The National Times - Körperverletzungsverfahren gegen Fußballer Jérôme Boateng wird neu aufgerollt

Körperverletzungsverfahren gegen Fußballer Jérôme Boateng wird neu aufgerollt


Körperverletzungsverfahren gegen Fußballer Jérôme Boateng wird neu aufgerollt
Körperverletzungsverfahren gegen Fußballer Jérôme Boateng wird neu aufgerollt / Foto: © AFP/Archiv

Das Körperverletzungsverfahren gegen den Fußballweltmeister Jérôme Boateng muss ein weiteres Mal aufgerollt werden. In dritter Instanz hob das Bayerische Oberste Landesgericht am Donnerstag die Verurteilung Boatengs durch das Landgericht München I auf. Das Gericht gab sowohl der Revision des derzeit vereinslosen Fußballers als auch jenen der Staatsanwaltschaft und der früheren Partnerin Boatengs statt.

Textgröße ändern:

Eine andere Kammer muss die Beweisaufnahme vollkommen neu starten. Als Folge der Revisionen von Staatsanwaltschaft und Expartnerin könnte Boateng auch eine härtere Verurteilung als die angefochtene zu 120 Tagessätzen drohen.

Zur Begründung erklärte das Oberste Landesgericht einem Gerichtssprecher zufolge, Boatengs Revision habe wegen eines fehlerhaften Befangenheitsantrags Erfolg. Über diesen Befangenheitsantrag sei unter Mitwirkung eines von Boateng abgelehnten Richters entschieden worden - dies sei unzulässig gewesen.

Zu einer möglichen Verschärfung der Strafe für Boateng könnten die Gründe führen, aus denen die Revisionen von Staatsanwaltschaft und Nebenklägerin Erfolg hatten. Diese beschwerten sich, weil Boateng vom Landgericht wegen des Wurfs einer Getränkekühltasche auf seine damalige Partnerin nur wegen einfacher Körperverletzung verurteilt worden war.

Die Kammer habe nicht geklärt, ob die Tasche ein gefährliches Werkzeug gewesen sei und damit eine gefährliche Körperverletzung vorgelegen habe. Im Fall einer gefährlichen Körperverletzung hätte schon die Mindeststrafe bei sechs Monaten gelegen, also deutlich über den verhängten 120 Tagessätzen. Auch bei einem von der Expartnerin geschilderten Wurf Boatengs mit einem Windlicht sei die Beweiswürdigung zudem unzureichend gewesen.

Der 35-Jährige war im November vergangenen Jahres zu einer Geldstrafe von 1,2 Millionen Euro wegen Körperverletzung und Beleidigung seiner früheren Lebensgefährtin verurteilt worden. Da sich die Strafe aus 120 Tagessätzen zusammensetzt, wäre Boateng damit vorbestraft.

In der ersten Distanz verurteilte das Amtsgericht München Boateng 2021 ebenfalls, allerdings nur zu 60 Tagessätzen. Damit wäre er nicht vorbestraft. Die Geldstrafe lag damals mit 1,8 Millionen Euro höher - dies lag allerdings daran, dass Boateng damals noch deutlich besser verdient hatte und ein Tagessatz von 30.000 Euro angesetzt worden war.

In den beiden ersten Verfahren sahen es die Gerichte als erwiesen an, dass der damalige Spieler des FC Bayern München während eines Karibikurlaubs vor mehr drei Jahren seine damalige Partnerin verletzt und beleidigt hatte. So habe er eine Kühltasche in ihre Richtung geworfen und ihr außerdem bei einer körperlichen Auseinandersetzung ein blaues Auge zugefügt.

Der Fußballer gehörte zu der deutschen Nationalmannschaft, die 2014 in Brasilien den Weltmeistertitel holte. Er spielte zuletzt bei Olympique Lyon in Frankreich, seit dem Ende der vergangenen Saison ist Boateng vereinslos.

P.Jones--TNT

Empfohlen

Werner Herzog wird bei Filmfestival in San Sebastián für sein Lebenswerk geehrt

Der deutsche Filmemacher Werner Herzog wird am Freitag beim internationalen Filmfestival im spanischen San Sebastián für sein Lebenswerk geehrt. Der 84-Jährige erhält den Donostia-Preis während der Eröffnungsgala des Festivals und wird aus diesem Anlass auch seinen neuen Film "Bucking Fastard" zeigen. In dem Drama des deutschen Altmeisters spielen die US-Schwestern Kate und Rooney Mara besonders eng miteinander verbundene Zwillinge.

Prinz Harry absolviert ersten größeren Auftritt nach seiner Rückkehr nach Großbritannien

Drei Wochen nach seiner Rückkehr hat der britische Prinz Harry seinen ersten größeren Auftritt in seiner Heimat Großbritannien absolviert. Der 42-Jährige nahm im Smoking und mit militärischen Orden dekoriert am Donnerstag in London an einer Spendenveranstaltung für die von ihm ins Leben gerufenen Invictus Games teil - einen Sportwettbewerb für verwundete Soldaten. Seine Frau Meghan Markle begleitete ihn nicht.

Dianas Bruder erhebt heftige Vorwürfe gegen Charles III. - Palast dementiert

Der Bruder von Prinzessin Diana hat in einem neuen Buch heftige Vorwürfe gegen König Charles III. erhoben - und das Königshaus zu einem außergewöhnlichen Dementi gezwungen. Charles Spencer wurden in einer Erklärung des Buckingham-Palastes dabei indirekt Erinnerungslücken und ein getrübtes Urteilsvermögen unterstellt. Nach Angaben des Bruders von Diana hatte Charles nach dem Tod seiner Ex-Frau gesagt, dass diese "schnell genug vergessen sein" werde.

Neues Buch von Dianas Bruder: Charles III. weist Vorwürfe zurück

Nach der Veröffentlichung erster Auszüge aus einem neuen Buch des Bruders von Prinzessin Diana hat der Buckingham-Palast die darin gegen König Charles III. erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen. In einer außergewöhnlich deutlichen Erklärung des Palastes wurden Charles Spencer indirekt Erinnerungslücken und ein getrübtes Urteilsvermögen unterstellt.

Textgröße ändern: