The National Times - Tausende bei Bestattungszeremonie des getöteten Hamas-Chefs Hanija in Katar

Tausende bei Bestattungszeremonie des getöteten Hamas-Chefs Hanija in Katar


Tausende bei Bestattungszeremonie des getöteten Hamas-Chefs Hanija in Katar
Tausende bei Bestattungszeremonie des getöteten Hamas-Chefs Hanija in Katar / Foto: © AFP

Nach dem tödlichen Angriff auf ihn in Teheran ist der Hamas-Chef Ismail Hanija am Freitag in Katar beerdigt worden. Tausende Menschen nahmen an der Bestattungszeremonie in dem Golfemirat teil, wo der mit einer Palästinenserflagge bedeckte Sarg mit den sterblichen Überresten Hanijas zunächst in die Imam-Abdul-Wahhab-Moschee in Doha, das größte Gotteshaus des Golfemirats, gebracht wurde. US-Präsident Joe Biden äußerte sich angesichts drohender Vergeltungsangriffe des Iran und seiner Verbündeten nach Hanijas Tötung besorgt.

Textgröße ändern:

Hanijas Sarg wurde nach Lusail nördlich von Doha gebracht und dort beigesetzt. Am Begräbnis nahmen unter anderem der Vizepräsident des Iran, Mohammed Resa Aref, und der türkische Außenminister Hakan Fidan teil.

Eine von Hanijas Töchtern veröffentlichte ein Video, in dem sie sich zum Grab ihres Vaters hinabbeugt und es küsst. "In diesem Moment habe ich meine Seele unter der Erde begraben und bin gegangen. Ich ging mit all dem Schmerz der Welt in meinen Rippen", schrieb sie zu dem im Onlinedienst X veröffentlichten Video.

Die Türkei und Pakistan riefen anlässlich der Beerdigung am Freitag einen Trauertag zu Ehren Hanijas aus. Die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas rief ihrerseits zu einem "Tag des Zorns" auf.

In Doha standen zahlreiche Trauergäste in der Moschee für ihre Trauergebete an, andere beteten außerhalb der Moschee auf Teppichen - bei Temperaturen bis 44 Grad. Die Teilnehmer waren teilweise in traditionelle weiße Tracht gekleidet, andere trugen Straßenkleidung.

Die meisten Trauergäste hatten Schals mit der Palästinenserflagge und dem Muster eines Palästinensertuchs und der englischen Botschaft "Free Palestine" (Befreit Palästina) umgehängt. Die Trauerzeremonie endete mit wütenden Sprechchören.

Hanija, der Chef des Hamas-Politbüros mit Wohnsitz in Katar, war am Mittwoch während eines Besuchs in der iranischen Hauptstadt Teheran getötet worden. Die Hamas und der Iran machten Israel dafür verantwortlich. Israel hat sich nicht zur Tötung Hanijas geäußert.

Zu den Umständen der Tötung berichtete die "New York Times" unter anderem unter Berufung auf Angehörige der iranischen Sicherheitsbehörden, Hanija sei von einer Sprengvorrichtung getötet worden. Diese sei mehrere Wochen vor Hanijas Aufenthalt in seiner Unterkunft, einem Gästehaus, angebracht worden.

Seit der Tötung Hanijas wird mit weiterer Vergeltung des Iran gegen Israel gerechnet. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP aus der pro-iranischen Hisbollah-Miliz nahestehenden Kreisen trafen sich bereits am Mittwoch in Teheran iranische Vertreter mit Vertretern der israelfeindlichen, mit dem Iran verbündeten selbsternannten "Achse des Widerstands", zu der unter anderem die Hamas und die Hisbollah gehören.

Dabei seien "zwei Szenarien" besprochen worden: zum einen ein gleichzeitiger Angriff des Iran und seiner Verbündeten oder eine "zeitversetzte Reaktion" der unterschiedlichen Mitglieder der Achse.

