The National Times - Wasserdefizit in Deutschland: Erholung durch mehr Herbstregen fraglich

Wasserdefizit in Deutschland: Erholung durch mehr Herbstregen fraglich


Wasserdefizit in Deutschland: Erholung durch mehr Herbstregen fraglich
Wasserdefizit in Deutschland: Erholung durch mehr Herbstregen fraglich / Foto: © AFP/Archiv

Aufgrund einer Reihe trockener und heißer Jahre fehlt in Deutschland gespeichertes Wasser in einer Größenordnung, die etwa der Hälfte des Bodensees entspricht. Wie das GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung in Potsdam am Donnerstag auf Grundlage von Satellitendaten mitteilte, lag die Wasserspeicherung im Juni ungefähr auf demselben Niveau wie 2025, womit im Vergleich zum langjährigen Mittel 25 Gigatonnen fehlten. Eine Gigatonne entspricht einer Milliarde Tonnen. Zum Vergleich: Der gesamte Bodensee enthält etwa 48 Gigatonnen Wasser.

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Die Experten befürchten demnach, dass sich der Wasserspeicher bis Ende des Jahres nicht mehr erholen wird, selbst wenn es im Herbst mehr regnen sollte als üblich. Zudem konnten die Daten den diesjährigen Hitzesommer in Deutschland noch nicht komplett abbilden, das wird erst in den nächsten Monaten mit eingerechnet.

Insgesamt hat sich das Wasserdefizit in Deutschland und Europa dem GFZ zufolge in den vergangenen Jahren verschlimmert. Das belegten Daten von Satellitendatenmissionen, die Veränderungen des Wassergehalts auf und unter der Erdoberfläche messen. Daraus lasse sich errechnen, wie stark sich die Wasserspeicherung verändert.

Für Deutschland zeigen die Zahlen demnach einen weiterhin negativen Trend. "Seit 2015 sehen wir zunehmend trockenere Bedingungen in Deutschland als in den 15 Jahren davor", erklärte Annette Eicker vom GFZ. Das überdurchschnittlich feuchte Jahr 2024 habe zwar zu einer Erholung in der Wasserspeicherung geführt, danach hätten die Speicher aber sofort wieder abgenommen. Verantwortlich seien dafür vor allem Veränderungen beim Grundwasser.

Hitze reduziert die Wasserspeicherung laut GFZ über mehrere Prozesse: Höhere Temperaturen führen zu einer größeren direkten Verdunstung aus Oberflächengewässern. Hinzu kommt die Verdunstung der Pflanzen, die sich mit steigenden Temperaturen tendenziell erhöht und dem Boden solange Wasser entzieht, bis es für die Pflanzenwurzeln nicht mehr erreichbar ist.

J.Sharp--TNT

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