The National Times - FDP-Spitze stellt sich gegen Habeck und dringt auf mehr Kernkraft

FDP-Spitze stellt sich gegen Habeck und dringt auf mehr Kernkraft


FDP-Spitze stellt sich gegen Habeck und dringt auf mehr Kernkraft
FDP-Spitze stellt sich gegen Habeck und dringt auf mehr Kernkraft / Foto: © AFP/Archiv

Der Vorschlag von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) zum kurzzeitigen Weiterbetrieb von zwei deutschen Atomkraftwerken stößt bei der FDP auf Kritik. Der Plan sei ein Schritt in die richtige Richtung, aber "aus unserer Sicht nicht ausreichend", sagte FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai nach einer Sondersitzung des Parteipräsidiums.

Textgröße ändern:

"Alles, was Strom produzieren kann, muss ans Netz", sagte Djir-Sarai. Dies gelte für Kohlekraftwerke, aber auch für die Atommeiler. Es gehe sowohl um die Frage der Energiekapazität als auch um die Strompreise.

Habeck hatte am Dienstagabend gesagt, dass die Atomkraftwerke Isar 2 und Neckarwestheim voraussichtlich im ersten Quartal 2023 weiter laufen sollten. Das dritte noch am Netz befindliche Kraftwerk, Emsland in Niedersachsen, würde demnach wie geplant zum Jahresende abgeschaltet.

Der FDP-Spitzenkandidat in Niedersachsen, Stefan Birkner, der in dieser Eigenschaft dem Parteipräsidium als Gast angehört, forderte hingegen einen Weiterbetrieb auch von Emsland. Es wäre "völlig unverantwortlich", dieses Kraftwerk abzuschalten, sagte er auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit Djir-Sarai.

Für alle drei Akw müssten auch neue Brennstäbe bestellt werden, sagte Birkner. Damit könnten sie deutlich länger weiterbetrieben werden. Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) hatte am Vormittag den Kauf neuer Brennelemente ausgeschlossen.

Birkner erhob auch die Forderung, dafür zu sorgen, dass die zum Jahresende 2021 abgeschalteten drei Kernkraftwerke "so schnell wie möglich, wenn es denn nötig ist, ans Netz gehen können". Dabei handelt es sich um Grohnde in Niedersachsen, Brokdorf in Schleswig-Holstein und Gundremmingen C in Bayern. Er argumentierte, niemand könne wissen, wie sich die aktuelle Energiekrise weiter entwickeln werde.

Sowohl Birkner als auch Djir-Sarai verwiesen auf die europäische Dimension der Angelegenheit. Aus europäischer Perspektive sei es "unsolidarisch von Deutschland", von der Möglichkeit der Akw-Laufzeitverlängerung nicht Gebrauch zu machen, urteilte Djir-Sarai. "Parteipolitische Überlegungen" dürften hier nicht im Vordergrund stehen, sagte er, ohne ins Detail zu gehen.

Birkner hingegen griff die Grünen frontal an: Es könne nicht sein, dass die Grünen-Parteibasis und insbesondere die Grünen in Niedersachsen "die Energiepolitik eines ganzen Landes" bestimmten. "Das muss ein Ende haben."

Die FDP wolle Habeck unterstützen, sagte Birkner. In dessen Zuständigkeitsbereich seien bereits "an vielen Stellen" Fehler gemacht worden. Nun wolle die FDP dabei helfen, dass keine weiteren Fehler passierten - ein solcher wäre es laut Birkner, wenn das Akw Emsland zum Jahresende vom Netz genommen würde.

A.Wood--TNT

Empfohlen

Bericht: Geheime Technik von US-Tarnkappenjet F-35 nach Hongkong umgeleitet

Geheime Technik des hochmodernen US-Tarnkappenjets F-35 ist einem Medienbericht zufolge womöglich China in die Hände gefallen. Die Plattform Politico berichtete am Freitag, dass eine Ladung mit Teilen des Flugzeugs, darunter die Cockpithaube mit der Tarnkappentechnologie, auf dem Weg von Australien in die USA nach Hongkong umgeleitet wurde und seither als vermisst gilt. Der Tarnkappen-Jet F-35 gilt als das modernste Kampfflugzeug der Welt, erst am Freitag nahm Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) den ersten Jet für die Bundeswehr in Empfang.

Neuer Chef der Meyer Werft sieht Kreuzfahrtschiffbauer auf gutem Kurs

Der neue Chef der Meyer Werft, André Walter, sieht das finanziell angeschlagene Traditionsunternehmen auf einem guten Kurs. "Die Werft hatte finanzielle und wirtschaftliche Probleme, das ist bekannt. Aber es gibt einen klaren Plan, um da herauszukommen, und den arbeiten wir jetzt konsequent ab", sagte der 60-Jährige ehemalige Airbus-Manager der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ, Samstagsausgabe). Der Kreuzfahrtschiffbauer habe eine "sehr gute Zukunftsperspektive".

Google-KI Gemini hat während eines Tests Cyberattacken ausgeführt

Inmitten der Debatte über die Gefahren durch die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI) hat auch Google einen Sicherheitsvorfall beim Test seines KI-Modells Gemini gemeldet. Gemini habe Cyberangriffe auf mehrere Websites ausgeführt, teilte die Google-Managerin Heather Adkins am Freitag der Nachrichtenagentur AFP mit. Die Hackerangriffe, die sich im Mai ereignet hatten, waren im Juli von Google entdeckt worden. Zunächst hatte das "Wall Street Journal" über die Vorfälle berichtet.

Grüne kritisieren Tankrabatt als "Wahnsinn"

Die Grünen im Bundestag haben die Einigung zwischen Bund und Länder auf einen Tankrabatt von 17 Cent bis Jahresende als "Wahnsinn" kritisiert. "Der Tankrabatt ist zurück. Was für ein Wahnsinn", sagte Fraktionsvize Andreas Audretsch den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND, Samstagsausgaben). "Das Geld muss im Geldbeutel der Menschen ankommen, nicht in den Taschen der Ölkonzerne", fügte er hinzu.

Textgröße ändern: