Deutlich niedrigere Ernte von Freiluft-Erdbeeren erwartet - auch weniger Spargel
In Deutschland wird ersten Schätzungen zufolge die niedrigste Erdbeerernte im Freiland seit 1995 erwartet. Die landwirtschaftlichen Betriebe ernten in diesem Jahr voraussichtlich 11,3 Prozent weniger als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mitteilte. Damit sinkt die Erntemenge auf 71.300 Tonnen Erdbeeren und unterschreitet die Durchschnittsmenge der Jahre 2020 bis 2025 von 94.400 Tonnen um rund ein Viertel.
Zuletzt lag die Erntemenge den Angaben nach im Jahr 1995 mit 68.000 Tonnen Erdbeeren niedriger. Das Bundesamt führte die sinkende Erdbeerernte auf die zurückgehende Anbaufläche zurück: Sie nahm im Vergleich zum Vorjahr um 2,9 Prozent auf 7830 Hektar ab.
Die größte Erntemenge wird mit 18.100 Tonnen in Niedersachsen erwartet, wie die Statistikerinnen und Statistiker weiter mitteilten. Das ist ein Minus von 18 Prozent. Darauf folgt Nordrhein-Westfalen mit einer geschätzten Erntemenge von 14.600 Tonnen (minus 13,4 Prozent) und Baden-Württemberg mit 13.500 Tonnen (plus 6,8 Prozent).
Eine abnehmende Erntemenge erwartet das Bundesamt auch beim Spargel und geht von 100.300 Tonnen und damit 3,4 Prozent weniger als 2025 aus. Das wäre der niedrigste Wert seit 2010, als 92.400 Tonnen Spargel geerntet wurden.
Allerdings scheint sich beim Spargel der Abwärtstrend bei den Anbauflächen abzuschwächen. Die Flächen gingen im Vergleich zu 2025 laut Statistik lediglich um 1,5 Prozent zurück. Der meiste Spargel wird 2026 mit 21.000 Tonnen ebenfalls in Niedersachsen gestochen (plus 5,4 Prozent), dichtauf folgt Bayern und danach Brandenburg.
Die Schätzungen beruhen auf einer repräsentativen Vorerhebung im Juni 2026, wie das Bundesamt mitteilte. Endgültige Ergebnisse auch zur Erdbeerernte etwa in Gewächshäusern veröffentlicht die Behörde im Frühjahr 2027.
C.Bell--TNT