The National Times - Streik-Bilanz: 2025 gab es weniger Arbeitskämpfe

Streik-Bilanz: 2025 gab es weniger Arbeitskämpfe


Streik-Bilanz: 2025 gab es weniger Arbeitskämpfe
Streik-Bilanz: 2025 gab es weniger Arbeitskämpfe / Foto: © AFP

Im vergangenen Jahr hat es weniger Arbeitskämpfe gegeben und es sind weniger Arbeitstage durch Streiks ausgefallen. Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung zählte 2025 insgesamt 261 Arbeitskämpfe und damit 25 weniger als 2024, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Bilanz hervorgeht. Die Zahl der ausgefallenen Arbeitstage lag demnach mit 645.000 deutlich unter dem Vorjahreswert von rund 912.000.

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Der Arbeitskampfbilanz zufolge nahmen im vergangenen Jahr 552.000 Menschen an Streiks teil und damit 360.000 weniger als 2024. "Ein Grund dafür ist, dass in der Metall- und Elektroindustrie 2025 im Gegensatz zum Vorjahr keine Tarifverhandlungen und damit auch keine flächendeckenden Arbeitsniederlegungen stattfanden", erklärte das WSI. Warnstreiks in dieser 3,7 Millionen Beschäftigte zählenden Branche wirken sich demnach "erheblich" auf die Statistik aus.

In mehr als jedem vierten aller Arbeitskämpfe rangen die Beschäftigten nach Angaben des WSI um die teils auch erstmalige Tarifbindung ihres Unternehmens. Um höhere Entgelte stritten die Arbeitnehmerinnen und -nehmer in rund der Hälfte der Arbeitskämpfe.

Da im Produzierenden Gewerbe Stellen abgebaut wurden, zielten Arbeitsniederlegungen dort "häufig auf tarifliche Vereinbarungen zu Beschäftigungssicherung, Abfindungen oder Transfergesellschaften", wie die Studienautoren weiter mitteilten. So wie beim Gabelstaplerhersteller Jungheinrich, wo 2025 der längste unbefristete Streik stattfand: Nach Standortschließung streikten die Beschäftigten den Angaben nach 85 Tage erfolgreich für einen Sozialtarifvertrag. Solche Erzwingungsstreiks nach Urabstimmung seien allerdings weiterhin eine "absolute Ausnahme".

Die Forschenden machten auch Hinweise darauf aus, dass die Gewerkschaften die Arbeitskämpfe tendenziell anders führten: "Einzelne, kurze Arbeitsniederlegungen überwiegen, unbefristete Flächenstreiks sind dagegen seltene Ausnahmen geworden."

Im internationalen Vergleich liegt Deutschland im Mittelfeld. Für diese Statistik vergleicht das WSI wie die arbeitskampfbedingten Ausfalltage pro 1000 Beschäftigte im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre miteinander: Hierzulande fielen zwischen 2015 und 2024 - dem jüngsten Jahr mit den nötigen Vergleichsdaten - im Schnitt 22 Arbeitstage pro 1000 Beschäftigte aus.

Spitzenreiter sind demnach Finnland, Frankreich, Kanada und Belgien "mit zwischen 100 und 92 jahresdurchschnittlichen Ausfalltagen". Mit Deutschland im Mittelfeld befinden sich neben Spanien, dessen Statistik allerdings die im Land erlaubten Generalstreiks nicht mitzählt, auch Länder wie Großbritannien, die USA, Norwegen und die Niederlande. Besonders wenig gestreikt wird der Statistik zufolge in Ungarn, Österreich, der Schweiz und Schweden.

R.Campbell--TNT

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