The National Times - Wohnungsbau: Auch im Juli mehr Baugenehmigungen erteilt - Anstieg aber gering

Wohnungsbau: Auch im Juli mehr Baugenehmigungen erteilt - Anstieg aber gering


Wohnungsbau: Auch im Juli mehr Baugenehmigungen erteilt - Anstieg aber gering
Wohnungsbau: Auch im Juli mehr Baugenehmigungen erteilt - Anstieg aber gering / Foto: © AFP/Archiv

Der Aufwärtstrend im Wohnungsbau hält an, hat sich aber wegen gestiegener Bauzinsen deutlich abgeschwächt: Im Juli stieg die Zahl der Baugenehmigungen im Vorjahresvergleich nur um 1,9 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. In den sieben Monaten von Januar bis Juli betrug der Anstieg demnach 13,5 Prozent.

Textgröße ändern:

Bis Juli wurden damit Baugenehmigungen für 148.800 Wohnungen erteilt - vor allem in neuen, aber auch in schon bestehenden Gebäuden. Im Monat Juli allein waren es 22.500 Genehmigungen.

In den sieben Monaten bis Juli stieg die Zahl der Genehmigungen für Einfamilienhäuser um 9,7 Prozent auf 27.900, bei Zweifamilienhäusern um 25 Prozent auf 8900. In Mehrfamilienhäusern genehmigten die Behörden 15,1 Prozent mehr neue Wohnungen, es waren 79.700. Die übrigen Wohnungen sollen in schon bestehenden Gebäuden oder in Wohnheimen entstehen.

Im ersten Halbjahr war die Zahl der Baugenehmigungen um rund 15 Prozent gestiegen, das war der stärkste Anstieg seit zehn Jahren. Dieser Anstieg erfolgte allerdings auch von einem niedrigen Niveau aus.

Der Erholungstrend der vergangenen Monate habe sich "leicht abgeschwächt", erklärte der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, Sebastian Dullien. Grund seien die hohen Energiepreise, die dadurch gestiegene Inflation und die Erhöhung der Leitzinsen: Seit Anfang des Jahres seien die Zinsen auf 10-jährige Immobilienkredite bereits um 0,5 Prozentpunkte gestiegen, erklärte Dullien. "Die gestiegenen Zinsen machen den Wohnungsbau weniger bezahlbar, und das dürfte absehbar zu einem Dämpfer für die Baugenehmigungen führen."

Auch sei die Kaufkraft wegen der höheren Energiepreise zurückgegangen - damit bleibe weniger Spielraum zum Bau eines Eigenheims. Das werde den weiteren Anstieg von Baugenehmigungen ebenfalls ausbremsen, erwartet der IMK-Direktor. Drittens dürften die höheren Kraftstoff- und Energiekosten mittelfristig auch die Baukosten erhöhen. "Die absehbaren Belastungen für den Wohnungsbau sind umso bedauerlicher, weil schon beim aktuellen Niveau der erteilten Baugenehmigungen nicht genug Wohnungen gebaut werden, um eine echte Entspannung auf dem Wohnungsmarkt zu erreichen."

Q.Marshall--TNT

Empfohlen

Finanzminister Klingbeil pocht auf EU-weite Übergewinnsteuer

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat vor dem Treffen mit seinen Amtskollegen am Freitag in Dublin noch einmal betont, dass er eine EU-weite Übergewinnsteuer will. "Die EU-Kommission sollte hier jetzt sehr zügig handeln", sagte er dem Portal Politico. "Dafür setze ich mich gemeinsam mit meinen Amtskollegen aus weiteren großen EU-Staaten wie Spanien und Polen ein."

Kinderschutzbund gegen pauschale Zugangsbeschränkungen bei Social Media

Der Kinderschutzbund sieht das EU-Konzept für ein Social-Media-Verbot kritisch und ist gegen pauschale Zugangsbeschränkungen. "Gerade für Jugendliche, die zu Hause wenig Unterstützung erfahren, in belasteten Familien leben oder online wichtige soziale Kontakte und Beratung finden, können digitale Räume besonders wichtig sein", sagte die Präsidentin des Kinderschutzbundes, Sabine Andresen, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Freitagsausgaben). "Ihr Zugang darf nicht allein von der Zustimmung und den Möglichkeiten ihrer Eltern abhängen."

Prien hält Umgang mit digitalen Medien in der Gesellschaft für fahrlässig

Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) hält den gesellschaftlichen Umgang mit digitalen Medien für fahrlässig. "In Wahrheit haben wir es mit einem großen Menschheitsversuch zu tun", sagte Prien den Zeitungen der Mediengruppe Bayern (Freitagsausgaben). "Wir nutzen seit knapp 20 Jahren Smartphones, eine sich schnell verändernde Technologie, ohne eine Risikofolgen-Abschätzung zu machen."

Zahl überschuldeter Menschen steigt - Alleinerziehende besonders betroffen

Ob durch Krankheit, Trennung oder Jobverlust: Die Zahl der überschuldeten Menschen in Deutschland steigt. Wie aus dem neuen Überschuldungsreport des Hamburger Instituts für Finanzdienstleistungen (iff) hervorgeht, waren im vergangenen Jahr rund 5,67 Millionen Erwachsene überschuldet – 111.000 mehr als 2024. Besonders betroffen sind demnach Alleinerziehende. Für junge Erwachsene birgt vor allem der digitale Konsum ein Risiko.

Textgröße ändern: