The National Times - Großbritannien: Widerstand gegen geplanten Festival-Auftritt von Kanye West

Großbritannien: Widerstand gegen geplanten Festival-Auftritt von Kanye West


Großbritannien: Widerstand gegen geplanten Festival-Auftritt von Kanye West
Großbritannien: Widerstand gegen geplanten Festival-Auftritt von Kanye West / Foto: © GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv

Der geplante Auftritt von US-Rapper Kanye West bei dem Musikfestival Wireless in London hat in Großbritannien eine Kontroverse ausgelöst. Die Getränkehersteller Pepsi und Diageo gaben am Sonntag ihren Rückzug als Sponsoren des Festivals bekannt. Aktivisten gegen Antisemitismus forderten die britische Regierung auf, dem Rapper die Einreise in das Land zu verweigern.

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Ein Sprecher von Pepsi, dem Hauptsponsor des Festivals, sagte der Nachrichtenagentur AFP, das Unternehmen "habe entschieden, sein Sponsoring des Wireless Festival zurückzuziehen", ohne einen Grund zu nennen. Ein Sprecher von Diageo, dessen Produkte Johnnie Walker und Captain Morgan als Partnermarken für das Festival vorgesehen waren, sagte AFP: "Wir haben die Veranstalter über unsere Bedenken informiert, und Stand jetzt wird Diageo das Wireless Festival 2026 nicht sponsern."

Der Veranstalter des Festivals, Live Nation, reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage von AFP. Die Organisatoren hatten Wests Auftritt im vergangenen Monat in den sozialen Medien bekannt gegeben, was Kritik jüdischer Organisationen und des Londoner Bürgermeisters Sadiq Khan auslöste.

Die britische Wohltätigkeitsorganisation Campaign Against Antisemitism forderte den britischen Premierminister Keir Starmer auf, West die Einreise ins Land zu verweigern. "Das ist doch sicherlich ein klarer Fall", erklärte die Organisation im Onlinedienst X und schlug vor, West als Nichtstaatsbürger abzuweisen, dessen Anwesenheit nicht "dem öffentlichen Wohl dienlich" sei.

Starmer sagte in einem Interview mit der britischen "Sun", es sei "zutiefst besorgniserregend, dass Kanye West trotz seiner früheren antisemitischen Äußerungen und seiner Verherrlichung des Nationalsozialismus" für einen Auftritt bei dem Festival gebucht worden sei. "Antisemitismus in jeder Form ist abscheulich und muss entschlossen bekämpft werden", fügte er hinzu.

Gegen Wests Europa-Tournee hatte sich im März bereits in Frankreich Widerstand geregt. Der Bürgermeister von Marseille, Benoït Payan, erklärte im Onlinedienst X, der Rapper sei für ein dort im Juni geplantes Konzert "nicht willkommen". Marseille wolle "Verbreitern von Hass und unverhohlenem Nazitum keine Bühne bieten".

West hatte in den vergangenen Jahren immer wieder mit antisemitischen Äußerungen Negativ-Schlagzeilen gemacht und unter anderem einen Song mit dem Titel "Heil Hitler" veröffentlicht. Im Januar hatte der Rapper, der wegen seines erratischen Auftretens viele Fans verloren hat, seine antisemitischen Äußerungen mit einer bipolaren Störung begründet. "Ich bin kein Nazi oder Antisemit. Ich liebe jüdische Menschen."

N.Johns--TNT

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