The National Times - Woidke verteidigt Wiederanfahren von Kohlekraftwerken

Woidke verteidigt Wiederanfahren von Kohlekraftwerken


Woidke verteidigt Wiederanfahren von Kohlekraftwerken
Woidke verteidigt Wiederanfahren von Kohlekraftwerken / Foto: © AFP/Archiv

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat das umstrittene Wiederanfahren von Kohlekraftwerken zur Abwendung einer Energiemangellage im Land verteidigt. Das sei ein "richtiger Schritt, weil wir vor allem für die kommenden Monate, vielleicht sogar Jahre, Sicherheit in der Energieversorgung brauchen", sagte er am Freitag im Sender RBB. Es müsse nun alles dafür getan werden, um sicher durch den Winter zu kommen.

Textgröße ändern:

"Es muss in jeder Ecke Deutschlands Strom da sein, der muss rund um die Uhr da sein, der muss auch da sein, wenn es dunkel ist und der Wind nicht weht", warnte Woidke und bezog sich damit auf die Erneuerbaren Energien. Die Bundesregierung hatte Mitte Juli beschlossen, mit Kohle oder Öl betriebene Kraftwerke in Reserve wieder den Betrieb zu erlauben, um so Erdgas einzusparen. Die Regierung hält aber weiterhin an ihrem Ziel fest, möglichst bis 2030 aus der Kohle auszusteigen.

Es bleibe aber die Frage, wie man sich schneller unabhängig vom Ausland machen könne, sagte Woidke weiter. Da werde die Kohle in den kommenden Jahren eine Rolle spielen.

Zugleich läuft in den Kohlegebieten in der Lausitz der Strukturwandel "ungebremst weiter", sagte Woidke im RBB. Bei dem Plan, rechtzeitig neue Arbeitsplätze zu haben, "sind wir auf einem guten Weg".

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) trifft am Freitag in der Lausitz neben Woidke auch die Ministerpräsidenten der ostdeutschen Braunkohleländer Sachsen und Sachsen-Anhalt, Michael Kretschmer und Reiner Haseloff (beide CDU). Inhalt der Gespräche ist der Strukturwandel in den Kohleregionen. Im Braunkohleabbau in Deutschland sind derzeit noch rund 18.000 Menschen beschäftigt.

Die Kohlekommission hat 2038 als Ausstiegsjahr vereinbart. Die Regierung will den Ausstieg möglichst auf 2030 vorziehen.

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) erklärte, der derzeit noch "schleppende Strukturwandel und der Krieg in der Ukraine" verdeutlichten, dass 2038 als Hintertür "wohl gebraucht" werde. Insgesamt fehle es beim Strukturwandel an Tempo, erklärte das IW und bezog sich unter anderem auf den Bau neuer Straßen und Bahnlinien und die Bereitstellung von Breitbandnetzen und Mobilfunk in den Regionen.

Die Bundesregierung müsse den Fokus vielmehr auf die Ansiedlung neuer Firmen legen, vor allem aus der Industrie, forderte das Forschungsinstitut. "Um den Strukturwandel zu schaffen, braucht es, neben den richtigen Maßnahmen, vor allem Zeit."

T.Cunningham--TNT

Empfohlen

Google-KI Gemini hat während eines Tests Cyberattacken ausgeführt

Inmitten der Debatte über die Gefahren durch die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI) hat auch Google einen Sicherheitsvorfall beim Test seines KI-Modells Gemini gemeldet. Gemini habe Cyberangriffe auf mehrere Websites ausgeführt, teilte die Google-Managerin Heather Adkins am Freitag der Nachrichtenagentur AFP mit. Die Hackerangriffe, die sich im Mai ereignet hatten, waren im Juli von Google entdeckt worden. Zunächst hatte das "Wall Street Journal" über die Vorfälle berichtet.

Grüne kritisieren Tankrabatt als "Wahnsinn"

Die Grünen im Bundestag haben die Einigung zwischen Bund und Länder auf einen Tankrabatt von 17 Cent bis Jahresende als "Wahnsinn" kritisiert. "Der Tankrabatt ist zurück. Was für ein Wahnsinn", sagte Fraktionsvize Andreas Audretsch den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND, Samstagsausgaben). "Das Geld muss im Geldbeutel der Menschen ankommen, nicht in den Taschen der Ölkonzerne", fügte er hinzu.

Regierungskreise: Einigung auf neuen Tankrabatt und Spritpreisdeckel

Die schwarz-rote Koalition hat sich wegen der hohen Preise an den Zapfsäulen auf einen neuen Tankrabatt und einen Spritpreisdeckel geeinigt. Wie die Nachrichtenagentur AFP am Freitagabend aus Regierungskreisen erfuhr, soll der Tankrabatt bis Jahresende gelten. Für die Zeit danach ist ein Spritpreisdeckel geplant.

Kalifornien prüft "Notschalter" für Künstliche Intelligenz

In der Sicherheitsdebatte über Künstliche Intelligenz (KI) will der US-Bundesstaat Kalifornien eine Art Notschalter prüfen. Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom unterzeichnete am Freitag ein Dekret, das als eine Möglichkeit zur Kontrolle von KI einen solchen "kill switch" vorsieht - also einen Mechanismus, der ein KI-System bei Gefahr stoppt oder isoliert. Eine Reihe von KI-Unternehmen sind im Silicon Valley in Kalifornien angesiedelt.

Textgröße ändern: