The National Times - Wadephul verteidigt im Bundestag israelisches Vorgehen - Kritik aus SPD und Grünen

Wadephul verteidigt im Bundestag israelisches Vorgehen - Kritik aus SPD und Grünen


Wadephul verteidigt im Bundestag israelisches Vorgehen - Kritik aus SPD und Grünen
Wadephul verteidigt im Bundestag israelisches Vorgehen - Kritik aus SPD und Grünen / Foto: © AFP/Archiv

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat im Bundestag das israelische Vorgehen gegen den Iran verteidigt. "Iran darf niemals nukleare Waffen besitzen", sagte Wadephul am Donnerstag in einer in einer von der Regierungskoalition beantragten Aktuellen Stunde zur Lage im Nahen Osten. Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) legte in der Debatte den Fokus auf die katastrophale Lage im Gazastreifen und im Westjordanland.

Textgröße ändern:

"Wir müssen langfristig sicherstellen, dass Iran sein Nuklearprogramm nicht weiterverfolgt", betonte Wadephul. Nach den Militäraktionen Israels und der USA seien dafür jetzt allerdings Verhandlungen entscheidend, denn auch ein erfolgreiches militärisches Vorgehen könne "keine dauerhafte Sicherheit für Israel schaffen ohne eine diplomatische Lösung".

Daher werde die Bundesregierung weiter "für eine Verhandlungslösung arbeiten, die langfristige Stabilität in den Nahen Osten bringt", sagte der Außenminister. Dafür müsse aber auch Iran seine Aufrufe zur Vernichtung Israels einstellen und in der Region "das Aufwiegeln seiner 'Achse des Widerstands" beenden.

"Die Region braucht Stabilität", sagte auch Alabali Radovan. Sie verwies in ihrer Rede ebenfalls auf die Bedrohung Israels, ging aber vor allem auf die "katastrophale Lage" im Gazastreifen ein und übte deutliche Kritik am israelischen Vorgehen gegen die palästinensische Bevölkerung. Neun von zehn Gebäuden in Gaza sein zerstört oder beschädigt, es gebe überall Mangelernährung, "alle 45 Minuten wird ein Kind getötet", sagte die SPD-Politikerin.

"Die Menschen hungern und leiden, diese Situation ist unerträglich", mahnte Alabali Radovan. Die Ministerin kritisierte unzureichende Hilfslieferungen durch Israel, die nun sogar wieder komplett ausgesetzt worden seien. Sie forderte "einen Waffenstillstand sofort", auch zur Freilassung der verbliebenen israelischen Geiseln, die noch von der radikalen Palästinenserorganisation Hamas festgehalten werden.

Alabali Radovan ging aber auch auf die Lage im Westjordanland ein, "wo immer wieder israelische Siedler palästinensische Dörfer überfallen", gerade am Mittwoch wieder ein christliches Dorf. Bauern würden in dem Gebiet bedroht und davon abgehalten, ihre Felder zu bestellen. Durch Israel würden "konkrete Schritte zu einer Annexion vorbereitet".

Die Lage im Nahen Osten bleibe insgesamt "zutiefst beunruhigend", sagte auch sie. Als Beispiel verwies die Ministerin auf den Anschlag auf eine christliche Kirche in Damaskus vom Sonntag mit mindestens 25 Toten. Auch dies sei "abscheulich und besorgniserregend", die Lage in Syrien bleibe "fragil". Alabali Radovan forderte die syrische Übergangsregierung auf, die Sicherheit besonders von Minderheiten zu gewährleisten.

Von einer "humanitären Katastrophe" in Gaza sprach im Bundestag auch die Grünen-Politikerin Deborah Düring. Sie prangerte ebenfalls "die fortschreitende Annexion und Siedlergewalt im Westjordanland" an. Das Völkerrecht müsse "ohne Ausnahmen und ohne Doppelstandards gelten", mahnte die Grünen-Politikerin. Zweifel äußerte sie in diesem Zusammenhang an der völkerrechtlichen Legitimität des israelischen Militärschlags gegen den Iran.

Cansu Özdemir erklärte sich für die Linken-Fraktion solidarisch mit den Opfern militärischer Gewalt in der Region, staatlicher Unterdrückung und völkerrechtswidriger Angriffe, egal welcher Religion und ethnischen Zugehörigkeit. Sie alle verdienten es, "endlich in Frieden und Freiheit zu leben". Die Bombardierung Irans durch Israel und die USA verurteilte Özdemir als völkerrechtswidrig.

L.Johnson--TNT

Empfohlen

Bischof Wilmer nennt Antisemitismus "Sünde" - Kritik an AfD und Linkspartei

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, hat nach den jüngsten Landtagswahlen mit scharfen Worten vor einem wachsenden Antisemitismus gewarnt. "Antisemitismus ist Sünde", sagte Wilmer am Montag zu Beginn der Herbstvollversammlung der Bischöfe im hessischen Fulda. Die katholische Kirche stehe an der Seite der jüdischen Bürger in Deutschland. "Antisemitismus untergräbt unsere Demokratie", warnte Wilmer.

Rehlinger würdigt Papstbesuch in deutsch-französischer Grenzregion

Die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) hat den Papstbesuch in der deutsch-französischen Grenzregion als wichtige Geste gewürdigt. "Dass Papst Leo XIV. ausgerechnet Metz gewählt hat, um über Frieden und die Zukunft Europas zu sprechen, ist von großer Symbolkraft", sagte die Bevollmächtigte für die deutsch-französischen kulturellen Beziehungen am Montag der Nachrichtenagentur AFP.

Türkischer Komiker Göktas wegen Beleidigung Erdogans zu Haftstrafe verurteilt

Der beliebte türkische Komiker Deniz Göktas ist wegen Beleidigung von Staatschef Recep Tayyip Erdogan zu einer mehrmonatigen Haftstrafe verurteilt worden - kommt jedoch vorerst auf freien Fuß. Ein Gericht in Istanbul verurteilte den 32-Jährigen am Montag zu etwas mehr als 19 Monaten Haft, ordnete jedoch seine vorläufige Freilassung bis zum Abschluss des Berufungsverfahrens an, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Angriff mit Paintballpistole: 21-Jähriger in Bayern auf einem Auge blind

Unbekannte haben im bayerischen Edelsfeld einen 21-Jährigen durch Schüsse mit einer mutmaßlichen Paintballpistole schwer an den Augen verletzt. Die Polizei in Regensburg teilte am Montag mit, der 21-Jährige sei auf einem Auge erblindet. Auch die Sehkraft des zweiten Auges sei beeinträchtigt. Die Suche nach drei mutmaßlichen Tätern im geschätzten Alter von etwa 18 bis 22 Jahren dauerte an.

Textgröße ändern: