The National Times - Vaterglück von Spahn: Keine Änderung der Rechtslage bei Leihmutterschaft geplant

Vaterglück von Spahn: Keine Änderung der Rechtslage bei Leihmutterschaft geplant


Vaterglück von Spahn: Keine Änderung der Rechtslage bei Leihmutterschaft geplant
Vaterglück von Spahn: Keine Änderung der Rechtslage bei Leihmutterschaft geplant / Foto: © AFP/Archiv

Nach Berichten über das neue Vaterglück von Unions-Fraktionschef Jens Spahn (CDU) mit Hilfe einer Leihmutterschaft hat das Bundesfamilienministerium klargestellt, dass dieses Verfahren in Deutschland verboten bleibt. "Der Koalitionsvertrag sieht keine Änderung der aktuellen Rechtslage vor", sagte ein Sprecher des Ministeriums am Donnerstag den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Grundsätzlich bestehe ein Verbot der Leihmuttervermittlung. Aus der Union kam derweil eine Rücktrittsforderung an Spahn.

Textgröße ändern:

Hintergrund sind Medienberichte über private Neuigkeiten aus der Familie des CDU-Spitzenpolitikers. Spahn und sein Ehemann sind demnach Eltern eines Sohnes geworden, der in den USA zur Welt kam und von einer Leihmutter zur Welt gebracht wurde. Dieses Verfahren ist in Deutschland verboten.

"Wir bitten um Verständnis, dass wir uns zu Einzelsachverhalten grundsätzlich nicht äußern", erklärte dazu der Sprecher des Bundesfamilienministeriums laut Funke-Zeitungen. Er verwies darauf, dass die Rechtslage zur Leihmutterschaft in Deutschland "klar geregelt" sei.

Neben dem Verbot der Leihmuttervermittlung enthalte das Adoptionsvermittlungsgesetz ein Anzeigenverbot. "Danach ist es untersagt, Ersatzmütter oder Bestelleltern durch öffentliche Erklärungen zu suchen oder anzubieten", fügte der Sprecher hinzu. Das Anzeigenverbot erstrecke sich "grundsätzlich auf alle Formen der Werbung für Leihmutterschaft". Die Verfolgung und Ahndung von Zuwiderhandlungen obliege den jeweils zuständigen Behörden der Länder.

Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) betonte in Berlin, dass sie auf eine Regelung für die doppelte Mutterschaft hoffe. Es freue sie, dass Spahn jetzt Familienzuwachs habe, sagte Hubig in Berlin - "und dann auch Verständnis hat für die Situation von zwei Müttern".

Die doppelte Mutterschaft wäre ein erster Schritt, sagte die Ministerin. Dann müsse auch über andere Lebensformen nochmal diskutiert werden.

Eine erste Rücktrittsforderung an Spahn kam derweil aus der Union. "Leihmutterschaft ist in Deutschland aus guten ethischen Gründen verboten", sagte die Thüringer Landesvorsitzende der Frauen Union, Marion Rosin (CDU), den Thüringer Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Wer dieses Verbot durch eine Auslandslösung umgeht, setzt sich über den Geist des deutschen Gesetzes hinweg."

Von einem Spitzenpolitiker sei Konsequenz zu erwarten: "Wenn diese Glaubwürdigkeit verloren geht, ist Rücktritt eine Frage der Konsequenz." Rosin verwies auch auf einen Beschluss des CDU-Bundesparteitags vom Februar dieses Jahres, in dem die Partei die Position der Frauen Union in etwa wortgleich übernimmt.

Angeführt wird hier ebenso eine Vielzahl von Bedenken. Darum sei Leihmutterschaft in Deutschland weiterhin zu verbieten, "um Missbrauch, Ausbeutung und gesundheitliche Risiken zu verhindern".

D.Kelly--TNT

Empfohlen

Äußerungen von Merz zu Kürzungen beim Unterhaltsvorschuss sorgen für Kritik

Die Aussagen von Kanzler Friedrich Merz (CDU) zu den geplanten Kürzungen beim Unterhaltsvorschuss sind auf scharfe Kritik gestoßen. Die jüngsten Äußerungen von Merz und Familienministerin Karin Prien (CDU) zeigten, "dass sie die Lebenssituation von Alleinerziehenden und ihren Kindern nicht verstanden haben", sagte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) dem "Spiegel". Viele Alleinerziehende arbeiteten und seien trotzdem auf den Unterhaltsvorschuss angewiesen.

Landgericht Bonn verhängt Bewährungsstrafe für Hilfe bei versuchten Cum-Ex-Geschäften

Wegen Hilfe beim Versuch von sogenannten Cum-Ex-Geschäften ist ein früherer Bankmitarbeiter in Bonn zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Das Landgericht in der nordrhein-westfälischen Stadt sprach den 49-Jährigen am Donnerstag nach Angaben eines Sprechers der Beihilfe zur versuchten Steuerhinterziehung schuldig. 150.000 Euro, die der Angeklagte als Bonus erhielt, werden eingezogen.

Deutsche Chemieindustrie steckt weiter in der Krise - hofft aber auf Reformkurs

Rückgänge bei Umsatz, Produktion und Investitionen: Die kriselnde chemisch-pharmazeutische Industrie in Deutschland kämpft auch 2026 mit sinkenden Zahlen. Das erste Halbjahr sei "enttäuschend“ verlaufen, erklärte der Präsident des Branchenverbands VCI, Markus Steilemann, am Donnerstag, Dennoch sieht der Verband "weiterhin großes Potenzial für den Industriestandort Deutschland" - ein "erster Schritt" ist demnach das jüngste Reformpaket der Bundesregierung.

Experten empfehlen dynamische Netzentgelte und höhere Kosten für PV-Betreiber

Wissenschaftliche Berater der Bundesnetzagentur haben Änderungen an der derzeitigen Ausgestaltung der Stromnetzentgelte vorgeschlagen. Der sogenannte Wissenschaftliche Arbeitskreis für Regulierungsfragen (WAR) empfiehlt unter anderem die Einführung von dynamischen Netzentgelten und eine stärkere Beteiligung von Photovoltaik-Anlagen-Betreibern an den Netzkosten, wie die Netzagentur am Donnerstag mitteilte.

Textgröße ändern: