The National Times - Entscheidende Phase in Waldrama: Rettungsversuch mit Lastkahn am Dienstagmorgen

Entscheidende Phase in Waldrama: Rettungsversuch mit Lastkahn am Dienstagmorgen


Entscheidende Phase in Waldrama: Rettungsversuch mit Lastkahn am Dienstagmorgen

Der Kampf um das Leben des schwer angeschlagenen Buckelwals vor der Ostseeinsel Poel ist in seine entscheidende Phase getreten. Während das Tier nach Angaben aus der Rettungsinitiative gesundheitlich zwischenzeitlich abzubauen schien, erreichte der für den Transport in die Nordsee gedachte Lastkahn am Montag den Ort des Geschehens in der Wismarer Bucht. Am Dienstag ab 07.00 Uhr wollen die Einsatzkräfte versuchen, den gestrandeten Wal schwimmend ins Innere der Spezialschute zu bugsieren.

Textgröße ändern:

Es werde "allerhöchste Zeit" für eine Rettung, sagte die Tierärztin der privaten Initiative, Kirsten Tönnies, am Montag. Im Tagesverlauf habe der Zustand des Wals zunächst "schlechter" gewirkt, die Atemzüge seien flacher und die Reaktionen verhaltener gewesen. Später am Montag sei dieser dann nach Auskunft der ihn beobachtenden Experten aber wieder "besonders aktiv" gewesen, fügte die Veterinärin hinzu.

Die von zwei Unternehmern finanzierte Privatinitiative will den seit Wochen in einer flachen Bucht vor Poel bei Wismar festliegenden etwa zwölf Meter langen Wal mit einem Lastkahn zurück in die Nordsee oder den Atlantik bringen. Es ist ein letzter Rettungsversuch für den von Experten schon aufgegebenen Meeressäuger. Die Behörden dulden den Versuch, viele nicht beteiligte Fachleuten lehnen ihn als sinnlos ab.

Der Rettungsversuch soll am Dienstagmorgen beginnen. Start sei gegen 07.00 Uhr, sagte der Einsatzleiter der Rettungsorganisation DLRG, Olliver Bartelt, am Montag bei einem gemeinsamen Auftritt mit Tönnies vor Journalisten. Ein genauerer Zeitablauf lasse sich vorab nicht planen.

Es handle sich um ein Wildtier, fügte Bartelt an. Es sei nötig, dass alles zusammenpasse und Walexperten sowie Veterinäre ihr "Go" gäben. Es stehe lediglich fest, dass die Rettung "im Laufe des Vormittags" starten solle. Auch Tönnies betonte, der Zeitablauf sei unklar. Eine Tierverladung könne "fünf Minuten" oder auch "vier Stunden" dauern.

Das Drama um den Wal und den wohl beispiellosen Rettungsversuch wird im In- und Ausland mit großer Anteilnahme verfolgt. Der im Atlantik heimische Säuger irrte seit Anfang März vor der deutschen Ostseeküste umher und strandete mehrfach, zudem verfing er sich in Netzen. Seit vier Wochen liegt er in einem Seitenarm der Wismarer Bucht auf Grund.

Die Privatinitiative will den derzeit in einem extrem flachen Bereich festsitzenden Wal mit einem absenkbaren Spezialschiff bergen, in dem er wie in einem Becken schwimmend bis in die Nordsee transportiert werden kann. Pläne zu einer Bergung mit einem System aus Luftkissen und Pontons waren verworfen worden, weil das Tier zu aktiv erschien.

Der Schleppverband mit der Spezialschute traf am Montagnachmittag im Wismarer Hafen ein, es waren aber noch einige vorbereitende Arbeiten nötig. In den vergangenen Tagen gruben Helfer bereits eine 110 Meter lange und zehn Meter breite Rinne durch den Flachwasserbereich um den Wal. An deren Ende soll der Lastkahn anlegen und das Tier aufnehmen.

