The National Times - Britische Behörde leitet Untersuchung zu Jugendschutz bei Onlinedienst Tiktok ein

Britische Behörde leitet Untersuchung zu Jugendschutz bei Onlinedienst Tiktok ein


Britische Behörde leitet Untersuchung zu Jugendschutz bei Onlinedienst Tiktok ein
Britische Behörde leitet Untersuchung zu Jugendschutz bei Onlinedienst Tiktok ein / Foto: © AFP/Archiv

Die britische Aufsichtsbehörde für Medien und Telekommunikation (Ofcom) hat eine Untersuchung gegen den Onlinedienst Tiktok wegen eines möglicherweise unzureichenden Jugendschutzes eingeleitet. Es solle geprüft werden, ob die besonders bei jungen Leuten beliebte App ihre "rechtlichen Verpflichtungen nicht respektiert hat oder respektiert, insbesondere hinsichtlich einer hochwirksamen Altersüberprüfung, um korrekt festzustellen, ob ein Nutzer ein Kind ist oder nicht", teilte Ofcom am Donnerstag auf der Website der Behörde mit.

Textgröße ändern:

Die Einleitung der Untersuchung bedeute nicht zwangsläufig, dass Tiktok seine Pflichten tatsächlich verletzt habe, erklärte Ofcom. Zugleich warnte die Behörde, dass sie bei Verstößen eine Strafe in Höhe von bis zu zehn Prozent des weltweiten Umsatzes des Unternehmens verhängen könne.

Tiktok, ein Portal für Kurzvideos und zugleich Online-Netzwerk, war schon vorher ins Visier der britischen Behörden geraten. Vor zwei Jahren hatte Ofcom eine Strafe von knapp zwei Millionen Pfund gegen den Dienst des chinesischen ByteDance-Konzerns verhängt, weil er nicht fristgerecht Angaben zu den Funktionen der Sicherheitskontrolle durch Eltern geliefert hatte.

Im Jahr zuvor hatte die britische Datenschutzbehörde ICO eine Strafe in Höhe von 12,7 Millionen Pfund gegen Tiktok verhängt wegen "illegaler" Nutzung der persönlichen Daten von Minderjährigen.

Tiktok versicherte in einer an die Nachrichtenagentur AFP übermittelten Stellungnahme, dass der Onlinedienst "streng darüber wacht, für jede Altersstufe angepasste Inhalte anzubieten". "Wir sind überzeugt, dass wir unsere Pflichten einhalten", hieß es weiter. Das Unternehmen werde mit Ofcom zusammenarbeiten, um dies zu beweisen.

Großbritannien hat vergangenes Jahr seine Gesetzgebung zum Jugendschutz bei Online-Angeboten verschärft. So soll eine neue Regelung verhindern, dass Kinder und Jugendliche mit Inhalten konfrontiert werden, die im Zusammenhang mit Suizid, Selbstverletzungen, Essstörungen, Pornografie, Mobbing oder ähnlichen schädlichen Dingen stehen.

Zudem will die britische Regierung die Nutzung von Onlinediensten wie Tiktok und Instagram durch Heranwachsende insgesamt stärker regulieren. Mitte Juni kündigte Premierminister Keir Starmer für kommendes Frühjahr ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 16 Jahren an.

Diese Woche gab die Regierung in London zudem bekannt, dass sie für 16- und 17-Jährige den Zugang zu Online-Plattformen zwischen Mitternacht und 06.00 Uhr sperren werde. Darüber hinaus ist für diese Altersgruppe eine Einschränkung des Endlos-Scrollens und anderer süchtig machender Einstellungen geplant.

R.Hawkins--TNT

Empfohlen

Ex-FDP-Chef Dürr wird Geschäftsführer von E-Fuels-Startup

Der ehemalige Fraktions- und Bundesvorsitzende der FDP, Christian Dürr, hat einen neuen Job: Im August übernimmt der 49-Jährige die Geschäftsführung des Münchener Startups GLE360, wie dieses am Donnerstag mitteilte. GLE steht für Green Liquid Energy - das Unternehmen ist nach eigenen Angaben auf die Vernetzung von Herstellern und Abnehmern synthetischer Kraftstoffe, sogenannter E-Fuels, spezialisiert.

Weitere Konsolidierung im Bereich Lieferdienste: Uber übernimmt Delivery Hero

Mit der Übernahme des deutschen Essenslieferdienstes Delivery Hero durch das US-Unternehmen Uber setzt sich die Konsolidierung des Marktes für Lieferdienste weiter fort. Delivery Hero einigte sich mit Uber auf einen milliardenschweren Zusammenschluss, wie das Berliner Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Demnach macht der US-Konzern den Aktionären der deutschen Firma ein Barangebot von 41,5 Euro pro Aktie, was einer Unternehmensbewertung von 13 Milliarden Euro entspricht.

Umsatz mit Produkten rund um den Umweltschutz 2024 nach Jahren erstmals gesunken

Der Umsatz mit Gütern und Leistungen für den Umweltschutz ist im Jahr 2024 nach jahrelangen Anstiegen erstmals wieder gesunken. Produzierendes Gewerbe und Dienstleistungssektor setzten mit Umweltschutzprodukten 117,5 Milliarden Euro um - 1,9 Prozent weniger als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. Die Zahl der mit diesen Produkten verbundenen Jobs blieb in etwa gleich, bei knapp 405.000 Vollzeitstellen.

Zahl der Wohnungen in Deutschland steigt um knapp 200.000

Die Zahl der Wohnungen in Deutschland ist im vergangenen Jahr um 196.000 oder 0,4 Prozent angestiegen. Zum Jahresende 2025 gab es rund 44,0 Millionen Wohnungen, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. Demnach setzte sich der Trend hin zu größeren Wohnungen und mehr Wohnfläche pro Einwohner weiter fort.

Textgröße ändern: