954 Todesopfer geborgen worden, teilte die Regierung am Samstag mit. Zudem seien fast 16.600 Menschen verletzt worden. 856 Häuser seien bei den Beben beschädigt worden, mehr als 16.000 Menschen verloren den Angaben zufolge ihr Zuhause.

Papst ruft auf Lampedusa zu mehr Schutz und Integration von Migranten auf

Bei einem Besuch auf der süditalienischen Insel Lampedusa hat Papst Leo XIV. Europa aufgefordert, mehr für den Schutz und die Integration von Migranten zu unternehmen. Von diesem "entlegenen Winkel" Europas aus werde die historische Herausforderung durch Migration deutlich, sagte der Papst am Samstag bei einer Freiluftmesse vor Gläubigen. Europa sei aber in der Lage, diese "Krise" zu bewältigen und "sofortige Hilfe in einen langfristigen Plan einzubinden, um Migranten aufzunehmen, zu schützen, zu unterstützen und zu integrieren".

Feuer auf Großmarkt in Stuttgart unter Kontrolle gebracht

Ein massives Feuer auf einem Großmarkt in Stuttgart ist nach Feuerwehrangaben unter Kontrolle gebracht worden. Es werde aber "noch mit aufwendigen Löscharbeiten in den kommenden Stunden gerechnet", teilte die Feuerwehr am Samstag gegen Mittag mit. Zahlreiche Einsatzkräfte seien weiter vor Ort.

Großbrand auf Großmarkt in Stuttgart - Mehr als 150 Feuerwehrleute im Einsatz

Auf einem Großmarkt in Stuttgart ist am späten Freitagabend ein massiver Brand ausgebrochen. Es seien mehr als 150 Feuerwehrleute vor Ort, teilte die Feuerwehr am Samstagmorgen mit. Bei Eintreffen der Einsatzkräfte auf dem Markt in Stuttgart-Wangen habe eine Lagerhalle komplett in Flammen gestanden. Das Feuer habe zudem auf eine weitere Halle übergegriffen.

Textgröße ändern: