The National Times - USA: Eltern klagen nach Suizid ihres 16-jährigen Sohnes gegen ChatGPT

USA: Eltern klagen nach Suizid ihres 16-jährigen Sohnes gegen ChatGPT


USA: Eltern klagen nach Suizid ihres 16-jährigen Sohnes gegen ChatGPT
USA: Eltern klagen nach Suizid ihres 16-jährigen Sohnes gegen ChatGPT / Foto: © AFP/Archiv

Nach dem Suizid ihres 16-jährigen Sohnes haben Eltern im US-Bundesstaat Kalifornien das KI-Unternehmen OpenAI verklagt. Konkret geht es um ChatGPT, den mit künstlicher Intelligenz betriebenen Chatbot des Unternehmens. Dieser habe zwischen 2024 und 2025 eine enge Beziehung zu ihrem Sohn Adam aufgebaut, bevor dieser sich das Leben genommen habe, heißt es in der Klage der Eltern. Das KI-Programm habe Adam dazu ermutigt, sich das Leben zu nehmen und ihm eine genaue Anleitung dafür gegeben.

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"Diese Tragödie war keine Panne oder ein unvorhersehbarer Sonderfall", hieß es in der am Montag eingereichten Klage. "ChatGPT hat genau so funktioniert, wie es designt ist." Das Programm habe immer wieder das von Adam Gesagte bestätigt und bestärkt - darunter auch seine "gefährlichsten und selbstzerstörerischen Gedanken".

Adam habe ChatGPT zunächst als Unterstützung bei seinen Hausaufgaben genutzt und habe dann eine ungesunde Abhängigkeit entwickelt, erklärten die Eltern. Die Klageschrift enthält Auszüge aus Gesprächen zwischen Adam und dem Chatbot. Das KI-Programm soll dem Jugendlichen angeblich gesagt haben, dass er "niemandem sein Überleben schuldig" sei und ihm angeboten haben, beim Verfassen seines Abschiedsbriefes zu helfen.

Laut der Klage hat ChatGPT Adam in der letzten Unterhaltung am 11. April 2025 geholfen, Wodka von seinen Eltern zu stehlen. Das Programm habe zudem eine genaue Anleitung dazu gegeben, wie man eine Schlinge bindet und bestätigt, dass diese "potentiell einen Menschen hängen könnte", hieß es in der Klage weiter. Adam wurde Stunden später tot aufgefunden und hatte die beschriebene Methode verwendet, um sich das Leben zu nehmen.

Die Eltern fordern nun Schmerzensgeld sowie die Einführung verpflichtender Sicherheitsmaßnahmen in Chatbots, die unter anderem Gespräche zu Themen wie Selbstverletzung automatisch abbrechen.

In den USA laufen derzeit mehrere ähnliche Prozesse. Die Bedenken zur Sicherheit von Chatbots, insbesondere für Jugendliche, wachsen. Laut einer im vergangenen Monat erschienen Studie der Nichtregierungsorganisation Common Sense Media verwenden fast drei von vier Jugendlichen in den USA "KI-Begleiter". In der Studie wurde allerdings die Nutzung von einfacheren Chatbots wie Character.AI und Replika untersucht. Die Verwendung von ChatGPT war nicht Gegenstand der Forschung.

S.Arnold--TNT

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