Laut Tönnies soll der Wal "so schonend wie möglich" in die abgesenkte sogenannte Barge geleitet werden. Die Rinne ist tief genug, dass er ohne Bodenkontakt darin schwimmt. Die Helfer hoffen der Tierärztin zufolge darauf, dass sich das Tier eventuell aus Neugier selbst bis in das Schiff bewegt. Alternativ soll er mit einem Gurtsystem vorsichtig mit Muskelkraft von mehreren Menschen in den Lastkahn gezogen werden.

Die Einsatzkräfte der DLRG sichern die Helfer ab und unterstützen die geplante Verladung, etwa durch das Bugsieren des Lastkahns mit ihren Booten. Sie sind jedoch nicht Teil der Rettungsinitiative, die allein die Verantwortung trägt. Der DLRG-Einsatz bei Poel werde unabhängig vom Ausgang des Bergungsversuchs am Mittwoch definitiv beendet, sagte Einsatzleiter Bartelt. Die zeitlichen Ressourcen seien erschöpft.

Tönnies äußerte sich zunächst nicht zu möglichen Alternativplanungen der Initiative bei einem Scheitern des Rettungsversuchs mit dem Lastkahn am Dienstag. "Wir werden das hinkriegen", betonte sie.

Ein von Experten im Auftrag der Regierung von Mecklenburg-Vorpommern erstelltes wissenschaftliches Gutachten kam bereits vor fast einen Monat zu dem Ergebnis, dass der mutmaßlich kranke oder anderweit massiv beeinträchtigte Wal nicht mehr überlebensfähig ist und sterben wird. Mehrfachstrandungen etwa gelten als sicheres Anzeichen dafür.

S.Arnold--TNT

Empfohlen

Algen-Wasser in renoviertem Becken in Washington: Trump droht mit Haftstrafen

Ein auf Veranlassung von Donald Trump blau angestrichenes und inzwischen sumpfig-grün schimmerndes Wasserbecken in Washington lässt dem US-Präsidenten einfach keine Ruhe: Der Republikaner drohte am Montag (Ortszeit) mit langjährigen Haftstrafen für mutmaßliche Beschädigungen an einem seiner Lieblings-Projekte. Zuvor hatte er bereits erklärt, dass "schlimme Vandalen" für die Probleme an dem sogenannten Reflecting Pool am Lincoln-Denkmal in Washington verantwortlich seien.

Isländische Walfänger töten nach zwei Jahren Pause wieder Wale

Nach zwei Jahren Pause haben isländische Walfänger wieder Wale getötet. Wie der Sender RUV am Montag berichtete, handelt es sich bei den zwei Finnwalen um die ersten in Island getöteten Wale seit 2023. Daniel Jonsson vom Walfangunternehmen Hvalur sagte dem Sender, die Meeressäuger seien am Sonntagabend "erfolgreich" erlegt worden und würden nun an Land gebracht. Von Tierschützern kam scharfe Kritik.

Nach dem Wolf drängen fünf EU-Länder auf Lockerung des Schutzes für Braunbären

Auf Initiative Rumäniens und der Slowakei haben fünf europäische Staaten eine Abschwächung des Schutzes für Braunbären gefordert. "Als Spitzenraubtier ohne natürliche Feinde ist für die Art dringend eine wirksame Bewirtschaftung notwendig", heißt es in einem Schreiben der beiden Länder, das von Kroatien, Tschechien und Finnland unterstützt wird. Das Thema sollte am Montag beim Treffen der EU-Agrarminister in Luxemburg diskutiert werden.

41-Jährige stirbt bei Hurricane-Festival nach medizinischem Notfall

Auf dem Gelände des Hurricane-Festivals im niedersächsischen Scheeßel ist eine 41-jährige Frau aufgrund eines medizinischen Notfalls gestorben. Die Festivalbesucherin musste während eines Rettungseinsatzes reanimiert werden, was jedoch erfolglos verlief, wie die Polizei in Rotenburg am späten Sonntag mitteilte. Die Frau starb noch vor Ort. Nach bisherigen Erkenntnissen litt die 41-Jährige mutmaßlich an Vorerkrankungen.

Textgröße ändern: