The National Times - Bauministerin Hubertz will mit Förderung von Gewerbeumbau Wohnungsnot lindern

Bauministerin Hubertz will mit Förderung von Gewerbeumbau Wohnungsnot lindern


Bauministerin Hubertz will mit Förderung von Gewerbeumbau Wohnungsnot lindern
Bauministerin Hubertz will mit Förderung von Gewerbeumbau Wohnungsnot lindern / Foto: © AFP/Archiv

Vielen Menschen in Deutschland fehlt bezahlbarer Wohnraum - und gleichzeitig stehen viele Büros oder Gewerbeimmobilien leer. "Genau diesen Widerspruch wollen wir mit Hilfe unseres neuen Förderprogramms 'Gewerbe zu Wohnen' angehen", kündigte Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) am Dienstag an. "Wir stellen 300 Millionen Euro bereit, um ungenutzten Büro- und Gewerbeimmobilien eine zweite Chance zu geben."

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Das Förderprogramm startet am 1. Juli. Je Wohneinheit ist dabei ein Zuschuss von bis zu 30.000 Euro möglich, sodass die Summe von 300 Millionen Euro im Jahr 2026 rechnerisch für mindestens 10.000 Wohnungen reicht. Geknüpft ist der Umbau leerstehender Ladenlokale oder Büroflächen an Auflagen zur energetischen Sanierung.

"Mit einem Zuschuss von bis zu 30.000 Euro je entstehender Wohneinheit setzen wir bewusst einen starken Anreiz", sagte Hubertz am Dienstag beim Besuch einer Baustelle in Berlin, wo derzeit ehemalige Räumlichkeiten des Berliner Rundfunks durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) zu Wohnungen umgebaut werden. "Das ist ein Zuschuss, dieser muss also nicht zurückgezahlt werden", fügte sie hinzu.

Die Ministerin verwies auf die gute Lage vieler Gewerbeimmobilien. "Das macht es attraktiver, sie zu Wohnraum umzubauen", sagte sie laut Redetext bei ihrem Baustellenbesuch. "Wir wollen aus diesen stillen Gebäuden wieder lebendige Orte machen."

Miteinander verbunden würden dabei drei Ziele, führte Hubertz aus: "Wir bekämpfen Leerstand, schaffen dringend benötigten Wohnraum und treiben gleichzeitig die klimagerechte Sanierung und Weiterentwicklung unserer Städte voran." Jedes umgebaute Gebäude spare Ressourcen und bringe "neues Leben in unsere Innenstädte", sagte die Ministerin. "Und wir vermeiden unnötige Flächenversiegelungen." Auch die Kommunen profitierten: Der Umbau stärke "die Attraktivität der Innenstädte, gleichzeitig fallen keine Kosten für Erschließung und andere Infrastrukturen an".

Der Bedarf an Büroflächen ist vielerorts gesunken, insbesondere weil sich seit der Corona-Pandemie Homeoffice und hybride Arbeitsformen etabliert haben. Teils gibt es bei einem Umbau zu Wohnraum allerdings Hürden - denn Gewerbe- und Wohngebäude unterscheiden sich oft, etwa mit Blick auf Brandschutz, Statik oder auch Grundrisse, die einen Umbau erschweren können. Die Immobilienbranche verweist zudem auf teils lange Genehmigungsprozesse und unflexible Rahmenbedingungen.

Hubertz hob am Dienstag hervor, dass die Bundesregierung mit dem Bau-Turbo ein Instrument geschaffen habe, "was die Genehmigungszeit drastisch verkürzen kann". Das Förderprogramm könne "natürlich nur ein Baustein sein, es wird das Wohnungsproblem nicht lösen", räumte sie ein.

V.Bennett--TNT

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