The National Times - Demokratie-Monitor: Fast jeder Fünfte mit rechtspopulistischem Weltbild

Demokratie-Monitor: Fast jeder Fünfte mit rechtspopulistischem Weltbild


Demokratie-Monitor: Fast jeder Fünfte mit rechtspopulistischem Weltbild
Demokratie-Monitor: Fast jeder Fünfte mit rechtspopulistischem Weltbild / Foto: © AFP

Fast jeder fünfte Deutsche lebt mit einem rechtspopulistischen Weltbild. Zu diesem Ergebnis kommt der am Donnerstag veröffentlichte Demokratie-Monitor der Universität Hohenheim in Baden-Württemberg. Demnach ist eine rechtspopulistische Weltsicht mit 78 Prozent vor allem unter AfD-Anhängern verbreitet, im Gegensatz zu 17 Prozent in der Gesamtbevölkerung. Für die Umfrage wurden mehr als 4000 Menschen über 16 Jahren befragt.

Textgröße ändern:

Der verbreitete Rechtspopulismus sei mit einer wachsenden Unzufriedenheit mit der Bundesregierung zu begründen, heißt es in einer Mitteilung der Universität. Zwar liege der Anteil etwa auf dem Niveau der Jahre 2024 und 2025, doch die Menge der Menschen, die an der Schwelle zu einem populistischen Weltbild stünden, sei gestiegen. Im Osten Deutschland sei ein populistisches Weltbild mit 21 Prozent zudem etwas verbreiteter als im Westen mit 16 Prozent.

Die Befragten gaben zu 65 Prozent an, mit der Arbeit der aktuellen Bundesregierung unzufrieden zu sein. Lediglich sieben Prozent waren zufrieden, 28 Prozent waren unentschieden. 57 Prozent gaben zudem an, der Bundesregierung zu misstrauen. Dabei zeigte sich auch, dass ein ausgeprägtes rechtspopulistisches Weltbild deutlich mit Misstrauen gegenüber Politik, Institutionen, Medien und Wissenschaft verbunden war.

Besonders anfällig für Populismus sind laut Umfrageergebnissen Männer zwischen 45 und 59 Jahren. 25 Prozent von ihnen haben populistische Ansichten. Am wenigsten verbreitet sind diese mit acht Prozent bei Frauen zwischen 16 und 29 Jahren.

Auch die Demokratiezufriedenheit der Deutschen hat seit der vergangenen Umfrage 2025 weiter abgenommen. Nur noch 39 Prozent sind zufrieden, im Vergleich zu 44 Prozent vor einem Jahr und 53 Prozent im Jahr 2024.

Zudem ist ein wesentlicher Anteil der deutschen Bevölkerung laut Umfrage anfällig für Verschwörungserzählungen. Etwa ein Viertel glaubt, dass geheime Mächte die Politik in Deutschland steuern. 16 Prozent sind sogar der Meinung, dass Deutschland eher einer Diktatur als einer Demokratie gleiche. 31 Prozent waren der Meinung, dass die Regierenden das Volk betrügen.

Die Umfrage legt zudem eine gefühlte Distanz zwischen Politik, Medien und Bevölkerung offen. 57 Prozent glaubten demnach, dass Politiker sich nicht darum kümmerten, was die Leute denken. 23 Prozent unterstellten den Massenmedien Manipulation. 22 Prozent glaubten, systematisch von Medien belogen zu werden.

F.Lim--TNT

Empfohlen

Einstimmiger Beschluss im Aufsichtsrat: VW streicht 50.000 weitere Stellen

Die Einigung kam überraschend und sie ist einstimmig: Bei Volkswagen werden in den kommenden Jahren weltweit weitere 50.000 Stellen gestrichen, vier Werke in Deutschland stehen ab 2031 bis 2034 auf der Kippe. Das beschloss der Aufsichtsrat des Konzerns am Donnerstagabend. Vorstandschef Oliver Blume äußerte sich zufrieden; IG Metall und Betriebsrat betonten, eine "gefährliche Eskalation des Konflikts" sei verhindert worden.

Sachsens Wirtschaftsminister für chinesische VW-Produktion in Zwickau

Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD) hat sich erneut dafür ausgesprochen, das VW-Werk in Zwickau mit Hilfe aus China zu erhalten. Der VW-Vorstand müsse eine "wirtschaftlich tragfähige Alternative und damit eine Lösung für Zwickau vorlegen", erklärte er am Freitag. "Dazu gehört auch, die Produktion von noch nicht in Deutschland verfügbaren, wettbewerbsfähigen Modellen von VW aus China in Zwickau intensiv zu prüfen."

Großaufträge sorgen für deutliches Auftragsplus für die Industrie im Juli

Eine Reihe von Großaufträgen im Schiff-, Schienenfahrzeug- und Flugzeugbau hat im Juli für einen deutlichen Anstieg des Ordervolumens in der Industrie gesorgt. Gegenüber Juni legte der Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe um 2,5 Prozent zu, im Vergleich zum Vorjahresmonat sogar um 13,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Ohne Großaufträge sank er im Monatsvergleich allerdings um 1,4 Prozent, vor allem wegen fehlender Aufträge in der Autoindustrie.

Weiterhin viele Insolvenzen großer Unternehmen in Deutschland

Im vergangenen Jahr ist eine Rekordzahl großer Unternehmen in Deutschland pleite gegangen - und der Trend hält an. Im ersten Halbjahr meldeten 33 Unternehmen mit mehr als 50 Millionen Euro Jahresumsatz Insolvenz an, wie der Kreditversicherer Allianz Trade am Freitag mitteilte. Das sind zehn Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Textgröße ändern: