The National Times - Meister der strahlenden Farben: David Hockney mit 88 Jahren gestorben

Meister der strahlenden Farben: David Hockney mit 88 Jahren gestorben


Meister der strahlenden Farben: David Hockney mit 88 Jahren gestorben
Meister der strahlenden Farben: David Hockney mit 88 Jahren gestorben / Foto: © AFP/Archiv

Der britische Maler David Hockney, einer der einflussreichsten Vertreter der zeitgenössischen Kunst, ist tot. Hockney starb am Donnerstag im Alter von 88 Jahren in seiner Londoner Wohnung, wie seine Agentin Erica Bolton am Freitag mitteilte.

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Die britische Tate Gallery bezeichnete Hockney einst als "vielleicht beliebtesten und vielseitigsten Künstler des 20. Jahrhunderts". Seine farbenfrohen Werke hängen in Museen in aller Welt, sein bekanntes Schwimmbad-Bild "Portrait of an Artist (Pool with Two Figures)" wurde 2018 in New York für 90,3 Millionen Dollar (heute rund 78 Millionen Euro) versteigert und stellte damals einen neuen Auktions-Rekord für einen lebenden Künstler auf.

Hockneys sieben Jahrzehnte umspannende Karriere sei geprägt von der "intellektuellen Erforschung der Grundlagen von Darstellung und Perspektive" und der "Hingabe, die Welt um ihn herum zu feiern und zu porträtieren", erklärte seine Künstleragentur.

"Sein großes Verdienst ist, dass er ernste Malerei mühelos wirken ließ", schrieb der Kunsthistoriker Richard Morris im Onlinedienst X: "Die britische Kunst hat einen Giganten verloren." Hockney sei "ohne Zweifel eine der wichtigsten Persönlichkeiten der zeitgenössischen Kunst", schrieb das Pariser Centre Pompidou, das Hockney zwei große Ausstellungen gewidmet hatte. Seine Werke seien "funkelnd, lebendig und ewig".

2012 zeichnete Queen Elizabeth II. Hockney mit dem britischen Verdienstorden aus, vor wenigen Monaten wurde er als einer der wenigen Nicht-Franzosen in die französische Ehrenlegion aufgenommen.

Geboren am 9. Juli 1937 als Sohn einer Arbeiterfamilie in Nordengland, studierte Hockney Kunst zunächst in seiner Heimatstadt Bradford und dann am Royal College of Art in London, das er mit Auszeichnung abschloss. Schon kurz nach dem Studienabschluss hatte er seine erste Einzelausstellung in London und machte sich rasch einen Namen.

1964 zog Hockney nach Kalifornien und wurde mit seinen sonnendurchfluteten, knallbunten Gemälden zu einem der führenden Künstler der Pop-Art-Bewegung. Besonders bekannt aus dieser Zeit ist "A Bigger Splash" von 1967, das aufspritzendes Wasser nach einem Sprung in einen Swimming-Pool zeigt.

Im Lauf seiner Karriere experimentierte Hockney neben der Malerei und dem Zeichnen auch mit weiteren Kunstformen wie Fotografie, Druck und Bühnenbild.

Trotz seiner nachlassenden Gesundheit blieb Hockney bis zu seinem Tod künstlerisch aktiv. In der Londoner Serpentine Gallery werden derzeit neue Werke von ihm gezeigt, weitere Ausstellungen in der Tate Gallery und im Munch-Museum in Oslo waren zuletzt in Vorbereitung.

Schon früh bekannte Hockney sich zu seiner Homosexualität, immer wieder zeigten seine Werke gleichgeschlechtliche Beziehungen. "Früher konnte man nicht schwul sein. Jetzt kann man schwul sein, aber man kann nicht rauchen. Irgendwas ist immer", sagte der bekennende Kettenraucher 2015 dem "Guardian". Er hinterlässt seinen langjährigen Lebensgefährten Jean-Pierre Goncalves de Lima, zwei Brüder sowie nach Angaben seiner Agentur "zahlreiche Nichten, Neffen, Großnichten und Großneffen". "Er rauchte bis zum Schluss", hielt seine Künstleragentur fest.

C.Bell--TNT

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