The National Times - Ex-Präsident von Honduras muss bis zu neuer Anhörung Mitte März in U-Haft bleiben

Ex-Präsident von Honduras muss bis zu neuer Anhörung Mitte März in U-Haft bleiben


Ex-Präsident von Honduras muss bis zu neuer Anhörung Mitte März in U-Haft bleiben
Ex-Präsident von Honduras muss bis zu neuer Anhörung Mitte März in U-Haft bleiben

Der wegen mutmaßlicher Verwicklung in den Drogenhandel von den USA gesuchte honduranische Ex-Präsident Juan Orlando Hernández muss mindestens bis Mitte März in Polizeigewahrsam bleiben. Der zuständige Richter habe bei einer ersten Anhörung "beschlossen, die vorläufige Festnahme von Juan Orlando Hernández Alvarado anzuordnen, um seine Anwesenheit bei der zweiten Anhörung am 16. März zu gewährleisten", erklärte der Sprecher des Obersten Gerichtshofs in Tegucigalpa, Melvin Duarte, am Mittwoch (Ortszeit).

Textgröße ändern:

Hernández hatte sich am Dienstag der Polizei gestellt. In kugelsicherer Weste und mit Handschellen wurde er von Polizisten aus seinem Haus in Tegucigalpa abgeführt. Hernández wurde in das Hauptquartier der Spezialeinheiten der Nationalpolizei gebracht, wo er festgehalten wird. Zuvor hatte ein Richter Haftbefehl gegen Hernández erlassen, nachdem die USA seine Auslieferung beantragt hatten.

Der Gerichtssprecher erklärte weiter, dass die USA spätestens zwei Tage vor der neuen Anhörung "die Beweise zur Unterstützung des Auslieferungsantrags sowie die Klassifizierung der Verbrechen (...) und die Strafen im Zusammenhang mit den Herrn Hernández zur Last gelegten Anschuldigungen" übermitteln müssen. Dem Sprecher zufolge dauerten Auslieferungsverfahren in der Regel nicht länger als vier Monate.

Vor dem Obersten Gerichtshof hatten Dutzende Anhänger von Hernández' Nationaler Partei demonstriert. Es kam zu Zusammenstößen mit Unterstützern der mittlerweile regierenden Libre-Partei von Präsidentin Xiomara Castro.

Der 53-Jährige wird von der US-Regierung beschuldigt, am Schmuggel von 500 Tonnen Kokain durch den zentralamerikanischen Staat Honduras beteiligt gewesen zu sein. In den USA festgenommene Drogenhändler hatten ausgesagt, engen Vertrauten des bisherigen Staatschefs Schmiergeld gezahlt zu haben. Ein mutmaßlicher Komplize von Hernández wurde in der vergangenen Woche in den USA wegen Kokainschmuggels zu lebenslanger Haft und rund 151 Millionen Dollar (133 Millionen Euro) Geldstrafe verurteilt.

Der Bruder des Ex-Präsidenten, der ehemalige honduranische Abgeordnete Tony Hernández, war im März 2021 in den USA wegen Drogenhandels zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

In dem Prozess hatte die US-Staatsanwaltschaft erklärt, der damalige Präsident habe Millionen von Dollar an Bestechungsgeldern von Drogenhändlern wie dem früheren Boss des mexikanischen Sinaloa-Kartells, Joaquín "El Chapo" Guzmán, erhalten. Ex-Präsident Hernández wurde in dem Prozess als "Mitverschwörer" seines Bruders bezeichnet. Auch in zwei weiteren US-Prozessen gegen honduranische Drogenhändler kam Hernández' mutmaßliche Rolle beim Drogenschmuggel in die USA zur Sprache.

Hernández war Ende vergangenen Monats aus dem Amt geschieden. Der 53-Jährige weist die Vorwürfe zurück und bezeichnet sie als Teil eines Racheplans von Drogenbaronen, die seine eigene Regierung an die USA ausgeliefert habe.

Die Anwälte des Ex-Präsidenten pochen darauf, dass Hernández als Abgeordneter des Zentralamerikanischen Parlaments Immunität genieße. Allerdings genießen die honduranischen Abgeordneten des internationalen Parlaments laut nationalen Bestimmungen keinen Schutz vor Strafverfolgung.

S.Ross--TNT

Empfohlen

Verdacht auf sexuelle Handlungen an Leichen: 39-Jähriger in Untersuchungshaft

Im Fall der mutmaßlich sexuellen Handlungen an Leichen in einem Krankenhaus im nordrhein-westfälischen Bünde sitzt der 39-jährige Verdächtige nun in Untersuchungshaft. Es werde wegen nunmehr sieben Fällen von Störung der Totenruhe ermittelt, wie die Polizei Herford und die Staatsanwaltschaft Bielefeld am Montag mitteilten. Zunächst waren die Ermittler von zwei Fällen ausgegangen.

Familienstreit: Vier Verletzte nach Schusswechsel in Berliner Wohnung

Bei einer Auseinandersetzung in einer Berliner Wohnung sind vier Menschen durch Schüsse verletzt worden, zwei davon schwer. Bei den "familiären Streitigkeiten" im Stadtteil Tiergarten am späten Sonntagnachmittag seien mehrere Schüsse gefallen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag in der Hauptstadt mit.

Stromausfälle und Verkehrschaos durch heftigen Wintereinbruch in den USA

Eisige Kälte, Schneetreiben und Glatteis: Ein heftiger Wintereinbruch hat weite Teile der USA fest im Griff. Der Nationale Wetterdienst (NWS) warnte auch für Montag vor erheblichen Einschränkungen durch glatte Wege und Straßen, in mindestens 20 Bundesstaaten und der US-Hauptstadt Washington galt weiter der Notstand. Mindestens elf Menschen kamen bisher ums Leben, mehr als eine Million Haushalte waren zeitweise ohne Strom. Tausende Flugzeuge mussten am Boden bleiben.

Mehr als 30 Millionen Euro Schaden durch Anlagebetrug: Anklagen in Bayern

Im Fall eines weltweit agierenden Betrugsnetzwerks sind in Bayern zwei weitere Männer angeklagt worden. Der 51-Jährige und der 41-Jährige waren im April von Israel nach Deutschland ausgeliefert worden, wie die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg am Montag mitteilte. Dem älteren von ihnen wird vorgeworfen, einen Gesamtschaden von mehr als 30 Millionen Euro verursacht zu haben.

Textgröße ändern: