The National Times - Missbrauchsopfer werfen Vatikan "Verschleppen" eines Verfahrens gegen Ex-Jesuiten vor

Missbrauchsopfer werfen Vatikan "Verschleppen" eines Verfahrens gegen Ex-Jesuiten vor


Missbrauchsopfer werfen Vatikan "Verschleppen" eines Verfahrens gegen Ex-Jesuiten vor
Missbrauchsopfer werfen Vatikan "Verschleppen" eines Verfahrens gegen Ex-Jesuiten vor / Foto: © AFP/Archiv

Mehrere mutmaßliche Missbrauchsopfer haben dem Vatikan das Verschleppen eines Verfahrens gegen den slowenischen Ex-Jesuiten Marko Rupnik vorgeworfen. "Es ist haarsträubend, wie dieser Prozess verläuft", sagte Laura Sgro, Anwältin von fünf Frauen, die dem 71-Jährigen sexuellen Missbrauch vorwerfen. Der international renommierte Theologe und Mosaikkünstler steht im Verdacht, über 30 Jahre hinweg psychische und sexuelle Gewalt gegen mindestens zwanzig Frauen ausgeübt zu haben.

Textgröße ändern:

"Wir haben seit neun Monaten keinerlei Informationen", kritisierte die Anwältin. "Hat der Prozess begonnen? Wenn ja, wie ist sein Stand? Warum sind diese Frauen nicht als Zeuginnen angehört worden?", fragte sie in einem Schreiben an den zuständigen Kardinal Víctor Manuel Fernández, der die kirchliche Behörde für Glaubenslehre leitet. "Meine Mandantinnen fühlen sich einmal mehr verlassen und verraten", betonte sie.

Der Vatikan erklärte dazu, dass das Verfahren noch anhängig sei und es daher keine Informationen gebe.

Rupnik ist dafür bekannt, riesige Mosaike in Wallfahrtsorten wie Lourdes und Fatima, aber auch in Washington gestaltet zu haben. Die Vorfälle sexueller und psychologischer Gewalt sollen sich in einer religiösen Gemeinschaft in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana zugetragen haben, die er leitete.

Sie gelten sowohl im säkularen als auch im Kirchenrecht als verjährt. Papst Franziskus hatte jedoch die Verjährungsfrist aufheben lassen, um ein Verfahren gegen den slowenischen Geistlichen zu ermöglichen. Im vergangenen Oktober kündigte der Vatikan die Ernennung von fünf Richtern an, ohne jedoch einen Termin für den Prozess zu nennen.

Trotz einer Reform von Papst Franziskus 2019 haben mutmaßliche Missbrauchsopfer in kirchenrechtlichen Verfahren keinen Zugang zu den Akten.

Papst Leo XIV. hat seit seiner Wahl mehrfach Opfer sexualisierter Gewalt getroffen, aber keine größeren Maßnahmen angekündigt. Sein für September geplanter Besuch in Lourdes könnte dem Fall wieder Aufmerksamkeit bescheren. Auf Bitten der Betroffenen sind die Mosaiken von Rupnik dort inzwischen abgedeckt worden.

Rupnik war wegen einer anderen Affäre 2020 vorübergehend aus der Kirche ausgeschlossen worden. Dabei ging es um eine sexuelle Beziehung mit einer Frau, der er im Beichtgespräch die Absolution für die gemeinsam begangene Sünde erteilt hatte. 2023 schloss der Jesuitenorden Rupnik aus, weil er sich dem Gehorsamsgebot widersetzt hatte.

R.Hawkins--TNT

Empfohlen

CDU-Geheimdienstexperte Henrichmann warnt vor Kooperation mit Rosatom in Lingen

Der Vorsitzende des Parlamentarischen Geheimdienst-Kontrollgremiums des Bundestages (PKGr), der CDU-Politiker Marc Henrichmann, hat die Zusammenarbeit mit dem russischen Staatskonzern Rosatom bei der Herstellung von Brennelemente im niedersächsischen Lingen scharf kritisiert. "Der Einfluss des russischen Nuklearsektors in der EU ist nach wie vor ein großes Problem, dem wir uns entschieden entgegenstellen müssen", sagte Henrichmann am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP.

Kapitalbeteiligung: AMD will Milliarden in Anthropic investieren

Der US-Chiphersteller AMD hat eine Kapitalbeteiligung von bis zu fünf Milliarden Dollar (rund 4,4 Milliarden Euro) bei dem KI-Unternehmen Anthropic angekündigt. Das sieht eine Partnerschaft vor, die beide Firmen am Mittwoch bekanntgaben. Sie sieht im Gegenzug eine Großbestellung von AMD-Prozessoren durch Anthropic vor.

Umstrittene deutsch-russische Atom-Zusammenarbeit genehmigt - unter Auflagen

In der Atomfabrik im niedersächsischen Lingen können künftig in Zusammenarbeit mit dem russischen Atomkonzern Rosatom Brennelemente russischer Bauart hergestellt werden. Das niedersächsische Umweltministerium erteilte für das umstrittene Vorhaben am Mittwoch trotz ablehnender Haltung von Ressortchef Christian Meyer (Grüne) im Auftrag der Bundesregierung die erforderliche Genehmigung. Allerdings gab es Auflagen hinsichtlich der Einbeziehung von Rosatom.

Spritpreise klettern weiter - Diesel verteuert sich um fast zehn Cent je Liter

Bei den Kraftstoffpreise an den Zapfsäulen hat sich der deutliche Aufwärtstrend nach dem Auslaufen des staatlichen Tankrabatts weiter fortgesetzt. Wie der ADAC am Mittwoch in München mitteilte, verteuerte sich vor allem Diesel im Vergleich zur Vorwoche stark und legte um fast zehn Cent pro Liter zu. Ungeachtet dessen plant die Bundesregierung nach Angaben von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) derzeit keine neuen Maßnahmen wegen der hohen Spritpreise.

Textgröße ändern: