Junge-Union Vize Gehringer fordert Eins-zu-eins-Umsetzung des Rentenkompromisses
Vor dem Deutschlandtag der Jungen Union fordert deren Vize-Bundesvorsitzende Nicola Gehringer die Umsetzung der geplanten Rentenreform gemäß den Vorschlägen der Rentenkommission. "Wir fordern diese Reformen ein", sagte Gehringer am Freitag im Bayerischen Rundfunk. Es liege der Rentenkompromiss einer Fachkommission auf dem Tisch "und der hat auch ein paar Kröten, aber der muss jetzt umgesetzt werden eins zu eins."
Die Politikerin der Jungen Union sieht erheblichen Nachholbedarf beim Thema Generationengerechtigkeit. "Der Generationenvertrag ist derzeit einseitig gekippt und er kippt weiter aufgrund des demographischen Wandels." Die junge Generation sei bereit, ihren Beitrag zu leisten, "aber es muss eben in einer Waagschale sein".
Wichtig für die Stimmung im Land und unter den jungen Menschen seien jetzt Reformen. "Wir müssen ganz dringend in die Reformen gehen und dann trägt sich auch wieder eine etwas bessere Stimmung durchs Land."
Früher sei die Union an der Spitze des Fortschritts gewesen, sagte Gehringer. "In den Jahren des großen Wohlstandes haben wir es uns auch bequem gemacht, dieses Land voranzutreiben und resilient zu machen für die Krisen, die kommen könnten und die leider nun eingetreten sind." Deswegen träfen diese Krisen Deutschland derzeit unverhältnismäßig hart im Vergleich zu anderen europäischen Ländern. "Und dass darf uns einfach nie wieder passieren."
Gefragt nach dem Verhältnis zu Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sagte Gehringer: "Die Stimmung der Jungen Union gegenüber dem Bundeskanzler hat der Bundesvorsitzende klar formuliert, wir stärken ihm den Rücken." Aber es müssten jetzt Reformen kommen "und nicht nur Lippenbekenntnisse, und wenn er das hinbekommt, wird die Partei auch wieder hinter ihm stehen". Aber das Zeitfenster schließe sich langsam.
Bei ihrem dreitägigen "Deutschlandtag" ab Freitagabend in Bonn will die Jugendorganisation von CDU und CSU sich zur Politik der Bundesregierung positionieren und ihre Führung neu wählen. Für das Amt des JU-Chefs bewirbt sich erneut Amtsinhaber Johannes Winkel (CDU). Am Freitagabend hält auch der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) eine Rede vor den Delegierten. Am Samstag hält CDU-Chef und Kanzler Merz eine Rede.
T.Allen--TNT