The National Times - Trump will Straße von Hormus zu US-Territorium erklären - Teheran widerspricht

Trump will Straße von Hormus zu US-Territorium erklären - Teheran widerspricht


Trump will Straße von Hormus zu US-Territorium erklären - Teheran widerspricht
Trump will Straße von Hormus zu US-Territorium erklären - Teheran widerspricht / Foto: © AFP

US-Präsident Donald Trump hat mit der Äußerung, die Straße von Hormus zum US-Territorium erklären zu wollen, den Widerspruch Teherans ausgelöst. "Nachdem wir den Iran besiegt haben (...), werde ich die Straße von Hormus schon bald zum Territorium der Vereinigten Staaten erklären", sagte Trump am Freitag mit einem Schmunzeln bei einer politischen Veranstaltung an einer Polizeiakademie im Bundesstaat New York. Teheran wies Trumps Äußerungen zurück und betonte, die Meerenge "wird iranisch bleiben". Die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten derweil einen iranischen Angriff auf ein Schiff in der Straße von Hormus.

Textgröße ändern:

"Es ist wahr", unterstrich Trump seine Aussagen vor jubelnden Anhängern und Polizisten. Ein Vertreter des Weißen Hauses sagte allerdings nach Angaben des "Wall Street Journal" später, dass Trump einen Scherz gemacht habe.

Die Führung in Teheran reagierte umgehend auf die Aussagen des US-Präsidenten. "Die Straße von Hormus war iranisch, ist iranisch und wird iranisch bleiben", erklärte Vize-Außenminister Kasem Gharibabadi am Samstag im Onlinedienst X. Die für die Weltwirtschaft äußerst wichtige Meerenge werde "nur auf Befehl des Iran geöffnet und geschlossen".

Die Straße von Hormus ist einer der wichtigsten Streitpunkte zwischen Washington und Teheran bei den Bemühungen um ein Ende des Krieges. Der Iran kontrolliert nach eigenen Angaben seit Kriegsbeginn die für den Welthandel äußerst wichtige Meerenge. Trump wiederum hatte zuletzt mehrfach erklärt, dass die USA die Wasserstraße unter ihre Kontrolle gebracht haben.

Bei der Veranstaltung in der Polizeiakademie verwies Trump zudem auf die von den USA verhängte Blockade iranischer Häfen. "Wir haben die Blockade. Kein Schiff kommt durch, es sei denn, wir lassen es zu", sagte der Präsident.

Am Freitagabend wurde nach Angaben aus den Vereinigten Arabischen Emiraten erneut ein Schiff des staatlichen Ölkonzerns Adnoc in der Straße von Hormus von den iranischen Streitkräften angegriffen. Das emiratische Außenministerium verurteilte einen "feindseligen iranischen Angriff" und sprach von "Piraterie" der iranischen Revolutionsgarden. Es habe keine Verletzten gegeben.

Nach dem Angriff erklärte der Berater des Präsidenten der Emirate, Anwar Gargasch, der Golfstaat werde sein "Recht auf freie Schifffahrt" in der Straße von Hormus verteidigen. "Das wiederholte Abzielen auf Adnoc-Tanker wird die Vereinigten Arabischen Emirate nicht davon abhalten, eine ausgewogene und besonnene Politik weiterzuverfolgen, die auf den drei Säulen Abschreckung, Diplomatie und der Einhaltung des Völkerrechts beruht", erklärte er im Onlinedienst X.

Erst am Donnerstagabend hatte der Iran nach Angaben des Außenministeriums in Abu Dhabi zwei Adnoc-Schiffe in der Meerenge angegriffen. Fortgesetzte Angriffe in der Meerenge, die vor Beginn des Iran-Krieges frei passierbar gewesen war, hatten zum Zusammenbruch einer im April geschlossenen Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran geführt.

Die USA und Israel hatten Ende Februar gemeinsam den Iran angegriffen und wichtige Mitglieder der Führung getötet, darunter den obersten Führer Ayatollah Ali Chamenei. Der Iran reagierte mit Angriffen auf US-Stützpunkte in Golfstaaten. Teheran hält zudem seit Beginn des Krieges die Straße von Hormus nahezu vollständig geschlossen. Die Ölpreise sind dadurch weltweit in die Höhe geschnellt.

Q.Marshall--TNT

Empfohlen

Pistorius: Steigende Wehr-Ausgaben sind "Ausdruck der ernsten Lage"

Angesichts der wachsenden Bedrohung durch Russland hat Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) die steigenden Wehr-Ausgaben verteidigt. "Unser Haushaltsentwurf ist Ausdruck dieser ernsten Lage und einer großen Verantwortung für unsere Sicherheit, für die Menschen in unserem Land", sagte Pistorius am Mittwoch im Bundestag. Er verwies auf technologische Fortschritte bei Waffensystemen und Investitionen in Zukunftstechnologien. Zudem sei die Bundeswehr "für viele attraktiver geworden".

Digitale Brieftasche d-you: Ausweis, Führerschein und Uni-Zeugnis in einer App

Führerschein, Personalausweis und Krankenkassenkarte in einer App - am 2. Januar will das Digitalministerium dafür das staatliche Angebot "d-you" freischalten. Minister Karsten Wildberger (CDU) stellte am Mittwoch Namen, Logo und erste Partner für die Umsetzung der digitalen Brieftasche vor. Perspektivisch sollen auf der Plattform viele weitere Dokumente gespeichert werden können, etwa Uni-Zeugnis, Gehaltsabrechnung oder Kundenkarte. Der Digitalverband Bitkom hofft auf einen "kräftigen Schub" für die Digitalisierung.

Trotz Vollkasko: Versicherung muss zu hohe Werkstattrechnung nicht ganz bezahlen

Die Kaskoversicherung muss nicht für übertrieben hohe Reparaturkosten am Auto aufkommen. Unberechtigte Teile der Rechnung muss sie nicht erstatten, wie der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe am Mittwoch entschied. Geklagt hatte eine Frau, deren Wagen vollkaskoversichert ist. (Az. IV ZR 235/25)

Extremsommer hat höherprozentigen Champagner zur Folge

Wegen der extremen Klimabedingungen darf Champagner in diesem Jahr bis zu 15 Prozent Alkohol enthalten. Eine Ausnahmegenehmigung erlaube Winzern die Produktion von höherprozentigem Chapagner, da die Trauben bereits bei der Ernte einen hohen Alkoholgehalt aufwiesen, teilte der Branchenverband am Mittwoch mit. Üblicherweise hat Champagner zwölf Prozent Alkohol.

Textgröße ändern: