The National Times - Papst ruft auf Lampedusa zu mehr Schutz und Integration von Migranten auf

Papst ruft auf Lampedusa zu mehr Schutz und Integration von Migranten auf


Papst ruft auf Lampedusa zu mehr Schutz und Integration von Migranten auf
Papst ruft auf Lampedusa zu mehr Schutz und Integration von Migranten auf / Foto: © AFP

Bei einem Besuch auf der süditalienischen Insel Lampedusa hat Papst Leo XIV. Europa aufgefordert, mehr für den Schutz und die Integration von Migranten zu unternehmen. Von diesem "entlegenen Winkel" Europas aus werde die historische Herausforderung durch Migration deutlich, sagte der Papst am Samstag bei einer Freiluftmesse vor Gläubigen. Europa sei aber in der Lage, diese "Krise" zu bewältigen und "sofortige Hilfe in einen langfristigen Plan einzubinden, um Migranten aufzunehmen, zu schützen, zu unterstützen und zu integrieren".

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Auf der nur 20 Quadratkilometer großen Insel südlich von Sizilien kommen viele Geflüchtete an, die aus Nordafrika nach Europa gelangen wollen. Der Besuch von Leo XIV. auf Lampedusa, dessen Bewohner für ihre Solidarität mit Migranten bekannt sind, wird als deutliche Botschaft an die Regierungen in der EU und den USA gewertet. Vor zwei Wochen war der EU-Asylpakt in Kraft getreten, mit dem die Einreise- und Asylregeln verschärft wurden.

Leo forderte Europa in seiner Predigt auf, Entwicklungsländer zu unterstützen, damit "niemand mehr gezwungen ist, zu emigrieren". Er prangerte zudem das "Desinteresse am Gemeinwohl und die Korruption in den Herkunftsländern" an, ein "Weltwirtschaftssystem, das Armut und Ausgrenzung hervorbringt" sowie "Angst, welche Vorurteile und Verachtung schürt" und die "kriminellen Machenschaften derjenigen, die aus dem Leid anderer Profit schlagen."

Der aus Chicago stammende Papst hatte mit dem 4. Juli den 250. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten für seine eintägige Reise gewählt. In einem am Freitag veröffentlichten Video rief Leo zur "Mäßigung" in der Debatte um Migration auf und betonte, wie "aufeinanderfolgende Wellen von Einwanderern" die USA geprägt hätten.

Als erste Station seiner Reise suchte Leo am Morgen einen Friedhof auf, wo er an den Gräbern nicht identifizierter Migranten einen Kranz niederlegte und im Gebet verharrte. Er blickte anschließend an dem "Tor nach Europa" genannten Denkmal für Geflüchtete über das Meer, in dem zahllose Menschen bei dem Versuch, Europa zu erreichen, ihr Leben verloren. An dem Torbogen traf er sich mit einer Migranten-Familie und nahm die Kinder an die Hände. Das Denkmal soll an die Menschen erinnern, die auf der Suche nach einem besseren Leben alles riskiert haben.

Leo dankte den etwa 6000 Einwohnern von Lampedusa für "die Solidarität, die so viele von Euch gezeigt haben". Er erinnerte an die Migranten, die während der Überfahrt starben. "Wir fühlen ihre Gegenwart, die uns nicht weniger herausfordert als die derjenigen, die hilfsbedürftig gelandet sind."

An einem Landungssteg im Hafen der Insel, an dem auf See gerettete Migranten an Land gebracht werden, segnete der Papst eine Tafel, die an seinen Vorgänger erinnert. Franziskus hatte Lampedusa nach seinem Amtsantritt im Jahr 2013 als Ziel seiner ersten Reise ausgewählt. Zahlen des UN-Flüchtlingswerks UNHCR zufolge sind in diesem Jahr bereits 14.000 Migranten zumeist aus Libyen kommend in Italien gelandet, fast 60 Prozent von ihnen kamen auf Lampedusa an.

Der Sprecher des UN-Flüchtlingswerks UNHCR, Filippo Ungaro, sagte der Nachrichtenagentur AFP, der Besuch des Papstes sende eine klare Botschaft aus, "zu einer Zeit, in der sich die weltweite politische Debatte über Migration um Grenzen und Abschreckung dreht, anstelle um Schutz und Verantwortung".

Der Weg über das zentrale Mittelmeer ist nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) die gefährlichste Migrationsroute der Welt. Nach IOM-Angaben kamen auf dieser Route im vergangenen Jahr rund 1330 Menschen ums Leben oder galten als vermisst. Laut der Organisation Save the Children kamen auf der Überfahrt über das gesamte Mittelmeer seit 2014 mehr als 33.000 Menschen ums Leben oder galten als vermisst.

E.Reid--TNT

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