The National Times - Prozess gegen ehemalige Vorgesetzte wegen Mordserie von Niels Högel begonnen

Prozess gegen ehemalige Vorgesetzte wegen Mordserie von Niels Högel begonnen


Prozess gegen ehemalige Vorgesetzte wegen Mordserie von Niels Högel begonnen
Prozess gegen ehemalige Vorgesetzte wegen Mordserie von Niels Högel begonnen

Vor dem Landgericht im niedersächsischen Oldenburg hat am Donnerstag ein Prozess gegen sieben frühere Vorgesetzte des wegen einer Mordserie an Patienten verurteilten Ex-Krankenpflegers Niels Högel begonnen. Die ehemaligen und teilweise noch bis heute beruflich tätigen leitenden Mitarbeiter von zwei Krankenhäusern sollen laut Anklage einzelne Taten Högels in 2001 und 2005 trotz Verdachtsmomenten nicht verhindert haben. Für den Prozess sind Termine bis Ende November angesetzt.

Textgröße ändern:

Nach Angaben eines Gerichtssprechers warf die Staatsanwaltschaft den Beschuldigten bei der Verlesung der Anklageschrift zum Prozessauftakt vor, trotz Verdachts gegen Högel aus Sorge um den Ruf ihrer Kliniken oder aus Angst vor Mobbingvorwürfen nicht eingeschritten zu sein und dadurch die Begehung weiterer Taten billigend in Kauf genommen zu haben. Zugleich seien sie aufgrund ihrer beruflichen Funktion aber jeweils verpflichtet gewesen, das Leben von Patienten zu schützen.

Högel hatte während seiner Dienstzeit auf Intensivstationen an zwei niedersächsischen Krankenhäusern in Oldenburg und Delmenhorst zwischen 2000 und 2005 schwer kranke Patienten mit Medikamenten vergiftet, um sie anschließend wiederzubeleben. Viele Opfer starben dabei. Högel wurde in mehreren Prozessen wegen Tötungsverbrechen an 91 Patienten verurteilt und verbüßt eine lebenslange Gefängnisstrafe wegen Mordes.

Die Staatsanwaltschaft wirft seinen früheren Vorgesetzten Totschlag durch Unterlassen, versuchten Totschlag durch Unterlassen oder auch Beihilfe zur Tötung durch Unterlassen vor. Dabei geht es allerdings nur um einige wenige Verbrechen in sehr eng umrissenen Zeiträumen. Die Voraussetzungen für Anklagen und Verurteilungen in derartigen Konstellationen sind hoch, die Rechtslage gilt als kompliziert.

Die Oldenburger Staatsanwaltschaft hatte die früheren Vorgesetzten Högels ursprünglich wegen weit mehr Fällen angeklagt. Das Gericht ließ die Anklagen aber aus rechtlichen Erwägungen nur eingeschränkt zu. Diese Entscheidung wurde anschließend auch vom Oberlandesgericht in Oldenburg bestätigt. Demnach sind die strengen juristischen Voraussetzungen, unter denen jemand wegen bloßen Unterlassens für Tötungshandlungen eines Anderen mitverantwortlich gemacht werden kann, bei den Beschuldigten des Prozesses nur in Einzelfällen erfüllt.

Im Fall der Mitarbeiter des Klinikums Delmenhorst etwa geht es laut Anklage um fünf Fälle im Mai und Juni 2005. Kurz zuvor war Högel dort von Kollegen bei der Verabreichung einer Injektion an einem Patienten quasi auf frischer Tat ertappt worden, was letztlich die Mordserie ans Licht brachte. Die Leitung ordnete intern eine Untersuchung bei dem Patienten an, ließ Högel aber einige Tage bis zu einem ohnehin geplanten Urlaub weiterarbeiten. In dieser Zeit beging er weitere Taten.

Zu den Angeklagten gehören unter anderem ein früherer Geschäftsführer eines der Krankenhäuser sowie und ein ehemaliger ärztlicher Leiter sowie Oberärzte und Mitglieder von Stationsleitungen. Das Verfahren gegen einen Angeklagten wurde kurz vor dem Start krankheitsbedingt abgetrennt. Es soll später nachgeholt werden.

A.Robinson--TNT

Empfohlen

Streit um US-Briefwahl: Neue Niederlage für Trump vor Gericht

Rund zwei Monate vor den Kongresswahlen in den USA hat Präsident Donald Trump im Streit um die Briefwahl erneut eine juristische Niederlage erlitten. Ein Berufungsgericht blockierte am Donnerstag ein Trump-Dekret, das die Abstimmung per Post erschweren würde. Dazu wird demnächst eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs erwartet.

Sabotage an Stromnetz: Bundesanwaltschaft ermittelt gegen 48-Jährigen

Mit Raketen und Sprengvorrichtungen wollte er die Stromversorgung in drei Bundesländern sabotieren, jetzt ermittelt die Bundesanwaltschaft gegen den Tatverdächtigen Daniel V. Wegen der besonderen Bedeutung des Falls übernahm die Karlsruher Behörde die Ermittlungen, wie eine Sprecherin am Donnerstag sagte. Daniel V. war am Dienstag festgenommen worden. Er wird der verfassungsfeindlichen Sabotage und der Störung öffentlicher Betriebe verdächtigt.

9/11-Gedenken in New York: Petition gegen muslimischen Bürgermeister Mamdani

Vor den New Yorker Gedenkfeiern für die Toten der Terroranschläge vom 11. September vor 25 Jahren regt sich Widerstand gegen die Teilnahme des muslimischen Bürgermeisters Zohran Mamdani. Mehr als 110.000 Menschen unterschrieben dagegen bis Donnerstag eine Online-Petition auf dem Portal change.org. Darin werden die Organisatoren der Gedenkfeier aufgerufen, Mamdani auszuladen.

Frankreich droht TV-Sender wegen russischer Journalistin mit Verfahren

In Frankreich geht der Streit um den Einfluss der russischen Journalistin Xenia Fedorova weiter: Die Regierung drohte dem rechtsgerichteten TV-Sender CNews mit einem strafrechtlichen Verfahren, falls dieser der Kreml-treuen Journalistin erneut Sendezeit per Videokonferenz einräume. Dies würde bedeuten, ihre Ausweisung und ihre Vermögenssperre zu unterlaufen, heißt es in einem Schreiben von Innenminister Laurent Nuñez an die Rundfunk-Aufsichtsbehörde, das die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag einsehen konnte. Die Regierung wirft Fedorova vor, Propaganda für den Kreml zu verbreiten.

Textgröße ändern: