The National Times - IWH-Studie: AfD-Wahlprogramm Sachsen-Anhalt ist nicht finanzierbar

IWH-Studie: AfD-Wahlprogramm Sachsen-Anhalt ist nicht finanzierbar


IWH-Studie: AfD-Wahlprogramm Sachsen-Anhalt ist nicht finanzierbar
IWH-Studie: AfD-Wahlprogramm Sachsen-Anhalt ist nicht finanzierbar / Foto: © AFP

Für den Fall einer möglichen AfD-Alleinregierung in Sachsen-Anhalt würde im Landeshaushalt eine Finanzierungslücke von mindestens 2,2 Milliarden Euro klaffen. Das zeigt eine am Mittwoch veröffentlichte Analyse des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH). Die Berechnungen basieren auf amtlichen Daten und dem Wahlprogramm der Partei.

Textgröße ändern:

Die in Sachsen-Anhalt vom Verfassungsschutz als "gesichert rechtsextremistische Bestrebung" eingestufte AfD verspricht in ihrem Wahlprogramm, zugleich umfangreiche neue Leistungen einzuführen, Steuern zu senken und auf neue Schulden zu verzichten. Wie groß der Abstand zwischen bezifferbaren Kosten des Wahlprogramms und seiner bezifferbaren Gegenfinanzierung ist, hat das IWH berechnet. Demnach liegt die Finanzlücke bei mindestens 2,2 Milliarden Euro pro Jahr.

Dabei handle es sich um eine konservative Berechnung, teilte das Institut mit. Das IWH hat demnach nur solche Faktoren beziffert, die sich belegen lassen, etwa mit Haushaltsansätzen, Statistiken oder Angaben des AfD-Wahlprogramms. Von 136 kostenwirksamen Maßnahmen des Programms lassen sich mit amtlichen Quellen 28 belegen. Diese kosten rund 1,6 Milliarden Euro pro Jahr. Hinzu kommen die im Landeshaushalt bereits eingeplanten 877 Millionen Euro jährlicher Neuverschuldung. Der bezifferbare Finanzierungsbedarf beträgt damit rund 2,5 Milliarden Euro pro Jahr.

Dem stehen laut IWH-Analyse bei großzügiger Auslegung belegbare Einsparungen von rund 243 Millionen Euro gegenüber. Von jedem Euro sind damit weniger als zehn Cent gedeckt. Die Finanzlücke von mindestens 2,2 Milliarden Euro entspricht rund einem Viertel der Steuereinnahmen des Landes Sachsen-Anhalt.

"Selbst in Teilen ist das Wahlprogramm der AfD auch mittelfristig nicht finanzierbar", erklärte IWH-Präsident Reint Gropp. Für den Fall einer Alleinregierung hält es der Ökonom für wahrscheinlich, dass sich die AfD auf symbolische Maßnahmen konzentrieren würde, wie die Partei sie auch in ihrem 100-Tage-Programm beschreibt. "Allerdings hätte eine aggressive Politik gegen Zuwanderer wahrscheinlich starke negative Folgen für die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt. Diese lassen sich jedoch im Vorfeld nur schwer beziffern."

T.Bailey--TNT

Empfohlen

Zwölf Tote bei Busunfall in Ungarn - Fünf Menschen in Lebensgefahr

Bei dem schwersten Busunfall in Ungarn seit mehr als 20 Jahren sind in der Nacht zum Sonntag zwölf Menschen ums Leben gekommen. Mindestens zehn weitere Menschen seien schwer verletzt worden, teilte Ungarns Regierungschef Peter Magyar im Onlinedienst Facebook mit. Fünf der Verletzten schwebten nach Angaben der Einsatzkräfte in Lebensgefahr. Der polnische Bus mit Pilgern an Bord war auf der Autobahn in einen Graben gefahren und umgekippt.

Zwölf Menschen bei Busunglück in Ungarn gestorben

In Ungarn sind offiziellen Angaben zufolge in der Nacht zwölf Menschen bei einem Busunglück ums Leben gekommen. Mindestens zehn weitere Menschen seien schwer verletzt worden, teilte Regierungschef Peter Magyar am Sonntag im Onlinedienst Facebook mit, einer von ihnen schwebte nach Angaben der Einsatzkräfte in Lebensgefahr. Der Bus mit polnischem Kennzeichen war auf der Autobahn in einen Graben gefahren und umgekippt.

Flughafen auf Sizilien nach Ausbruch des Ätna wieder geöffnet

Nach einwöchiger Schließung wegen eines Ausbruchs des Vulkans Ätna ist der Flughafen von Catania auf Sizilien wieder geöffnet. Nachdem die vulkanische Aktivität zurückgegangen war, wurde der Flugbetrieb am frühen Samstagnachmittag wieder aufgenommen, wie die Flughafenbetreiber mitteilten. Tausende Urlauber hatten seit dem 8. August auf der italienischen Mittelmeerinsel festgesessen, nachdem alle Flüge von und nach Catania eingestellt worden waren.

Trump will Straße von Hormus zu US-Territorium erklären - Teheran widerspricht

US-Präsident Donald Trump hat mit der Äußerung, die Straße von Hormus zum US-Territorium erklären zu wollen, den Widerspruch Teherans ausgelöst. "Nachdem wir den Iran besiegt haben (...), werde ich die Straße von Hormus schon bald zum Territorium der Vereinigten Staaten erklären", sagte Trump am Freitag mit einem Schmunzeln bei einer politischen Veranstaltung an einer Polizeiakademie im Bundesstaat New York. Teheran wies Trumps Äußerungen zurück und betonte, die Meerenge "wird iranisch bleiben". Die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten derweil einen iranischen Angriff auf ein Schiff in der Straße von Hormus.

Textgröße ändern: