The National Times - Aggressiv und lernunwillig: Verhalten der Schüler größte Belastung für Lehrer

Aggressiv und lernunwillig: Verhalten der Schüler größte Belastung für Lehrer


Aggressiv und lernunwillig: Verhalten der Schüler größte Belastung für Lehrer
Aggressiv und lernunwillig: Verhalten der Schüler größte Belastung für Lehrer / Foto: © AFP/Archiv

Aggressivität, fehlender Lernwille und Mobbing: Das Verhalten von Schülerinnen und Schülern ist laut einer Umfrage für fast jede zweite Lehrkraft die größte Belastung. 46 Prozent sehen das Schülerverhalten derzeit als größte Herausforderung im Berufsalltag, wie aus dem am Dienstag in Stuttgart veröffentlichten Deutschen Schulbarometer der Robert Bosch Stiftung hervorgeht.

Textgröße ändern:

Dieser Wert ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Im Jahr 2024 gaben noch 35 Prozent der Lehrkräfte an, dass sie vor allem das Verhalten der Schüler beruflich belaste, 2025 waren es schon 42 Prozent.

Dahinter steckt nach den aktuellen Ergebnissen mehr als bloße Disziplinlosigkeit. Viele Schülerinnen und Schüler haben demnach Mühe, sich in eine Gruppe einzufügen (25 Prozent) oder können sich nur schwer zum Lernen motivieren (13 Prozent). Als herausfordernd empfinden Lehrkräfte auch psychische Probleme von Schülern (sieben Prozent) sowie Konzentrationsprobleme, Aggressivität, Gewalt, Mobbing und eine problematische Mediennutzung (jeweils fünf Prozent).

Lehrkräfte an Haupt-, Real- und Gesamtschulen (55 Prozent) sowie an beruflichen Schulen (53 Prozent) berichten demnach vergleichsweise häufiger als ihre Kollegen an anderen Schulformen, dass sie das Schülerverhalten als eine Herausforderung empfinden.

Insgesamt sind 83 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer und damit die große Mehrheit aber zufrieden mit ihrem Beruf, wenngleich die Wechselbereitschaft hoch bleibt. Etwas mehr als ein Viertel der Lehrkräfte (28 Prozent) würde den Beruf aufgeben, wenn sich eine Alternative böte.

Mit dem Schulbarometer lässt die Robert Bosch Stiftung seit 2019 regelmäßig repräsentative Daten zur aktuellen Situation der Schulen in Deutschland erheben. Seit 2024 werden neben Lehrkräften separat auch Schülerinnen und Schüler befragt. Für die aktuelle Studie befragte Forsa im November und Dezember mehr als 1500 Lehrkräfte.

Wie die Befragung auch zeigt, gehört Künstliche Intelligenz (KI) im Lehrerzimmer zunehmend zum Arbeitsalltag. Der Anteil der Lehrkräfte, die mehrmals pro Woche mit KI arbeiten, hat sich im Vergleich zum Vorjahr auf 25 Prozent mehr als verdoppelt. Besonders beliebt ist KI als digitaler Helfer beim Erstellen von Aufgaben (64 Prozent) und bei der Unterrichtsplanung (58 Prozent).

F.Adams--TNT

Empfohlen

Studie: Nur noch knapp 32 Prozent der Studiengänge zugangsbeschränkt

Studienanfänger in Deutschland haben immer bessere Chancen auf ihren Wunschstudienplatz. Nur noch 31,6 Prozent aller Studienangebote haben im kommenden Wintersemester eine Zugangsbeschränkung, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie des CHE Centrum für Hochschulentwicklung in Gütersloh hervorging. Das entspricht einem Rückgang um 0,9 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Im Bachelorbereich liegt die Quote sogar bei nur 28,7 Prozent.

Britischer Prinz George wechselt im September auf Eliteschule Eton

Prinz George, der älteste Sohn des britischen Thronfolgers Prinz William, wird ab September die Eliteschule Eton besuchen. Der Kensington-Palast gab den Schulwechsel am Dienstag bekannt. Der zwölfjährige George folgt damit seinem Vater William und seinem Onkel Harry, die ebenfalls in Eton zur Schule gingen. Unklar ist bisher, ob George auch im Internat der Schule wohnen wird. Eton ist nur wenige Kilometer vom Wohnsitz seiner Eltern auf dem Gelände von Schloss Windsor entfernt.

Deutsches Studierendenwerk drängt auf rasche Einigung bei Bafög-Reform

Das Deutsche Studierendenwerk (DSW) pocht auf die von der Koalition versprochene Bafög-Erhöhung. "Der Zick-Zack-Kurs der Bundesregierung beim Bafög ist ein verheerendes Signal an die Studierenden und die junge Generation insgesamt", sagte DSW-Vorstandschef Matthias Anbuhl der "Rheinischen Post" vom Dienstag. "Der Fachkräftemangel wird sich in den kommenden Jahren verschärfen, denn die Boomer-Generation geht nun Schritt für Schritt in Rente", betonte Anbuhl.

Bildungsbericht zeigt erneut Defizite bei Chancengerechtigkeit und Kompetenzen

Der Nationale Bildungsbericht zeigt erneut deutliche Defizite bei Chancengerechtigkeit und grundlegenden Standards auf. "Die Bildungsschere tut sich ab der Geburt auf", sagte Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) am Montag bei der Vorstellung des Berichts. Sie betonte die Bedeutung der frühkindlichen Bildung und will dazu neben der Kita verstärkt die Familien in die Pflicht nehmen.

Textgröße ändern: