The National Times - Studie: Rechenzentren noch klimaschädlicher als gedacht

Studie: Rechenzentren noch klimaschädlicher als gedacht


Studie: Rechenzentren noch klimaschädlicher als gedacht
Studie: Rechenzentren noch klimaschädlicher als gedacht / Foto: © AFP

Rechenzentren sind einer Untersuchung zufolge noch klimaschädlicher als gedacht. Die Klimawirkung der digitalen Infrastruktur sei bislang unterschätzt worden, erklärte der Kreditversicherer Allianz Trade am Dienstag. Zudem dürften die Emissionen durch Rechenleistung wegen der Verbreitung von KI-Anwendungen weiter stark steigen, wenn keine geeigneten Maßnahmen getroffen werden. Insbesondere Europa ist den Experten zufolge aber gut positioniert, um einen Unterschied zu machen.

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Die Gesamtemissionen von Rechenzentren 2025 weltweit gibt die Studie mit 286 Millionen Tonnen CO2 an. Das sind 57 Prozent mehr als in früheren Studien der Internationalen Energie-Agentur. Allianz Trade führt dies vor allem darauf zurück, dass ihre Modelle auch indirekte Emissionen entlang der Wertschöpfungskette wie Produktion und Bau sowie Übertragungsverluste einbeziehen. Mehr als 70 Prozent der Emissionen entfallen den Angaben nach auf den Stromverbrauch der Anlagen, rund ein Viertel auf Hardware und Infrastruktur.

Weltweit wird massiv in den Aufbau von Rechenleistung investiert. Die installierte Kapazität dürfte sich bis Ende des Jahrzehnts voraussichtlich verdoppeln. "Rechenzentren entwickeln sich von einer Randgröße zu einem strukturellen Treiber der Stromnachfrage in vielen Regionen", erklärte Allianz-Klimaökonom Patrick Hoffmann. Schon heute entfallen demnach 15 bis 20 Prozent des Stromverbrauchs von Rechenzentren auf KI-Anwendungen.

Wie klimaschädlich Rechenzentren sind, hängt entscheidend vom Standort ab. "Identische Rechenleistungen können je nach Strommix ein Vielfaches an Emissionen verursachen", erklärte Hoffmann. "In Ländern wie Indien, Indonesien oder Malaysia werden beispielsweise über 600 Gramm CO2 pro Kilowattstunde (kWh) ausgestoßen. In Norwegen und Schweden liegen die Werte bei unter 30 Gramm."

China und die USA stehen zusammen für rund 70 Prozent der globalen CO2-Emissionen durch Rechenzentren. In beiden Ländern ist der Strommix mit 384 Gramm pro kWh (USA) und 526 Gramm (China) eher CO2-intensiv. "Europas vergleichsweise sauberer Strommix verschafft der Region eine strukturell gute Ausgangsposition für klimafreundliches KI-Wachstum", erklärte Hoffmann.

"Deutschland gehört in Europa allerdings eher zu den Schlusslichtern", ergänzte er. Wegen des weiterhin hohen Anteils an Kohlestrom fallen durch deutsche Rechenzentren 329 Gramm CO2 pro kWh an.

F.Morgan--TNT

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