The National Times - Nötige Befüllung von Gasspeichern laut Betreibern kaum noch möglich

Nötige Befüllung von Gasspeichern laut Betreibern kaum noch möglich


Nötige Befüllung von Gasspeichern laut Betreibern kaum noch möglich

Die Betreiber von Gasspeichern in Deutschland haben vor einem sich schließenden Zeitfenster für die Befüllung ihrer Anlagen gewarnt. "Technisch kann bis zum 1. November noch ein Füllstand von rund 77 Prozent erreicht werden", erklärte die Initiative Energien Speichern (Ines) am Dienstag. Das Bundeswirtschaftsministerium sieht deshalb die Versorgungslage in Deutschland dennoch nicht gefährdet. Das Preisportal Verivox meldet allerdings bereits deutlich gestiegene Preise.

Textgröße ändern:

Mit rund 53 Prozent seien die Gasspeicher mit einem "historisch niedrigen Füllstand" in die letzten beiden Monate der Befüllungsphase gestartet, erklärte Ines. Aktuell sind die Anlagen zu gut 54,5 Prozent gefüllt. Anfang September 2025 lag der durchschnittliche Füllstand bei 71 Prozent.

Wegen der hohen Preise am Weltmarkt infolge des Iran-Kriegs und der Sperrung der Straße von Hormus lohnen sich Import und Speicherung von Erdgas derzeit kaum. "Die Preisdifferenzen zwischen Ein- und Ausspeicherung reichen derzeit nicht aus, um die damit verbundenen Kosten zu decken", erklärte der Interessenverband der Gasspeicherbetreiber dazu in der vergangenen Woche.

Entscheidend sei nun, "ob die Speicherkunden ihre gebuchten Kapazitäten tatsächlich befüllen - und ob dies schnell genug geschieht", erklärte der Verband. Doch selbst einen Füllstand von 77 Prozent, der theoretisch noch erreicht werden kann, halten die Speicherbetreiber für nicht ausreichend für den Fall eines sehr kalten Winters.

Das Bundeswirtschaftsministerium hingegen sieht keine Anzeichen für eine Gasmangellage, insbesondere weil Deutschland anders als in der Gaskrise 2022 inzwischen über eigene Flüssigerdgasimportterminals verfügt, um laufend mehr Gas zu importieren. Grundsätzlich sei es Aufgabe des Marktes und der Gasimporteure, die Versorgung sicherzustellen, schließlich hätten sie dies vertraglich zugesichert, sagte eine Ministeriumssprecherin in der vergangenen Woche.

Die Preise ziehen derweil spürbar an. Kurz vor der Heizsaison seien die Gaspreise am europäischen Großhandelsmarkt "auf den höchsten Stand seit mehr als drei Jahren gestiegen", erklärte das Preisportal Verivox am Montag. Zwar schlagen sich höhere Beschaffungskosten demnach "nicht unmittelbar in den Bestandstarifen nieder, erhöhen vor dem Winter aber den Preisdruck am Gasmarkt".

Ein staatliches Eingreifen lehnt Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) ab. Insbesondere wegen der Gasspeichervorgaben steht es dennoch im Raum. Die staatlichen Vorgaben besagen, dass die meisten Speicher bis zum 1. November zu mindestens 80 Prozent gefüllt sein müssen, was in vielen Fällen bereits kaum noch möglich ist. Werden die Ziele nicht erreicht, kann der Staat die Befüllung beauftragen - eine Befürchtung ist, dass Gasverkäufer darauf spekulieren, denn der Staat würde dann wohl zu jedem Preis einkaufen.

Die Linke wirft der Bundesregierung vor "in Schockstarre" zu verharren. "Bis heute liegen keine konkreten Pläne oder belastbaren Berichte vor, wie sie mögliche Versorgungsengpässe auffangen und die Gasversorgung der Menschen auch in einem kalten Winter sicherstellen will", erklärte der Abgeordnete Jörg Cezanne. Auf Antrag der Fraktion befasst sich der Wirtschaftsausschuss im Bundestag am Dienstagabend mit dem Thema.

T.F.Russell--TNT

Empfohlen

"Dampfkochtop" Ceuta: Präsident bittet EU um Hilfe bei Bewältigung der Migrationskrise

Mehr als einen Monat nach dem Massenandrang von Menschen aus Marokko in die spanische Exklave Ceuta ist die Lage dort nach offiziellen örtlichen Angaben nach wie vor "untragbar". Ceuta sei "derzeit ein Dampfkochtopf, der jederzeit explodieren kann", sagte Ceutas Präsident Juan Jesús Vivas am Dienstag auf einer Pressekonferenz im EU-Parlament in Brüssel. "Wir stehen am Rand des Zusammenbruchs", verdeutlichte er.

Deutschland darf Insulin-Hersteller Sanofi mit 400 Millionen Euro unterstützen

Deutschland darf den Insulin-Hersteller Sanofi mit 400 Millionen Euro unterstützen, um dessen Werk in Höchst bei Frankfurt zu sichern. Die EU-Kommission in Brüssel gab am Dienstag grünes Licht für die Subvention, mit der die Versorgung von Diabetikern in Deutschlands sichergestellt werden soll. "Ohne die Hilfen würde Sanofi seinen deutschen Standort schließen", begründete die Kommission ihre Entscheidung.

Kartellamt: Prüfung der Spritpreise läuft planmäßig

Das Bundeskartellamt sieht in dem jüngsten erneut kräftigen Anstieg der Spritpreise in Deutschland eine Bestätigung für die laufenden kartellrechtlichen Untersuchungen der Preisgestaltung. Kartellamtspräsident Andreas Mundt erklärte am Dienstag in Bonn, "die aktuellen Preise, auch die Nettopreise für Kraftstoffe, unterstreichen die Notwendigkeit, die Preisbildung auf der Raffinerieebene sehr genau zu untersuchen." Deswegen sei es richtig, das bereits laufende Verfahren mit Nachdruck voranzutreiben.

Rat der EU: Umfrage zu Entwürfen neuer Euro-Banknoten läuft noch bis 21. September

Der Rat der EU-Länder hat die Menschen in Europa dazu aufgefordert, über das Design der neuen Euro-Banknoten abzustimmen. Die Online-Umfrage der Europäischen Zentralbank (EZB) laufe noch bis zum 21. September, erklärte der Rat am Dienstag in Onlinediensten. Auf der Website der EZB können Teilnehmer der Umfrage die zehn verschiedenen Entwürfe für die Banknoten ansehen und bewerten.

Textgröße ändern: