The National Times - Vermittlungsausschuss macht Weg für die Einführung des Bürgergelds frei

Vermittlungsausschuss macht Weg für die Einführung des Bürgergelds frei


Vermittlungsausschuss macht Weg für die Einführung des Bürgergelds frei
Vermittlungsausschuss macht Weg für die Einführung des Bürgergelds frei / Foto: © POOL/AFP/Archiv

Der Vermittlungsausschuss von Bundesrat und Bundestag hat den Weg für die Einführung des Bürgergeldes freigemacht. Er billigte am Mittwochabend einen Kompromiss zur neuen Grundsicherung für Arbeitssuchende, den die Ampel-Parteien und die Union vorab vereinbart hatten. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sagte, damit werde das Hartz-IV-System "überwunden". CDU-Chef Friedrich Merz ging nun von einer Zustimmung seiner Partei am Freitag sowohl im Bundestag als auch im Bundesrat aus.

Textgröße ändern:

Wegen Widerstands der Union war das Bürgergeld-Gesetz vergangene Woche im Bundesrat gescheitert und wurde ein Fall für den Vermittlungsausschuss. Arbeitsgruppen der Regierungsparteien und von CDU und CSU konnten dann am Dienstag bereits vor der ersten Sitzung des Gremiums eine Einigung erzielen. Dabei mussten die Ampel-Parteien deutliche Abstriche hinnehmen. So wurde insbesondere die geplante sanktionslose Zeit für Arbeitssuchende während der ersten sechs Monate gestrichen und das Schonvermögen für Bürgergeld-Bezieher deutlich reduziert.

Es sei in schwierigen Verhandlungen mit der Union "eine gute Lösung" gefunden worden, sagte Heil. Das Bürgergeld bleibe "die größte Sozialreform der letzten 20 Jahre". Mit ihm stehe der Staat nach Inkrafttreten im Januar Menschen in Not partnerschaftlich zur Seite und mache ihnen den Weg in Arbeit einfacher. Dass Langzeitarbeitslose mit dem Bürgergeld Berufsabschlüsse nachholen könnten, sei darüber hinaus auch ein Beitrag zur Fachkräftesicherung.

CDU-Chef Merz sprach nach dem Beschluss im Vermittlungsausschuss von einem guten Kompromiss. Er gehe davon aus, dass nun alle Länder mit CDU-Regierungsbeteiligung dem Bürgergeld-Gesetz im Bundesrat zustimmen würden, sagte er. Bei einer Sondersitzung am Abend habe die Fraktion von CDU und CSU bereits "einstimmig" bei einer Enthaltung das Vermittlungsergebnis gebilligt und werde dem Gesetz am Freitag im Bundestag zustimmen.

CSU-Fraktionschef Alexander Dobrindt betonte, durch die Union sei ein "Systemwechsel" hin zu einem bedingungslosen Grundeinkommen verhindert worden. Das Bürgergeld sei nach den von CDU und CSU durchgesetzten Korrekturen nun allenfalls ein "Update" von Hartz IV.

"Der Leistungsgedanke mit besseren Zuverdienstregeln und Förderung der Qualifikation" bleibe beim Bürgergeld "im Vordergrund", schrieb FDP-Chef Christian Lindner auf Twitter. "Mitwirkungswirkungspflichten werden weiter konkretisiert." Es gebe nun einen "Kompromiss, der ein gutes Gesetz noch besser macht".

Die Linken-Vertreterin Gesine Lötzsch kritisierte den Bürgergeld-Kompromiss als "verwässert". Ihre Partei sehe nicht, wie durch dieses Gesetz Hartz IV überwunden werden könne. Das bisherige System werde lediglich umbenannt. Sie werde ihrer Fraktion deshalb im Bundestag die Ablehnung empfehlen.

B.Cooper--TNT

Empfohlen

EY: Deutsche Autokonzerne im Sinkflug

Mit der deutschen Autoindustrie geht es weiter bergab. Eine am Sonntag veröffentlichte Untersuchung der Beratungsfirma EY attestiert den deutschen Herstellern entgegen dem Markttrend sinkende Umsätze, einen Gewinneinbruch und "Margen im Sinkflug". Demnach bricht Volkswagen, BMW und Mercedes weiterhin weitgehend ungebremst das wichtige China-Geschäft weg.

Wirtschaftsweise Grimm nennt neuen Tankrabatt "zynisch"

Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm hat die Entscheidung der Bundesregierung für einen neuen Tankrabatt scharf kritisiert. Es sei "zynisch", auf Kosten der jungen Generation das Fahren von Autos mit Verbrennungsmotor zu subventionieren, sagte die Ökonomin dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Sonntagsausgabe).

Bericht: Geheime Technik von US-Tarnkappenjet F-35 nach Hongkong umgeleitet

Geheime Technik des hochmodernen US-Tarnkappenjets F-35 ist einem Medienbericht zufolge womöglich China in die Hände gefallen. Die Plattform Politico berichtete am Freitag, dass eine Ladung mit Teilen des Flugzeugs, darunter die Cockpithaube mit der Tarnkappentechnologie, auf dem Weg von Australien in die USA nach Hongkong umgeleitet wurde und seither als vermisst gilt. Der Tarnkappen-Jet F-35 gilt als das modernste Kampfflugzeug der Welt, erst am Freitag nahm Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) den ersten Jet für die Bundeswehr in Empfang.

Neuer Chef der Meyer Werft sieht Kreuzfahrtschiffbauer auf gutem Kurs

Der neue Chef der Meyer Werft, André Walter, sieht das finanziell angeschlagene Traditionsunternehmen auf einem guten Kurs. "Die Werft hatte finanzielle und wirtschaftliche Probleme, das ist bekannt. Aber es gibt einen klaren Plan, um da herauszukommen, und den arbeiten wir jetzt konsequent ab", sagte der 60-Jährige ehemalige Airbus-Manager der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ, Samstagsausgabe). Der Kreuzfahrtschiffbauer habe eine "sehr gute Zukunftsperspektive".

Textgröße ändern: