The National Times - Iranische Anwältin Nasrin Sotudeh erhält Vaclav-Havel-Preis für Menschenrechte

Iranische Anwältin Nasrin Sotudeh erhält Vaclav-Havel-Preis für Menschenrechte


Iranische Anwältin Nasrin Sotudeh erhält Vaclav-Havel-Preis für Menschenrechte
Iranische Anwältin Nasrin Sotudeh erhält Vaclav-Havel-Preis für Menschenrechte / Foto: © AFP/Archiv

Als erste Iranerin ist die Anwältin Nasrin Sotudeh mit dem Vaclav-Havel-Preis für Menschenrechte ausgezeichnet worden. Sotudeh, die sich gegen die Todesstrafe und gegen den Kopftuchzwang für Frauen im Iran einsetzt, erhielt den Preis für ihr Engagement "trotz wiederholter Verhaftungen, langer Haftstrafen und erheblicher persönlicher Risiken", begründete der Europarat am Montag in Straßburg seine Entscheidung. Die 63-jährige Anwältin brachte in einer Videobotschaft ihre Hoffnung auf "Freiheit" im Iran zum Ausdruck.

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Sotudeh habe Aktivisten, Journalisten, Angehörige von Minderheiten sowie Kinder vertreten, denen im Iran die Hinrichtung drohte, erklärte der Europarat weiter. Die Anwältin hatte bereits 2012 den vom Europäischen Parlament verliehenen Sacharow-Preis für geistige Freiheit erhalten. Sotudehs Tochter, Mehraveh Chandan Heris, nahm den Vaclav-Havel-Preis in Straßburg für ihre Mutter entgegen.

Im April war Sotudeh von den iranischen Behörden festgenommen worden. Sie wurde etwas mehr als einen Monat später gegen Kaution freigelassen. Unklar ist bislang, was ihr vorgeworfen wurde. Sie war in der Vergangenheit bereits mehrfach festgenommen worden.

Die Anwältin reagierte mit einer Videobotschaft aus Teheran auf ihre Auszeichnung. "In solchen Momenten erinnern wir uns an unsere vergangenen Kämpfe, an unsere gemeinsamen Ideale und an die Menschen, die uns in der ganzen Welt unterstützen", sagte sie. "Eines Tages wird die Sonne der Freiheit auch über unserem Land scheinen", fügte sie hinzu.

Der Europarat zeichnet mit dem Preise alljährlich Vertreter der Zivilgesellschaft aus, die sich für Menschenrechte in Europa oder darüber hinaus einsetzen. Im vergangenen Jahr hatte der ukrainische Journalist Maksym Butkewytsch den Preis erhalten.

In diesem Jahr waren neben Sotudeh die iranisch-US-amerikanische Journalistin Masih Alinedschad, die sich ebenfalls gegen den Kopftuchzwang und für Frauenrechte einsetzt, sowie Marta Pardavi, Ko-Vorsitzende der ungarischen Sektion des Helsinki-Komitees zum Schutz der Menschenrechte, nominiert. Pardavi bietet Asylsuchenden kostenlose Rechtsberatung.

Benannt ist der Preis nach dem 2011 gestorbenen tschechischen Ex-Präsidenten und früheren Dissidenten Vaclav Havel. Er wird seit 2013 jährlich von der Parlamentarischen Versammlung des Europarats verliehen und ist mit 60.000 Euro dotiert.

M.Wilson--TNT

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