The National Times - Brasiliens Fußball-Idol Pelé in Santos beigesetzt

Brasiliens Fußball-Idol Pelé in Santos beigesetzt


Brasiliens Fußball-Idol Pelé in Santos beigesetzt
Brasiliens Fußball-Idol Pelé in Santos beigesetzt / Foto: © AFP

Nach einer dreitägigen Staatstrauer ist der brasilianische Fußball-Star Pelé mit einer feierlichen Zeremonie im engsten Familienkreis in Santos beigesetzt worden. Der 82-Jährige fand seine letzte Ruhestätte auf dem höchsten Friedhof der Welt - in Sichtweite des Stadions seines langjährigen Vereins FC Santos. Zuvor nahmen mehr als 200.000 Fans von ihrem Idol Abschied. Danach fuhr Pelés Sarg in einem Trauerzug durch Santos zu der letzten Ruhestätte des Stürmerstars.

Textgröße ändern:

Edinho, eines von Pelés sechs noch lebenden Kindern, sagte Journalisten am Eingang des Friedhofsgebäudes: "Jetzt kann er sich ausruhen."

Pelés 200 Quadratmeter großes Mausoleum in der ersten Etage des Friedhof-Hochhauses werde wie ein Fußballstadion dekoriert sein, sagte ein Friedhofssprecher. Sein einbalsamierter Körper wird demnach in einem Sarg in der Mitte des Kunstrasens ruhen, umgeben von goldgerahmten Bildern aus seinen ruhmreichen Tagen.

Zuvor hatten sich die Fans bereits bei einer 24-stündigen Totenwache mit dem aufgebahrten Sarg Pelés von ihm verabschiedet. Wie Pelés langjähriger Verein FC Santos unter Berufung auf Polizeiangaben mitteilte, beteiligten sich daran mehr als 230.000 Menschen.

"O Rei", dem König, wie Pelé in seiner Heimat genannt wird, erwies selbst der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva die letzte Ehre: Der seit Neujahr amtierende Staatschef reiste im Hubschrauber an. Ins Stadion wurde er von seiner Frau Rosangela "Janja" da Silva begleitet. Dort sprach der 77-jährige Linkspolitiker Pelés Witwe Marcia Cibele Aoki sein Beileid aus und nahm an einer religiösen Zeremonie an Pelés Sarg teil.

Nach dem Ende der Totenwache wurde Pelés Sarg in einem Trauerzug auf einem Feuerwehrfahrzeug durch die Straßen der südostbrasilianischen Hafenstadt gefahren. Dazu versammelten sich zahlreiche Menschen. Auf der Strecke des Trauerzugs zum Friedhof lag auch das Haus von Pelés Mutter Celeste Arantes. Die Hundertjährige ist allerdings geistig verwirrt, so dass ihr der Tod ihres ältesten Sohnes nach Angaben der Familie gar nicht bewusst ist.

Beim FC Santos hatte Pelé die meiste Zeit während seiner Profi-Karriere gespielt. Zu seiner Aufbahrung kamen neben den Fans auch zahlreiche Würdenträger in das Stadion, darunter auch der Präsident des Weltfußballverbandes Fifa, Gianni Infantino. Er beschrieb Pelés Strahlkraft am Montag als "unsterblich" und kündigte an, die Fifa werde alle Länder der Welt auffordern, ein Stadion nach dem Stürmerstar zu benennen.

Die Warteschlange vor dem Stadion war kilometerlang. Auch in der Nacht riss der Strom an Trauernden nicht ab, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichten. Die Fans kamen aus allen Teilen des riesigen Landes. Stars wie der brasilianische Fußballer Neymar und ausländische Vereine wie Real Madrid schickten Blumenkränze, die rund um den Sarg aufgestellt wurden.

Pelé, der mit bürgerlichen Namen Edson Arantes do Nascimento hieß, war am 29. Dezember im Alter von 82 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben. Er gilt als einer der besten Fußballer aller Zeiten und ist der einzige Fußball-Spieler, der drei Mal Weltmeister wurde - 1958, 1962 und 1970.

Pelés letzte Jahre waren von gesundheitlichen Problemen geprägt. Den letzten Monat seines Lebens verbrachte der an Darmkrebs erkrankte Star im Albert-Einstein-Krankenhaus in São Paulo. Der 82-Jährige starb an Nieren- und Herzversagen, wie aus seinem Totenschein hervorgeht, den örtliche Medien veröffentlichten. Außerdem litt er demnach an einer Bronchopneumonie, einer bestimmten Form einer Lungenentzündung.

P.Johnston--TNT

Empfohlen

Früherer EZB-Chef Draghi erhält Aachener Karlspreis

Im Krönungssaal des Aachener Rathauses wird am Donnerstag (11.15 Uhr) der Internationale Karlspreis zu Aachen an den früheren Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB) und ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi verliehen. Das Karlspreis-Direktorium ehrt den 78-Jährigen mit dem Preis für sein Lebenswerk und seine Verdienste um Europa. Der Vorsitzende des Gremiums, Armin Laschet (CDU), würdigte in einer Begründung insbesondere Draghis Rolle in der Eurokrise und seine Reformimpulse für die EU.

EU-Behörde: Keine Hinweise auf Mutation von Hantavirus

Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff "Hondius" gibt es laut der EU-Gesundheitsbehörde ECDC keinen Hinweis für eine Mutation des Virus. Das Andesvirus verhalte sich nicht anders als in Gebieten, in denen dieser Hantavirusstamm bereits verbreitet sei, erklärte am Mittwoch das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) in Stockholm. Derweil sind weiter Krankenhäuser in mehreren Ländern mit der Überwachung der früheren "Hondius"-Passagiere beschäftigt.

Charles III. stellt inmitten von Debatte über Premier Starmer Regierungsprogramm vor

König Charles III. hat inmitten der Debatte über einen möglichen Rücktritt von Premierminister Keir Starmer in der Thronrede die Gesetzesvorhaben der britischen Regierung vorgestellt. Zu den am Mittwoch dargelegten Plänen, von denen viele bereits bekannt waren, gehören die Vertiefung der Beziehungen Großbritanniens zur Europäischen Union und die vollständige Verstaatlichung des Stahlkonzerns British Steel. Auch eine Reform des Asylsystems und eine Senkung des Wahlalters auf 16 sind geplant.

Buchautor: Brigitte Macron verliert Einfluss auf ihren Mann

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und seine Frau sind sich nach Angaben ihres Biografen uneins, wie ihr Leben nach dem Ende seiner zweiten Amtszeit aussehen soll. "Sie wird bald 75, sie will Zeit für ihre Kinder und Enkelkinder haben", sagte der Journalist Florian Tardif am Mittwoch dem Sender RTL. Der Reporter der Zeitschrift "Paris Match" hat kürzlich ein Buch über Brigitte und Emmanuel Macron mit dem Titel "Un couple presque parfait" (Ein fast perfektes Paar) veröffentlicht.

Textgröße ändern: