The National Times - EU-Stahlzölle: Wichtigste Handelspartner bekommen Vorzugsbehandlung

EU-Stahlzölle: Wichtigste Handelspartner bekommen Vorzugsbehandlung


EU-Stahlzölle: Wichtigste Handelspartner bekommen Vorzugsbehandlung
EU-Stahlzölle: Wichtigste Handelspartner bekommen Vorzugsbehandlung / Foto: © AFP

Die EU weitet ihre Stahlzölle aus - will ihre wichtigsten Handelspartner aber mit einer Vorzugsbehandlung besänftigen. Staaten wie die Türkei, Indien und Südkorea sollen nach Angaben der EU-Kommission vom Dienstag unter der neuen Regelung mehr Stahl zollfrei in die EU importieren können als Länder, mit denen die EU kein Freihandelsabkommen hat - etwa China. Die erweiterten Zölle greifen ab Mittwoch.

Textgröße ändern:

Stahlimporte in die EU sind bis zu einer bestimmten Menge pro Jahr zollfrei. Künftig sind das 18,3 Millionen Tonnen, etwa halb so viel wie bislang. Die frühere Quote lag allerdings so hoch, dass sie nie erreicht wurde. Die Obergrenze bezieht sich auf Stahl in verschiedenen Formen, der in der EU weiterverarbeitet wird, darunter Draht, Stäbe und Platten sowie Bahngleise.

Die 18,3 Millionen Tonnen werden gemäß den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) unter den Handelspartnern aufgeteilt, die wichtigsten Importeure bekommen pro Stahlprodukt einen festen Anteil basierend auf den Importmengen der Jahre 2022 bis 2024. Die Hälfte der zollfreien Menge wird wie bislang unter allen Handelspartnern weltweit aufgeteilt. Die zweite Hälfte geht ausschließlich an Staaten, mit denen die EU ein Freihandelsabkommen oder eine entsprechende Absichtserklärung geschlossen hat.

Eine Reihe von Staaten bekommt dadurch einen Vorteil, darunter die wichtigsten Importeure Türkei, Indien und Südkorea. Außerdem haben Großbritannien, die Schweiz und die Ukraine sowie Indonesien, Ägypten, Brasilien, Nordmazedonien, Südafrika, Argentinien und Singapur eine solche Vereinbarung mit der EU. Norwegen, Island und Liechtenstein sind als Mitglieder des europäischen Wirtschaftsraums von Zöllen ausgenommen.

Die USA gehören nicht zu den bevorzugten Handelspartnern. Die EU-Kommission rechnet nach Angaben eines Beamten aber nicht mit einem Gegenschlag aus Washington. "Es wird keine Vergeltung geben, weil die USA in diesem Fall gut finden, was wir tun", sagte er in Brüssel.

Sowohl die EU als auch die USA wollen ihre Unternehmen vor billigerer Konkurrenz auf dem Weltmarkt schützen. Die hohen US-Zölle auf Stahl sorgen in der EU nach Aussage des Beamten aber für Probleme, weil EU-Firmen Aufschläge zahlen und mehr billiger Stahl anstelle der USA in die EU gelangte.

Der kommt unter anderem aus China, das im vergangenen Jahr rund 961 Millionen Tonnen und damit mehr als die Hälfte des Stahls weltweit produzierte. Zum Vergleich: Die deutsche Industrie kam auf rund 34 Millionen Tonnen. Die Verschärfung der Stahlzölle richte sich aber nicht ausschließlich gegen China, betonte der EU-Beamte.

Über die zollfreie Menge hinaus wurde bislang ein Aufschlag von 25 Prozent fällig, der zusätzlich auf 50 Prozent verdoppelt wird. Ziel ist es nach Angaben aus Brüssel, dass sich Importe über die zollfreie Menge hinaus nicht lohnen. Die EU will damit ihre eigene Stahlindustrie unterstützen, die wegen der US-Zölle und hoher Energiepreise in der Krise steckt.

R.Evans--TNT

Empfohlen

Forderungen nach langsamerer KI-Entwicklung werden lauter

Die Forderungen nach einer langsameren Entwicklung von Künstlicher Intelligenz sind in den USA und in Europa lauter geworden. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte am Mittwoch an, sie werde die führenden KI-Firmen zu Beratungen darüber einladen, "einen Gang zurückzuschalten". KI-Größen wie OpenAI und Anthropic hatten sich für ein Drosseln der Entwicklung ausgesprochen, US-Präsident Donald Trump und Meta-Chef Mark Zuckerberg lehnen dies hingegen ab.

Gericht: Gefühlte deutsche Identität begründet keinen Anspruch auf Grundsicherung

Eine gefühlte deutsche Identität begründet laut einer Gerichtsentscheidung keinen Anspruch auf Grundsicherungsleistungen. Ausländer ohne Aufenthaltsrecht hätten auch dann keinen Anspruch auf Grundsicherung, wenn sie sich selbst als Deutsche verstünden, entschied das baden-württembergische Landessozialgericht in Stuttgart laut Mitteilung vom Mittwoch im Eilverfahren.

Social Media Verbot: Von der Leyen schlägt Altersgrenze von 13 Jahren vor

Onlineplattformen wie Instagram, Snapchat und Tiktok könnten in der EU für Kinder unter 13 Jahren verboten werden. "Keine sozialen Netzwerke unter 13 Jahren, kein eigenes Nutzerkonto unter 15 Jahren", forderte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Mittwoch in Straßburg. Am Donnerstag will sie einen konkreten Gesetzesvorschlag vorlegen, der dann in die Verhandlungen im Europaparlament und im Rat der EU-Länder geht.

Ex-Kanzler Scholz dabei: 37 frühere Spitzenpolitiker kritisieren weltweite Ungleichheit

Dutzende frühere Staats- und Regierungschefs aus aller Welt haben ihre Nachfolger in einem offenen Brief zur Eindämmung extremer Ungleichheit aufgerufen. "Die Kluft zwischen den Reichsten und den Ärmsten ist schlicht zu groß geworden", heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Schreiben, das der Nachrichtenagentur AFP vorlag, und zu dessen Unterzeichnern auch der ehemalige Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) gehört.

Textgröße ändern: