The National Times - Nach Dauerpleiten schickt Deutschland Lord of the Lost zum ESC

Nach Dauerpleiten schickt Deutschland Lord of the Lost zum ESC


Nach Dauerpleiten schickt Deutschland Lord of the Lost zum ESC
Nach Dauerpleiten schickt Deutschland Lord of the Lost zum ESC / Foto: © AFP/Archiv

Lord of the Lost singt für Deutschland beim diesjährigen Eurovision Song Contest (ESC): Beim ESC-Vorentscheid in Köln konnte sich die Gruppe aus dem Hamburger Stadtteil St. Pauli in der Nacht zum Samstag dank der Publikumsstimmen klar durchsetzen. Noch nie war ein deutscher ESC-Beitrag rockiger - auch wenn der düstere Bandname übersetzt Herr der Verlorenen bedeutet, kann die international bekannte Gruppe mit ihren schrillen Outfits und ihrer spektakulären Show auf viel Aufmerksamkeit hoffen.

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Das ESC-Finale ist am 13. Mai in Liverpool. Zum deutschen Vorentscheid traten nach der krankheitsbedingten Absage von Frida Gold insgesamt acht Sängerinnen, Sänger und Bands gegeneinander an. Der Wettbewerb war dabei vielseitiger und stärker besetzt als in den Vorjahren.

Lord of the Lost galten schon im Vorfeld als Favoriten, ihr nach ihrem ESC-Lied benanntes Album "Blood & Glitter" war zu Jahresbeginn auf Platz 1 der deutschen Albumcharts eingestiegen. Außerdem tourte die Gruppe im vergangenen Jahr weltweit mit der Hard-Rock-Legende Iron Maiden und machte sich so auch international einen Namen.

Der Vorentscheid verlief allerdings deutlich spannender als erwartet, was an der Punktevergabe lag. Jeweils die Hälfte der Punkte vergab eine internationale Jury aus acht Ländern, die andere Hälfte das Publikum. Bei den Juroren lag der Sänger Will Church mit 90 Punkten deutlich vorn, sein Auftritt erinnerte an den Briten Sam Ryder, der im ESC-Finale im vergangenen Jahr Zweiter geworden war.

Lord of the Lost erhielten von der Jury nur 43 Punkte und landete dort auf Platz fünf. Völlig chancenlos war bei den internationalen Juroren der Party-Schlagersänger Ikke Hüftgold, der bei ihnen lediglich auf zehn Punkte kam.

Die Publikumswertung veränderte das Bild dann allerdings völlig. Hier holten Lord of the Lost mit 146 Punkten mit Abstand am meisten Punkte - und schoben sich dadurch in der Gesamtwertung auf den ersten Platz. Ikke Hüftgold bekam vom Publikum 101 Punkte, so dass er es zusammen mit dem Jury-Favoriten Will Church auf Platz zwei schaffte. Will Church bekam vom Publikum lediglich 21 Punkte.

Lord of the Lost sind für einen deutschen Starter völlig ungewöhnlich, die in den beiden Vorjahren beim ESC als Letzter und Vorletzter abgeschlagenen Malik Harris und Jendrik hatten eher unspektakuläre Auftritte. Lord of the Lost setzen dagegen auf extrovertierte Kostüme, düsteren Rock und viel Pyrotechnik-Spektakel auf der Bühne.

Eher harte Klänge sind beim ESC allerdings nicht ungewöhnlich und vor allem auch nicht chancenlos. So gewann 2021 die italienische Rockband Maneskin das Finale. Als einer der bekanntesten Auftritte der langen ESC-Geschichte gilt zudem das Spektakel der finnischen Hardrock-Band Lordi, die 2006 den Wettbewerb als Monster verkleidet mit dem Lied "Hard Rock Hallelujah" gewinnen konnte.

Im vergangenen Jahr hatte das Kalush Orchestra aus der Ukraine das ESC-Finale gewonnen. Üblicherweise ist das Siegerland Gastgeber des nächsten Wettbewerbs. Wegen des andauernden russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine verlegte die europäische Rundfunkunion EBU das Finale aber nach Großbritannien, dessen Beitrag im vergangenen Jahr auf dem zweiten Platz gelandet war. Die Stadt Liverpool bekam dann den Zuschlag als Gastgeber.

Deutschland enttäuschte in den vergangenen Jahren fast durchweg beim weltweit am meisten beachteten Musikwettbewerb. In den vergangenen fünf Finalrunden landeten die deutschen Starter vier Mal auf Platz 25, Ausnahme war nur der Vierte Michael Schulte im Jahr 2018.

S.Collins--TNT

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