The National Times - DB-Chefin Palla schraubt Ziele nach unten - 80 Prozent Pünktlichkeit erst 2035

DB-Chefin Palla schraubt Ziele nach unten - 80 Prozent Pünktlichkeit erst 2035


DB-Chefin Palla schraubt Ziele nach unten - 80 Prozent Pünktlichkeit erst 2035
DB-Chefin Palla schraubt Ziele nach unten - 80 Prozent Pünktlichkeit erst 2035 / Foto: © AFP

Bahn-Chefin Evelyn Palla hat die bisherigen Ziele des DB-Konzerns in Sachen Wachstum, Digitalisierung und Pünktlichkeit deutlich nach unten geschraubt. "Hauptsächlich wachstumsorientierte Ziele wie die Verdoppelung der Reisendenzahlen haben sich angesichts veränderter Rahmenbedingungen als nicht haltbar erwiesen", erklärte die Bahn am Donnerstag. Die vollständige Digitalisierung der Schiene bis 2035 sei ebenfalls "nicht realistisch" und als Ziel für die Pünktlichkeit im Fernverkehr gibt der Konzern nun 80 Prozent erst in jenem Jahr aus.

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Palla stellte bei einer Sitzung des Aufsichtsrats in Berlin ihre Konzernstrategie vor. "Wir verabschieden uns von unerreichbaren Versprechen", erklärte sie dazu. "Wir setzen auf realistische Ziele und Fakten." Demnach begräbt die Bahn damit auch die Strategie "Starke Schiene", die auf Pallas Vorgänger Richard Lutz zurückgeht.

Für die Pünktlichkeit im Fernverkehr bedeutet dies, dass nun eine Quote von 69 bis 72 Prozent bis 2030 angestrebt wird. Bis 2035 soll sie auf 80 Prozent steigen. Lutz hatte seit 2017 immer wieder eine baldige Rückkehr zu einer Pünktlichkeitsquote von 80 Prozent in Aussicht gestellt - in den vergangenen Jahren sackte die Pünktlichkeit stattdessen aber immer weiter ab, auf 64 Prozent im Jahr 2023, dann 62,5 Prozent 2024 und gut 60 Prozent im vergangenen Jahr.

Das Bundesverkehrsministerium von Patrick Schnieder (CDU) hatte sich mit der Ernennung Pallas im vergangenen September bereits von den ambitionierten Zielen verabschiedet. Von der Bahn forderte der Minister damals 70 Prozent Pünktlichkeit bis 2029, "mittelfristig" eine Quote von 80 Prozent und "langfristig" 90 Prozent. Palla stellte nun klar, dass der Zielwert von 80 Prozent im Jahr 2035 nur mit mehr finanzieller Unterstützung der Politik zu halten sei.

Zur Digitalisierung der Schiene erklärte die Bahn, dass das bisherige Vorhaben eines "digitalen, vollautomatisierten Bahnsystems" bis 2035 unmöglich sei. "Solange noch alte Stellwerke aus der Kaiserzeit existieren, müssen Stellwerke Schritt für Schritt ersetzt werden."

F.Lim--TNT

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