Israels Verteidigungsminister Joav Gallant betonte indes bei einem Besuch seines britischen Amtskollegen John Healey am Freitag die Bedeutung der "Bildung einer Koalition" zur Verteidigung Israels gegen den Iran und seine Verbündeten, wie das Büro des Ministers mitteilte. Der israelische Militärchef Herzi Halevi erklärte, dass Israel "sehr hart" auf jegliche Angriffe reagieren werde.

Angesichts der zunehmenden Bedrohungslage in Nahost äußerte sich US-Präsident Biden beunruhigt. "Ich bin sehr besorgt darüber", sagte er in der Nacht zum Freitag (Ortszeit). Die Tötung von Hanija im Iran habe die Situation "nicht verbessert".

Zuvor hatte Biden Israel die Unterstützung der USA "gegen alle Bedrohungen aus dem Iran" zugesichert. Dazu gehörten auch die iranischen Stellvertreter-"Terrorgruppen Hamas, Hisbollah und die Huthis", erklärte das Weiße Haus am Donnerstag nach einem Telefonat zwischen Biden und dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu.

Israel würde nach den Worten von Netanjahus Sicherheitsberater Tsachi Hanegbi auf einen erneuten iranischen Angriff weitaus härter reagieren als im April. Vor vier Monaten hatte der Iran Israel erstmals direkt von seinem Staatsgebiet aus mit mehr als 300 Raketen und Drohnen attackiert.

Auf Bitten der USA und anderer Verbündeter habe sich Israel damals bei seiner Reaktion zurückgehalten, sagte Hanegbi am Freitag in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung und weiteren Springer-Medien in Tel Aviv. Doch dies sei nun "eine neue Situation". "Man kann sich einmal zurückhalten, nicht zweimal", sagte er. Dieses Mal werde es "nicht nur um Verteidigung gehen", sondern darum, den Aggressor zu bestrafen.

P.Jones--TNT

Empfohlen

Werner Herzog wird bei Filmfestival in San Sebastián für sein Lebenswerk geehrt

Der deutsche Filmemacher Werner Herzog wird am Freitag beim internationalen Filmfestival im spanischen San Sebastián für sein Lebenswerk geehrt. Der 84-Jährige erhält den Donostia-Preis während der Eröffnungsgala des Festivals und wird aus diesem Anlass auch seinen neuen Film "Bucking Fastard" zeigen. In dem Drama des deutschen Altmeisters spielen die US-Schwestern Kate und Rooney Mara besonders eng miteinander verbundene Zwillinge.

Prinz Harry absolviert ersten größeren Auftritt nach seiner Rückkehr nach Großbritannien

Drei Wochen nach seiner Rückkehr hat der britische Prinz Harry seinen ersten größeren Auftritt in seiner Heimat Großbritannien absolviert. Der 42-Jährige nahm im Smoking und mit militärischen Orden dekoriert am Donnerstag in London an einer Spendenveranstaltung für die von ihm ins Leben gerufenen Invictus Games teil - einen Sportwettbewerb für verwundete Soldaten. Seine Frau Meghan Markle begleitete ihn nicht.

Dianas Bruder erhebt heftige Vorwürfe gegen Charles III. - Palast dementiert

Der Bruder von Prinzessin Diana hat in einem neuen Buch heftige Vorwürfe gegen König Charles III. erhoben - und das Königshaus zu einem außergewöhnlichen Dementi gezwungen. Charles Spencer wurden in einer Erklärung des Buckingham-Palastes dabei indirekt Erinnerungslücken und ein getrübtes Urteilsvermögen unterstellt. Nach Angaben des Bruders von Diana hatte Charles nach dem Tod seiner Ex-Frau gesagt, dass diese "schnell genug vergessen sein" werde.

Neues Buch von Dianas Bruder: Charles III. weist Vorwürfe zurück

Nach der Veröffentlichung erster Auszüge aus einem neuen Buch des Bruders von Prinzessin Diana hat der Buckingham-Palast die darin gegen König Charles III. erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen. In einer außergewöhnlich deutlichen Erklärung des Palastes wurden Charles Spencer indirekt Erinnerungslücken und ein getrübtes Urteilsvermögen unterstellt.

Textgröße ändern: